Iranischer Atomwissenschaftler getötet

Von Manuel Freund | Nach dem Tod des iranischen Offizier Soleimani, wurde nun eine weitere Person umgebracht, die an Untaten der islamischen Republik beteiligt war. Vor wenigen Tagen konnten Einheiten – vermutlich gesandt von den USA oder Israel – einen der führenden Atomwissenschaftler im iranischen Atomwaffenprogramm töten.  Mohsen Fachrisadeh war laut iranischen Medien auf dem Weg von einer Kleinstadt namens Absard nach Teheran, als mehrere Soldaten anfingen, auf seine Limousine zu schießen. Wenige Sekunden später soll eine Autobombe einige Meter von Fachrisadehs Auto explodiert sein. Der Forscher wurde nach mehreren Anschüssen ins Krankenhaus gebracht und erlag dort seinen Verletzungen.

Mohsen Fachrisadeh ist bereits seit vielen Jahren ein wichtiger Teil des Atomwaffenprogramms im Iran. Schon als der Iran das Programm Anfang der 2000er angeblich einstellte, war er der führende Forscher. Das Iranische Atomprogramm wurde bereits 1959 aufgenommen und ursprünglich nur darauf ausgelegt, den Iran mit Atomstrom zu versorgen. Nach dem Aufruf 1988 des Ajatollahs Rafsandschani nach der Entwicklung einer Atomwaffe, geriet der Staat immer wieder in den Verdacht, an nuklearen Sprengköpfen zu forschen.

Vor allem in den letzten Jahren gab es immer mehr Indizien, dass der Iran tatsächlich waffenfähiges Uran anreichert. Auch wenn der Iran in der Öffentlichkeit mehrere Male deutlich reklamiert hat, dass das Uran im Iran nur für friedliche Zwecke eingesetzt werde, sammelten Geheimorganisationen aus den USA und Israel Dokumente und Messungen, die das Gegenteil zeigen. Wir können also davon ausgehen, dass der Iran verbotenerweise an der Entwicklung einer Atombombe forschte. Verboten ist dies aufgrund des Atomabkommens. In diesem legten der Iran, die USA, Deutschland und viele weitere Staaten fest, dass die Sanktionen gegenüber dem Iran abgebaut werden und der Iran im Gegenzug seine nukleare Forschung zurückfahren sollen.

Bis jetzt bekannte sich noch keiner zu der Attacke. Der Iran zeigt mit dem Finger ganz klar auf Israel und unterstreicht dabei die Haltung des Präsidenten Netanyahu. Dieser fand in der Vergangenheit schon oft harsche Worte gegen Fachrisadeh und sah in ihm eine indirekte Gefahr für viele Israelis. Es gibt zwar weitere Indizien dafür, dass Israel hinter dem Anschlag steht, bewiesen ist dies jedoch nicht.

Der Iran zeigt nun eine klare Angriffshaltung. Der Atomchef des Irans Ali-Akbar Salehi meint über das Programm: „Der Weg Fachrisadehs wird jetzt erst recht noch intensiver fortgesetzt.“ Viele halten auch Vergeltungsschläge nicht für ausgeschlossen, sobald sicher ist, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Denn der Iran bezeichnet den Anschlag als „Terror“, den man – so Ajatollah Ali Chamenei – entschlossen bestrafen wolle. Präsident Rouhani äußerte sich selbst sehr offensiv. Er Spricht von einer „globalen Arroganz“, „Imperialismus“ und dem „zionistischen Söldner“ (womit er Israel meint).

Nun wird wieder wie bei Soleimani gefragt: War die Attacke gerechtfertigt? Bei Soleimani war die Frage eindeutig zu beantworten. Der Mann war nachweislich für Duzende Tode verantwortlich und hat stark an der Gründung mehrerer Terrormilizen mitgewirkt, der Mann war bereits Mörder und wäre mit Sicherheit auch viele weitere Male Mörder geworden.

Etwas anders ist es bei Fachrisadeh: Er selbst ist nicht direkt für irgendeinen Mord, der bereits geschehen ist verantwortlich (zumindest ist dies nicht bekannt). Er war „lediglich“ der entscheidende Forscher des iranischen Atomprogramms. Dadurch strahlte er jedoch eine große Gefahr aus. Sollte der Iran tatsächlich dazu kommen, Atomwaffen zu besitzen, könnte dies nämlich ganz schlecht enden. In der Vergangenheit zeigte sich der Iran nicht selten als unvernünftiger Aggressor.

Gerade gegenüber Israel wurden alle möglichen Methoden der Vernichtung ausprobiert. Dementsprechend ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Iran diese Atomwaffe einsetzen würde, um damit Israel anzugreifen und einen Großteil der jüdischen Weltbevölkerung auszurotten. Nicht nur, dass dies verehrend genug wäre, könnte dies einen regelrechten Atomkrieg auslösen.