Fridays for Future: Mitspracherecht nach Lebenserwartung?

Von Glenn Antoine | Dass „Fridays for future“ öfter mal mit unüberlegten Aussagen hervorprescht, ist man mittlerweile gewohnt. Auch dass die Demonstrationen sich mittlerweile zu einem Sammelbecken linker Ideologien entwickelt hat. Doch seit spätestens heute kann man feststellen, dass man auch noch eine Gruppe mit menschenverachtender Einstellung dazu zählen kann.

Im Laufe des Jahres 2019 ging mit “ok boomer” ein neues Internetmeme viral, welches stereotypisch für die Baby-Boomer-Generation nach dem 2. Weltkrieg steht. Das Bashing der älteren Generation ersetzt eine inhaltliche Diskussion. Häufig fällt dieser Begriff bei Klimadiskussion, da für die Klimaapostel der alte weiße Mann Schuld am Klimawandel ist.

„Fridays for future“ springt auf den Zug auf und legt noch einen drauf. Auf dem offiziellen Twitter Account von „Fridays for future Germany” erscheint folgender Tweet:

Ob die Großeltern auch wissen, dass ihre Enkel so über sie denken? Wie dem auch sei, Hauptsache sie bekommen Geschenke. Als Geschenk von FfF für die ältere Generation, gibt es einen freundlichen Hinweis dazu, dass diese ja eh bald sterben werde. Die Generation, die mit ihrem Schweiß und Blut für unseren Wohlstand gesorgt hat. Die dafür gesorgt hat, dass wir so leben wie wir jetzt leben. Es ist völlig respektlos so über sie zu reden.

Diese „Menschen“, die alle Freiheiten und Wohlstand haben – was von den Großeltern und Eltern erarbeitet wurde – wünschen der alten Generation den Tod, ob satirisch gemeint oder nicht. Es wird vielleicht Zeit mal sein Testament zu überarbeiten.

Aber es wird bestimmt ein schönes Fest bei Oma und Opa. Vielleicht auch das letzte, aber das ist den Bessermenschen ja egal. An dieser Stelle: Frohe Weihnachten!

5 Antworten

  1. Werner Martin sagt:

    Ich gönne den FfF-Kindern die Zukunft für die sie jetzt auf die Straße gehen.

  2. Thomas Jacobs sagt:

    J. W. von Goethe wusste noch “Was du ererbt von deinen Vätern hast,/Erwirb es, um es zu besitzen!”
    Im Alten Testament heißt es: “Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass es dir wohlergehen in dem Lande, das Jhw, dein Gott dir geben wird!”
    In beiden Aussagen werden hohe Lebenszeit und -erfahrung der Älteren als notwendige Voraussetzung angesehen, um als “Kind” als Jüngerer im Hier und Jetzt bestehen zu können! Dies setzt allerdings voraus, das überkommene, reiche Wissen der Alten produktiv ins eigene Leben zu integrieren, es durchaus kritisch zu erwerben, es sich in einem Selbstbildungsprozess anzueignen, damit es zum persönlichen und auch kollektiven Lebensbesitz des einzelnen und aller werde. Dann und nur dann, wenn Vergangenheit (Väter/Mütter ) und Gegenwart (Kinder Enkel) eine produktive Symbiose eingehen, kann Leben auf Erden auch in Zukunft gelingen (,unabhängig davon, ob man einem persönlichen Schöpfergott vertraut). Was im besagten Twitter von FFFG hingegen propagiert wird, ist die gnadenlose Abkoppelung vom “Alten”, den Bruch mit der Historie wie mit der auf Tradition gebauten Kulturbildung und Zivilisation. Kultur und Geschichte sollen neu erfunden werden, neu einsetzen unter der Ägide der Jungen, der angeblich Wissenden, versehen mit einem ganz bestimmten, offensichtlich unduldsamen Weltbild, das sie aber zu ihrem Götzen erheben. Ein Weltbild, das das natürliche “Verschwinden” der vermeintlich nutzlosen “Älteren” und Altvorderen nicht nur schulterzuckend, hinnimmt, eher sogar ungeduldig bis jubelnd begrüsst. Eine solch perfide und morbide Abrechnung mit dem, was war und immer noch ist, nämlich mit den Alten und ihren Traditionen, die in uns “Jungen” gespiegelt und zeitlich gebrochen weiterlebt , eine solche Abrechnung bis hin zum Kulturbruch hat es in Deutschland dreimal gegeben: Unter den Nazis, die auf der Zertrümmerung und völligen Umdeutung des Alten ein neues, tausendjähriges Reich gründen wollten mit den bekannten Folgen. Unter den Kommunisten, die die Geschichte, das Alte, selektiv deuteten und auch in Deutschland bis vor dreißig Jahren ein Terrorregime errichteten. Die Neue Linke seit ’68, die die “alten Zöpfe” abschneiden wollten und unter den “Talaren” Muff von 100 Jahren” nicht ganz zu Unrecht vermuteten und aufforderten das “kaputt zu machen” was ” euch kaputtmacht”! Alle drei Bewegungen eint ihre radikale Vergangenheitsskepsis, verbunden mit fataler Geschichtsdeutung, den Wunsch nach gänzlich Neuem, nach Anderem und vermeintlich Besserem. Die Folgen sind bekannt! Das FFF jetzt die Forderungen nach dem Neuen nun sogar mit verkappten Todeswünschen gegenüber den “Alten” garniert, zeigt, in welch’ verhängnisvollen Traditionen viele dieser “selbstbewussten Jungen” stehen, ohne es zu ahnen! Faschismus hat viele Masken und Gewänder, offensichtlich auch grüne und alternative!!
    Vielleicht sollten die Jungen wieder zur Schule gehen, das könnte gegen manche Verführungen immunisieren!

  3. karlchen sagt:

    Ja, man möchte den Omas und Opas von FfF-Enkeln raten: ändert Euer Testament und macht Euch am besten noch einen schönen Lebensabend auf Mallorca, genießt ausgiebig die letzten Flugreisen, gebt Euer Geld für leckeres Fleisch und Autos aus… Eure Enkel predigen ja den Verzicht, also lasst sie mit gutem Beispiel vorangehen!
    Frohes Fest der Apollo-Redaktion und dem neuen (?) Autor! Euer Karlchen

  4. N.Reher sagt:

    …und ich bin sogar froh, bald nicht mehr “dabei” zu sein! Ich habe nämlich keinen Bock, bar jeder technischen Errungenschaft, mit nur noch stundenweisem Strom, auf kalten Körnern und Kohlblättern aus regionalen Anbau kauend in irgendeiner Wohnhöhle dahin zu vegetieren, während sich das Klima draußen überlegt hat, mal wieder keine Sommer und richtig kalte Winter zu produzieren – wie ich es seit der 50er Jahren schon einige Male erlebt habe! Wie sang Rudi Karell in der ’70ern noch, als alle damaligen Klimajünger die nächste Eiszeit hervor fabulierten? “Wann wird’s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war… 🎼”

  1. 24. Dezember 2019

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