Hochzeitskorso: 40 Einsätze der Polizei innerhalb einer Woche

Von KARL DRAMM | In Nordrhein-Westfalen durfte die Polizei innerhalb der letzten Woche geschlagene 40 Mal zu Einsätzen ausrücken. Doch der Grund für die Einsätze ist bizarr: die Polizei musste in laufende Hochzeitsfeiern eingreifen, da diese massiv den Autoverkehr störten.

So musste die Polizei insgesamt 21 Mal wegen Autokorsos auf Straßen eingreifen, sieben weitere Male gab es Probleme mit “den Glücklichen” auf den Autobahnen des Bundeslandes. Ebenfalls wird oft Pyrotechnik gezündet, aber auch Schüsse wurden “zur Feier des Tages” abgegeben.

In Köln zum Beispiel mussten gleich zwei Autokorsos auf der Zoobrücke von der Polizei aufgelöst werden – die Autos hielten an, um für Fotos zu posieren.  Bei Dortmund blockierte ein halbes Dutzend Autos den Fahrweg, da sie überholen verhinderten, indem sie wild Spuren wechselten und den Verkehr auf wenige Kilometer pro Stunde abbremsten. “Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle”, so der Innenminister Herbert Reul (CDU). Das steht außer Frage, doch außer der Konfiszierung des Führerscheines erfolgen meist nur wenig Schritte gegen die Verkehrsrowdys. Zukünftig sollen aber auch Autos beschlagnahmt werden könne, sodass solche leichtsinnigen Aktionen mehr weh tun, als nur im Geldbeutel. Nebenbei bemerkt: Diese Hochzeitskorsos haben natürlich einen gewissen kulturellen Hintergrund. Um es vorsichtig zu formulieren – die Fahrer dieser Korsos heißen vielleicht nicht Michael. 

2 Antworten

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Diese Nichtmichaels zeigen einfach, wem ihrer Meinung nach der öffentliche Raum gehört – eben nicht den Michaels.