Fridays for Future expandiert – und will jetzt den Kapitalismus abschaffen

Von Lucy Mai | Die Umwelt- und Klimaschutzbewegung Fridays for Future will sich in Zukunft auch mit Wirtschaftsfragen auseinandersetzen und dabei auch den Kapitalismus kritisch hinterfragen. Dem Nachrichtenmagazin Focus sagte FFF-Aktivistin Luisa Neubauer, dass man hierdurch neue Gesprächsräume öffnen wolle. Dazu müsse man auch darüber sprechen, ob das Wachstum von Wirtschaft für eine Zukunft auf dem Planeten infrage gestellt werden muss. Es sei eine zentrale Frage, ob Kapitalismus und Klimaschutz miteinander vereinbar seien. Auch eine WhatsApp Gruppe mit dem Namen „Antikapitalismus“ gebe es schon. Neubauer machte aber auch deutlich, dass dies nicht im Widerspruch zum Anspruch, überparteilich zu sein, stehen solle.

Doch genau diesem Anspruch wird Fridays for Future hiermit nicht mehr gerecht. Mit dieser Linie rücken sie deutlich nach Linksaußen. Schon vor einigen Monaten waren immer wieder Plakate mir Forderungen wie „Kapitalismus entsorgen“ oder „Burn Capitalism not Coal“ aufgetaucht. Diese stammen vor allem von antikapitalistischen und teilweise sogar linksextremistischen Gruppierungen. Mit dem Aufruf zur Kapitalismuskritik rückt die Bewegung nun deutlich weiter in die Nähe von solchen Vereinigungen und spricht denjenigen, die beispielsweise in freien Märkten Chancen für den Klimaschutz sehen, jegliche Kompetenz für das Thema ab.

Dass der Kapitalismus für alle sozialen und ökologischen Probleme verantwortlich gemacht wird, ist ohnehin nichts Neues. Mit der Argumentation, dass der böse Kapitalist und das Streben nach Wachstum an allen Umweltproblemen schuld ist, wird versucht, Steuern und Verbote oder gar einen Systemwechsel zu rechtfertigen. Es ist naiv, zu glauben, dass Umweltprobleme durch die Einführung des Sozialismus bewältigt werden können. Zahlreiche Beispiele in der Geschichte und auch aktuelle Beispiele beweisen das Gegenteil. So gab es in der DDR erhebliche Umweltprobleme, die vom SED-Regime regelrecht vertuscht wurden und Umweltaktivisten mussten dafür kämpfen, überhaupt gehört zu werden. Ähnlich verhält es sich heutzutage in China, welches an sich zwar kapitalistisch ist, aber von einer kommunistischen Diktatur regiert wird.

Ebenfalls ignoriert die Fridays for Future Bewegung die Chancen, die freie Märkte bieten. In der freien Marktwirtschaft kann sich die Nachfrage nach umweltfreundlichen Gütern durchsetzen. Schon Hayek hat erkannt, dass freie Märkte die Zukunft offen halten. Das bedeutet, dass neue umweltfreundliche Technologien und Innovationen überhaupt erst ausprobiert werden und sich diese auch durchsetzen können. Dies verhindert einerseits eine einseitige Fokussierung auf Technologien, wie es beispielsweise bei dem Elektroauto der Fall ist. Andererseits verhindert dies auch eine Technologieverschlossenheit wie beim Thema Fracking.

Durch einen antikapitalistischen Kurs könnte die Fridays for Future Bewegung also nicht nur weiter in die Nähe von Linksextremisten rücken. Die Bewegung vereinfacht durch das Feindbild komplexe globale Zusammenhänge und ignoriert die Chancen, die freie Märkte für den Klimaschutz bieten.

5 Antworten

  1. Thomas Leske sagt:

    Wachstum ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Bis Ende des Jahrhunderts wächst die Wirtschaft wohl erheblich schneller als die Klimaschäden:
    http://parabellum.minimalstaat.de/content/kommenden-generationen-droht-arbeitsfreier-freitag

  2. nordseeschwalbe sagt:

    Schöner, ernsthafter Artikel über eine sehr unschöne Entwicklung.

  3. N. Schlote sagt:

    Der “Kapitalismus” ist keine Ideologie, der Sozialismus/Kommunismus schon. Ersterer dient Letzterem nur als Fassade, um die eigenen Widerwärtigkeiten zu rechtfertigen.

    Frage: Welche Wirtschaftsweise erzeugt im Vergleich höhere Qualitäten, Quantitäten bei geringerem Ressourcen- und Energieverbrauch, sowie weniger Umweltschäden?

  1. 28. Juni 2019

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  2. 28. Juni 2019

    […] über Fridays for Future expandiert – und will jetzt den Kapitalismus abschaffen — Apollo News […]