Erfurter KiTa verbietet Karnevalskostüme

Von Jan Schneider | Karneval oder Fasching, wie man in anderen Landesteilen sagt, ist eine der ältesten Traditionen, die es in Deutschland gibt. Während Jugendliche das Fest oft wegen des Saufens feiern, genießen die kleinsten das Fest, weil es für sie Spaß und eine Traumwelt kindlicher Phantasien bedeutet. In letzter Zeit gerieten Kostüme vor allem von Cowboys und Indianern ins Visier der Political Correctness, aber auch andere Motive wurden von Linken wegen angeblichen Rassismus kritisiert.

Eine KiTa in Erfurt, ironischerweise vom örtlichen ,,Studierendenwerk” betrieben, möchte das Verkleiden am Karnevalsfest nun gänzlich abschaffen. “Bitte verkleiden Sie Ihr
Kind am Rosenmontag und Faschingsdienstag nicht” heißt es in einem Brief an die Eltern. Bizarr: die Verantwortlichen selber scheinen die Intention der Kinder und die Wichtigkeit des Fests sogar zu verstehen: „Für Kinder ist Fasching ein Anliegen, sich in jemanden zu verwandeln, den sie als Held sehen, oder in eine Person, die sie selbst gerne sein möchten“, heißt es. Man erkenne beim Verkleiden an, „dass man Stereotype braucht, um die Komplexität der Welt zu reduzieren“.
Aber man möchte niemanden beleidigen und allen zeigen, wie tolerant man doch ist. Die nennen das „kultursensiblen Pädagogik“. Oder geht es doch nur darum, deutsches Brauchtum abzuschaffen? Ich frage mich nur: wo leben wir?

5 Antworten

  1. Erwin Gubbel sagt:

    Lieber Jan Schneider, Ihre Darstellung des Sachverhaltes ist so nicht richtig und den Sachverhalt verkürzend. Bitte lesen Sie noch einmal das Original:
    https://correctiv.org/wp-content/uploads/2020/01/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-15.03.02.png.

  2. n.reher sagt:

    Liebes Studentenwerk in Erfurt, ich sch***e auf political correctness, lasse mir nicht vorschreiben, was ich sagen, tun oder nicht darf! Und meine Tochter geht als Zigeunerin, mein Sohn als Indianer und ich selbst als Negerkuss – denn die Süssigkeit liebe ich seit Kindersbeinen an. Und was soll ich sagen: das Studentenwerk bekommt eine Hochglanzaufnahme von uns Dreien in Kostümen zugeschickt! Damit ihr seht, was euch in eurem freudlosen Dasein entgeht. Was seid ihr doch für ein armseeliges Häufchen, frustriert und wahrscheinlich grau im Gesicht von Magengeschwüren, durch das dauernde Grübeln, wie man das Leben noch trostloser machen kann – egal, euer Problem. Aber eure Kinder tun mir einfach nur leid!

  3. Pernod sagt:

    Liebes Studierendenwerk, wenn dem so ist, dann bitte selber mit gutem Beispiel vorangehen und dafür plädieren, dass beim nächsten Regenbogen-Strassenumzug auf jegliche Verkleidung, Schminke, Leder, Fetisch etc. verzichtet werden soll, denn schliesslich erkenne man doch beim Verkleiden an, dass man Stereotype braucht, um die Komplexität der Welt zu reduzieren. Ausserdem können sich durch solche Verkleidungen Minderheiten ausgegrenzt und diskriminiert fühlen (u.a. Menschen mit einer Lederallergie).

  4. NG sagt:

    Es ist wirklich unfassbar! Ich als Kind habe es geliebt mich an Fasching zu verkleiden. Bei uns war es eines der Highlights im Jahr. Vor allem immer wieder zu sehen, wie kreativ die einzelnen Freunde waren und die verschiedenen Kostüme von Geheimagent bis Astronaut sind mir immer noch im Gedächtnis geblieben. Schade, dass man den Kindern diese schönen Momente aufgrund von “Rassismus” oder “Political Correctness” nehmen will…

  1. 27. Januar 2020

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