Geburtstagsgrüße im Doppelpack

Von Elisa David | Ich bin glücklich verkünden zu können, dass wir heute gleich zwei Gründe haben, um ein mächtig schiefes Geburtstagsständchen anzustimmen. Unser erstes Geburtstagskind ist keine geringere als unsere geliebte AKK. Die gute Annegret wird heute 57 Jahre alt und sieht auch tatsächlich keinen Tag jünger aus –  aber Berufspolitikerin zu sein ist ja auch eine anstrengende Tätigkeit. Und obwohl es in ihrem Leben auf unsere Kosten gerade ziemlich gut läuft – schließlich ist sie nicht nur CDU-Chefin, sondern seit neustem auch Verteidigungsministerin – feiert sie ihren Ehrentag ziemlich einsam, denn ihre Wähler meinen es heute nicht gut mit ihr.

Ausgerechnet das Politbarometer des ZDF zeigt für AKK in den Top 10 der wichtigsten Politiker ein persönliches Rekordtief an. Mit einem Tiefstwert von minus 0,4 bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung, fällt sie auf den vorletzten Platz. Der Einzige, der noch unbeliebter ist? Innenminister Horst Seehofer. Selbst Heiko Maas, Jens Spahn und Markus Söder sind lieber gesehen als sie. Autsch, aber wenigstens hat Annegret ja jetzt – sollte sie die Meinung des Pöbels ausnahmsweise mal interessieren – eine Ausrede um Geburtstagskuchen in sich reinzustopfen. 

Tatsächlich was zu feiern hat dagegen unser zweites Geburtstagskind. Shoshana Ovitz, musste mit ihren nun 104 Jahren wohl ein paar mehr Kerzen auspusten. Aber zur Not hatte sie ordentlich Unterstützung – denn sie feierte nicht allein, ganz im Gegenteil. Die Holocaust-Überlebende hatte sich als Geschenk gewünscht, dass alle ihre Kinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel mit ihr zur Klagemauer nach Jerusalem gehen. Es sind fast alle gekommen und so könnte sie sich über rund 400 Gäste freuen.

Die Freude gönnt man ihr von ganzem Herzen, vor allem wenn man sich ihre Vergangenheit anschaut. Sie überlebte Auschwitz, musste aber mit ansehen wie KZ-Arzt Josef Mengele ihre Mutter bei einer Selektion in den Tod schickte. Nach dem Krieg hat sie auf der Suche nach überlebenden Verwandten ihren Cousin getroffen, der seinerseits die erste Frau und vier Kinder verloren hatte. Die beiden heirateten und brachten ihr erstes gemeinsames Kind in einem Flüchtlingslager in Österreich zur Welt.  Später emigrierten sie nach Israel wo sie ihre vier Kinder großzogen. Die ehemalig sechsköpfige Familie hat den einen oder anderen Zuwachs bekommen, weshalb Shoshana heute stolz auf hunderte Nachfahren schauen – und damit den Triumph der Überlebenden über die Nazis symbolisieren kann.

2 Antworten

  1. FreiHerr sagt:

    Wohl der letzte Geburtstag, den AKK in einer höheren politischen Position feiert.

  1. 9. August 2019

    […] • Weiterlesen • […]