ESC-Teilnehmerin erhielt Drohungen von antiisraelischer Boykottbewegung

Von Lucy Mai | Vor dem Finale des Eurovision Song Contest in Tel Aviv erhielt die irische Sängerin Sarah McTernan, welche den 18. Platz für ihr Land holte, von Mitgliedern der Anti-Israel-Boykottbewegung BDS zahlreiche Drohungen.
Erst nachdem sie damit an die Öffentlichkeit gegangen war, hörten die Drohungen auf.
In einem Interview mit der Tageszeitung Irish Sun sprach McTernan erstmals über die Einschüchterungskampagne.

Sie habe zahlreiche Drohungen in Form von Briefen und Schrecklichen Zusendungen im Internet bekommen.
Hunderte Personen hätten Messages geschickt und die schrecklichsten Sachen gesagt. Und dies sei erst der Anfang gewesen, so McTernan.
Auch im Vorfeld des ESCs war sie von Boykottaktivisten unter Druck gesetzt worden.
So hatten 19 prominente irische Homosexuelle sie in einem offenen Brief dazu aufgefordert, auf ihre Teilnahme zu verzichten.
Auch der irische Verband der Songschreiber, Komponisten und Autoren hatte sie zum Verzicht aufgefordert.

McTernan sei nach eigener Aussage nicht mehr mit den Drohungen und Beschimpfungen zurechtgekommen und habe das Internet tagelang gemieden.
Nachdem sie am 1. Juni in einem Interview über die beleidigenden Nachrichten und Drohungen gesprochen hatte, hörten die Drohbotschaften auf, wie die Irish Sun am 5. Juni berichtete.
Stattdessen habe die irische Sängerin viel Zuspruch erhalten.

Die für die Drohungen verantwortliche antiisraelische Boykottbewegung agiert seit Jahren nach demselben Muster. Immer wieder gerieten in der Vergangenheit wenig bekannte Künstler, welche in Israel auftreten wollen, in das Visier der Boykottbewegung.
Diese setzt die Künstler dann über soziale Netzwerke und die Presse massiv unter Druck.
Oft werden die Künstler dann in einem Brief, der angeblich von der Palästinensichen Zivilgesellschaft kommt, aufgefordert, sich dem Boykott zu beugen.
Wenn diese Künstler vor dem Konzert in Israel in Westeuropa auftreten, werden die Konzerte von Demonstranten mit Anti-Israel-Transparenten unterwandert.

Bei bekannten Musikern bleiben diese Boykottversuche oft wirkungslos.
Oft äußern sich Künstler in der Öffentlichkeit nicht dazu, jedoch werden die Drohungen auf der Bühne in Israel thematisiert.
So rief beispielsweise Elton John der Menge 2010 bei einem Konzert in Israel zu: “Nichts wird uns davon abhalten hierher zu kommen, Baby!“.

Einer der wenigen Künstler, der sich in der Presse zu den Drohungen äußerte, war Radiohead-Sänger Thom Yorke. So sagte dieser dem Rolling Stone, dass es zutiefst respektlos sei, anzunehmen, dass sie entweder falsch informiert seien oder so zurückgeblieben seien, dass sie diese Entscheidungen nicht selbst treffen können.

Künstler wie Yorke und besonders McTernan verdienen jedenfalls den größten Respekt, weil sie ein Tabuthema angesprochen, und sich gegen die Kampagne der Boykottbewegung gestemmt haben.
Oft führt die Kampagne sogar zu Absagen von Konzerten, vor allem bei jungen Sängern. Beispielsweise sagte die damals 21-jährige Sängerin Lorde wegen des großen Drucks ein Konzert in Israel ab und auch ein irischer Tanzwettbewerb musste 2015 wegen der Drohungen abgesagt werden.

Mittlerweile gibt es aber auch Organisationen wie die CCFP (Creative Community for Peace), die ihren Sitz in Los Angeles hat und Musikern hilft, wenn diese in Israel spielen möchten.
Meist würden laut der CCFP Konzerte wegen des plötzlichen massiven Drucks abgesagt und nicht wegen der von der Boykottbewegung vorgebrachten Argumente.

2 Antworten

  1. karlchen sagt:

    Kaufe nicht beim Juden, spiele nicht in Israel… Schrecklich, wie ungebremst sich das wieder ausbreiten kann. Trotz allem Nie-wieder-Gerufe. Das macht mich immer wieder aufs Neue fassungslos.

  2. Kein Jebsen 🇩🇪🇮🇱 sagt:

    Das zeigt das wahre Gesicht dieser Bewegung.
    Niederträchtige Antisemiten, die Gewalt und Zwang für die Durchsetzung ihrer hasserfüllten Ideen einsetzen.