Hongkongs Aktivisten wenden sich an Merkel

Von Liana | Der Hongkonger Aktivist Joshua Wong forderte Angela Merkel auf über die Beziehungen zu China, vor allem die Handelsbeziehungen nachzudenken. Wong im Wortlaut: “Deutschland sollte zudem auf der Hut sein, mit China Geschäfte zu machen , da China das internationale Völkerrecht nicht einhält und wiederholt seine Versprechen gebrochen hat.”

“[…] Frau Bundeskanzlerin Merkel, Sie sind in der DDR aufgewachsen. Sie haben Erfahrungen aus erster Hand über den Schrecken einer diktatorischen Regierung gemacht,” heißt es weiter in einem offenen Brief an die Kanzlerin.

Noch ist Merkel nicht in China, sie wird ihre Reise nach Peking am Donnerstag antreten. Weiter schmeicheln die Hongkonger Aktivisten uns Deutschen fast schon mit Worten wie:

“Die Deutschen haben im Kampf gegen den Autoritarismus während der Achtzigerjahre mutig an vorderster Front gestanden. Wie die gewaltfreien Demonstranten der Montags-Demos bringen wir unser Anliegen in die breite Öffentlichkeit und plädieren für demokratische Prinzipien”.  Aber geschichtliche Lehren will die Bundesrepublik natürlich nur da ziehen, wo es gerade angenehm ist – bei Kritik an den Briten, Trump oder Israel zum Beispiel. Aber hier wäre Rückgrat erforderlich – und so werden die Rufe aus Hongkong ungehört bleiben. 

Und das, was uns dieser Konflikt dort deutlich machen sollte ist doch genau das, was die dortigen Aktivisten ansprechen. Wir als Deutsche haben eine Verantwortung unseren Mitmenschen in China zumindest nicht im Wege zu stehen auf ihrem Weg zur Freiheit. Doch das Land, welches eigentlich 24/7 von Verantwortung faselt, hält sich natürlich bedeckt. 

Der Protest auf Hongkongs Straßen wird immer größer. Hunderttausend gehen auf die Straße um gegen die heimische Regierung und gegen einen wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige britische Kronkolonie zu protestieren.Es kommt zu vielen heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Deutschland, selbsterklärter Advokat der Menschenrechte, schweigt. 

3 Antworten

  1. Raubtierkapitalist sagt:

    “Wir sind besorgt!”, “Wir müssen jetzt besonnen reagieren!”, “Wir rufen BEIDE Seiten zur Mäßigung auf!”: Das wären die Reaktionen von Merkel und Maas, sollte Rot-China die Hongkonger niederschießen und wie ’89 in Peking mit Panzern überrollen.

  2. DJ_rainbow sagt:

    Man könnte einen altten TäTäRä-Witz wieder aufwärmen: Warum haben die Bienen eine Königin und keine Kanzlerin? Weil sie keinen Scheiß machen wollen, sondern Honig.

  3. DJ_rainbow sagt:

    Da wenden sich die Hongkonger an die Richtige. Wenn sie verlieren wollen.

    Denn die Kanzelsbunzlette wird eher ein Tianamen 2.0 widerspruchslos hinnehmen, als den Demokraten beizuspringen. Sehen wir hier doch auch…