Flugtaxis – das Fortbewegungsmittel der Zukunft?

Von Gesche Javelin | Fliegende Autos schweben über den Dächern der Stadt. Die Traumvorstellung von Science-Fiction-Liebhabern. Oder vielleicht bald die Realität? Von zu Hause aus los fliegen und in ein paar Minuten in der nächsten großen Stadt landen, ohne Staus und nervige Verkehrsbehinderungen. Wer hätte es nicht gerne, endlich ohne Staus überall hinzukommen? Werden wir bald schon wie in Zurück in die Zukunftmit unserem fliegenden Auto von einem Ort zum anderen kommen oder bleibt das erst einmal eine Traumvorstellung?

Die ersten Versuche fliegende Autos zu bauen, gab es schon im 20. Jahrhundert. Doch scheiterten sie. Jetzt nach fast einem ganzen Jahrhundert, sind die ersten Modelle tatsächlich kurz davor in die Serienproduktion zu gehen. Zum Beispiel bringt das holländische Unternehmen PAL-V bald ihr fliegendes Auto Libertyauf den Markt. Es soll bis zu 400 km Reichweite und auf der Straße eine Geschwindigkeit von bis zu 170 km/h erreichen, in der Luft etwas schneller. Der Umbau vom Auto in das fliegende Gefährt dauere etwa zehn Minuten. Außerdem läuft es mit Benzin. Nur billig wird es nicht, den Stau zu überfliegen. Ganz abgesehen von den aktuellen Benzinpreisen, soll die erste Edition eine halbe Millionen Euro kosten. Zudem ist das mit den Staus überfliegen doch nicht ganz so einfach. Man darf nicht von der Straße abheben, sondern nur von einem Flugplatz aus starten. Also ganz so wie bei James Bond ist es nicht.

Eine für die breite Bevölkerung realistischere Art der zukünftigen Fortbewegung sind Flugtaxis. Mehr als 100 Firmen arbeiten momentan daran, verschiedene Modelle zu entwickeln. Die fliegenden Taxis heben senkrecht ab und sind dadurch besser in Städten anwendbar. Sie sind wendig, haben jedoch meist wegen des Elektroantriebs nur eine geringe Reichweite von unter 50 km. Aber wenigstens müsste Ursula von Leyen dann keinen Privatjet mehr für den 50km kurzen Weg von Wien nach Bratislava nehmen. Vielleicht sollte die Firma sich mal mit ihr in Verbindung setzten. 

Unter anderem die deutsche Firma Volocopter oder auch Airbus haben bereits erste Testflüge hinter sich. Wie die meisten Flugtaxis in Entwicklung, bewegen sich auch diese mit Rotoren und fliegen autonom, also ohne Piloten. Auch perfekt für Ursula, die ja nun behauptet hat, sie hätte den Privatjet genommen, weil sie Angst vor Corona hat. Damit sie abheben können, muss das Gewicht möglichst gering gehalten werden. In den nächsten Jahren werden die bemannten Drohnen von Volocopter voraussichtlich unter anderem in Singapur in Benutzung kommen. Selbst in Deutschland sollen schon bald erste Flugtaxis am Frankfurter Flughafen in Betrieb gehen. Die Zukunftwird dann doch schneller real als man denkt. Doch wie umsetzbar ist diese Technologie wirklich? Kann man mit Flugtaxis den Verkehr entlasten oder gar ersetzen?

In ein Flugtaxi passen meist nur zwei bis drei Menschen. Ein Ersatz für den Verkehr kann es also eher nicht werden. Wenn ich mir vorstelle, dass auch nur ein Viertel des Verkehrs der Städte in die Luft verlagert wird, habe ich schon Angst, dass mir so ein Ding früher oder später auf den Kopf fällt, weil die Batterie plötzlich leer ist. Immerhin verdeckten sie dann die böse Sonneund die Erde hat vielleicht kein Fieber mehr. Sondern Schüttelfrost.

Okay, nein. Fassen wir zusammen: der Traum, dass wir alle irgendwann ein fliegendes Auto fahren bzw. fliegen wird wahrscheinlich nicht wahr. Denn wie soll der Verkehr in der Luft geregelt werden? Schwebende Ampeln? Leuchtzeichen? Ja gut, feste Strecken soll es geben, aber so viel Verkehr wie wir auf dem Boden schon haben – und selbst das funktioniert schon nicht so reibungslos – kann doch selbst mit festgelegten Strecken kaum in der Luft möglich sein. Aber Mal so ein Flug über die Stadt wäre trotzdem ganz cool.