Frustrationsaktivisten versalzen Jugendlichen die Lebensfreude: Man sollte Mitleid haben

Von Luca Tannek | Würde mich jemand fragen, welche auffallenden Merkmale junge Menschen ausmachen, dann wäre meine Antwort – neben Naivität und Neugier – vor allem: Lebenslust. Als Jugendlicher oder junger Erwachsener trägt man längst nicht so viel Verantwortung wie eine Person, die bereits in Lohn und Brot steht. Man hat weniger Pflichten zu erfüllen. Viele leben noch bei ihren Eltern, die Hochzeit liegt noch in weiter Ferne, man interessiert sich für Gott und die Welt, probiert sich aus. Das Leben scheint sehr unkompliziert zu sein – außer die Freundin oder der Freund beendet schlagartig die Beziehung. Dann herrscht erstmal Endzeitstimmung.

In jungen Jahren soll ein gebrochenes Herz eine der wenigen Frustrationen sein, die eine junge Frau oder einem jungen Mann die Lebensfreude nimmt.
Leider ist das heutzutage in bestimmten Kreisen der jüngeren Generation nicht mehr der Fall. Regelrechte Frustrationsorganisationen wie Fridays For Future oder Letzte Generation, deren Anhänger zumindest teilweise 15 bis 30 Jahre alt sind und eine enorme Angst vor dem Klimawandel haben, machen immer wieder auf sich aufmerksam. Man hat ihnen diese Angst eingejagt, sie regelrecht indoktriniert. 
Schließlich geht es um die Klimakrise – oder wie es jetzt schon heißt „Klimakatastrophe“. Man fürchtet sich vor der angeblich alles zersetzenden Apokalypse, die uns im Westen schon etliche Male in den 80ern und 90ern gepredigt wurde, aber nie eintrat. Und um diese Angst möglichst vielen Menschen mitzuteilen, haben sich diese Organisationen sehr ausgefallene Dinge ausgedacht.


Fridays For Future – der Klassiker

Beginnen möchte ich mit den Klima-Kids von Fridays For Future. Freitags die Schule zu schwänzen, um das Klima zu retten – ja, das haben sogar viele Lehrer beklatscht. Ich musste schon schmunzeln, wie leicht man Lehrkräfte dazu bringen kann, ein Vorhaben unterstützen, das sie unter anderem benachteiligt. Solange die Motive wohl „gut“ genug sind, funktioniert das. Noch absurder wurde es, als man die Proteste a) als „Streik“ bezeichnete (seit wann kann man streiken, ohne Arbeitnehmer zu sein?) und b) als die Corona-Pandemie den Aktivisten den Anlass gab, ihren „Streik“ online kundzutun. Mal außer Acht gelassen, dass es sich um eine Demonstration und nicht um einen Streik handelte, stellte sich mir die Frage, welchen Nutzen dieser „Online-Streik“ haben sollte. Demonstriert und gestreikt wird vor allem in aller Öffentlichkeit, weil man Aufmerksamkeit bekommen möchte. Ich bezweifle, dass solch ein Effekt online möglich ist. Aber wie heißt es so schön? Angst macht dumm.


Letzte Generation – die radikalen Öko-Mimosen

Mein Favorit ist die „Letzte Generation“. Ich tat mir ziemlich schwer, welche ausgefallenen Protest-Aktionen ich für diesen Text aussuchen soll. Denn diese Leute haben den Vogel einfach abgeschossen. Erstmals wurde ich im Sommer 2021 auf diese Bewegung aufmerksam, als einige Mitglieder im Regierungsviertel in Berlin zelteten und in den Hungerstreik gingen. Die Aktivisten suchten Gespräche mit Politikern – völlig ausgehungert. Die Hauptforderung bei dieser Initiative lautete:

„1. Ein sofortiges Gespräch mit den Kanzlerkandidat*innen Herrn Laschet, Herrn Scholz und Frau Baerbock, über den Mord an der jungen Generation.
2. Das Versprechen von Ihnen, in einer neuen Regierung direkt einen Bürger*innenrat einzuberufen. In diesem sollten Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise, unter anderem eine 100% regenerative Landwirtschaft, besprochen werden.“

Die sprechen tatsächlich von „Mord“. Da die „Letzte Generation“ ebenso strenge Maßnahmen gegen das Coronavirus befürwortet, stellt sich mir die Frage, ob die Aktivisten keine Gewissensprobleme hätten, wenn ein Krankenhaus aufgrund von Energieengpässen einen Corona- Patienten nicht mehr beatmen könnte. Schließlich produzieren Solar- und Windkraft nicht ansatzweise so zuverlässig Strom wie ein Atom- oder Kohlekraftwerk. Nach 25 Tagen endete der sogenannte Hungerstreik und ich stellte mir die Frage, ob diese jungen Menschen vor lauter – Achtung anglizistischer Neusprech – „Climate Anxiety“ nicht eine Gefahr für sich selbst sind.

Circa ein halbes Jahr später, Anfang 2022, starteten die Klima-Helden ihre nächste Kampagne „Essen Retten – Leben Retten“. Und die hatte es in sich. Die Aktivisten klebten sich nämlich mitten auf vielbefahrene Straßen und behinderten den Verkehr. Polizisten mussten sie vom Asphalt entfernen und Menschen kamen zu spät in die Arbeit. Bei einer Aktion hatte selbst ein Krankenwagen Schwierigkeiten durchzukommen. Anders als beim Hungerprotest haben die jungen Leute nicht nur sich, sondern auch andere Personen erheblich in Gefahr gebracht und mir war im – Gegensatz zum Hungerprotest – eher zum Schreien als zum Lachen.

Aber es hielt sich nicht lange, da brachten mich die selbsternannten Weltretter wieder zum Lachen. Denn Mitte Februar baute die Letzte Generation wortwörtlich ordentlich Mist. Im Bundeswirtschaftsministerium entschied man sich nämlich, Pferdemist auf dem Gang zu verteilen, um der Regierung mitzuteilen, welch schlechte Politik sie betreibt. Unser gelernter Schweinebauer und Wirtschaftsminister Robert Habeck sollte den strengen Gestank gewohnt sein und nahm es wahrscheinlich auf die leichte Schulter.


Das bemitleidenswerte Leben der Angsthasen

Manche Kollegen schauen mich schief an, wenn ich meine ehrliche Meinung zu Fridays For Future oder Letzte Generation sage. Denn sie halten diese Leute schlicht für geistig gestört. Ich aber habe einfach nur aufrichtiges Mitleid. Während manche Climate-Girls ihren halben Nervenzusammenbruch auf Instagram teilen und zottelige Soja-Sörens sich auf die Straße festkleben und von ehrlichen Arbeitern wegen ihrem fahrlässigen Verhalten angeschnauzt werden, habe ich seit dem Wegfall etlicher Corona-Maßnahmen ein durchaus spaßiges und angstbefreites Leben. Das so wichtige Element Lebenslust blüht bei mir voll auf und ich wünsche mir, dass auch unsere Apokalyptiker noch in ihren jungen Jahren ebenfalls in den Genuss kommen. 

2 Antworten

  1. Bettina Schipp sagt:

    Was für ein geiler Artikel. Ich bin glücklich dass es noch junge Menschen gibt, die die Lebenslust als Freude empfinden. Weiter so Go for it.
    Kompliment Grüße von
    Bettina Schipp ( 55 Jahre voll weiser Lebenslust)

  2. Biskaborn sagt:

    Großartig geschrieben. Ich muss es leider so ausdrücken, dieses Land wird von einer Minderheit Geisteskranker in Geiselhaft genommen! Leider spielen irgendwie alle mit, die Blockparteien, Medien, Kirchen, NGO‘ s aber leider ein Großteil einer indoktrinierten Bevölkerung die sich das selbständige Denken und Informieren komplett abgewöhnt hat. Hier liegt das größte Problem dieser Gesellschaft!