Eine Welt ohne Autos – eine düstere Zukunft

Von Marikka Wiemann | Eine Welt ohne Autos mit Verbrennermotoren, wäre das nicht herrlich? Ohne verdreckte Luft, laute, quietschende Reifen und stundenlanges Stehen im Stau. Die einzige Möglichkeiten zu reisen, wären Bus und Bahn – ach, was rede ich E-Autos, Lastenräder und E-Scooter. Die Welt könnte so ein wunderbar CO2-neutraler Ort werden. Was für eine utopische und unrealistische Vorstellung! Es gibt gute Gründe ein Auto zu nutzen, sei es um unabhängig von einem Ort zum anderen zu kommen, Zeit zu sparen oder weil es ganz einfach bequemer ist.

Und ja, ich weiß – ich höre mich gerade wie der letzte Boomer an. Vielleicht bin ich das ja auch, obwohl ich die 30 noch nicht einmal erreicht habe. Aber lieber das, als ein weltfremder Klimafetischist, der in einer Großstadt mit gut ausgebautem Verkehrsnetz wohnt und sich deswegen keine Sorgen machen muss, wie er von A nach B kommt.
Denn mal ganz ehrlich: welcher Dorfbewohner hat die Möglichkeit, ohne Auto schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen? Und nein, mit der Pferdekutsche zu fahren ist keine Option. Also keine Ahnung wie sich die Grüne Jugend die Fortbewegung vorstellt, wenn sie kreative Ideen wie z.B. den Stopp des Autobahnbaus entwickelt. Sollen vielleicht alle Pendler deswegen jetzt Bahn fahren?

Der Nahverkehr erreicht schon unter „normalen“ Bedingungen häufig nicht pünktlich sein Ziel und zu bestimmten Uhrzeiten sind die Busse und Bahnen so gefüllt, dass man über einen „1,5-Meter-Abstand“ gar nicht nachzudenken braucht. Wenn ich früh morgens gegen viertel vor sieben in die Schule fahre, ist die Citybahn so gefüllt, dass ich mich freue, wenn ich noch einen Stehplatz bekomme, an dem ich nicht zwischen Rucksäcken und Wildfremden eingequetscht werde. Würde die Bahn häufiger kommen, wäre das kein Problem. Ich will mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn die Leute das Auto gar nicht mehr nutzen und ausschließlich Bahn fahren würden.
Im Übrigen ist die Infrastruktur in den meisten Dörfern sehr spärlich.

Mein Auto bedeutet Unabhängigkeit und Spontanität.

Ein Beispiel: ungefähr zwanzig Meter vom Haus meiner Eltern entfernt, befindet sich eine Bushaltestelle, an der dummerweise nur viermal am Tag ein Bus hält. Das heißt, ich hatte, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, die Wahl, entweder zwanzig Minuten zur nächsten Haltestelle zu laufen oder mich in Stadt fahren zu lassen.
Mittlerweile bin ich in der komfortablen Lage zu wählen, welches Fortbewegungsmittel ich nutzen möchte. Mein Auto bedeutet Unabhängigkeit und Spontanität. Ich bin nicht gezwungen, stundenlang auf die Bahn zu warten, die wieder aus irgendeinem Grund Verspätung hat, und muss meine Tagesplanung auch nicht dem Fahrplan anpassen.

Ich frage mich immer wieder woher diese Freude und dieser Eifer kommen, anderen Menschen vorschreiben zu wollen, was sie zu tun und zu lassen haben. Neid auf Wohlstand kann es nicht sein, denn der Großteil der grünen Wählerschaft bezieht ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Wenn es also nicht Neid ist, dann kann es nur Machtgeilheit oder das religiös anmutende Ausüben der Klimareligion sein. Anders kann ich mir dieses Verhalten nicht erklären.

Leider sieht die Zukunft der Autos mit Verbrennermotoren eher düster aus. Hier nur einige Beispiele: die EU plant ab 2035 keine Verbrenner mehr neu zuzulassen, in Spanien sollen ab 2050 keine Verbrenner-Autos mehr auf öffentlichen Straßen fahren dürfen und in Paris soll das Verbot für Dieselautos sogar schon ab 2024 gelten.
Bis die EU ihre Ideen in die Tat umsetzt, wird es hoffentlich noch ein paar Jahre dauern und bis dahin werde ich mit meinem kleinen Auto durch die Gegend fahren wie ich Spaß dran habe (und das Benzin bezahlbar ist).

2 Antworten

  1. Antonio Espinosa sagt:

    Mein Tipp:
    Oldtimer mit H-Kennzeichen besorgen (1990 oder älter, Klein- oder Mittelklasse günstig zu bekommen) und die Vorteile genießen
    – Fahrverbote unwahrscheinlich, da betuchte ‘SL-Fahrer’ mit ihrer Lobby Ausnahmeregelungen immer verteidigen werden
    – kein nerviger und reperaturanfälliger Elektronik-Schnickschnack
    – Dank einfacherer Technik kann vieles auch ohne Werkstatt behoben werden
    – keine im Fzg. verbauten Kameras, Aufzeichnungsgeräte und Überwachungstechnolgie
    – niedrigere Kfz-Steuer
    – Hingucker, Fahrspaß, Charme des Retro-Designs, Sympathieträger
    – trotz etwas höheren Verbrauchs besserer ökologischer Fußabdruck wg. der langjährigen Gesamt-Nutzung über 35 bis 40 Jahre
    – und wenn er absolut nicht mehr will, als Ersatzteilsspender ganz oder einzeln wiederverkaufen, Wertverlust fast Null
    (….)

  2. Johann Thiel sagt:

    Wer Auto oder Führerschein ablehnt, der lehnt auch persönliche Freiheit ab, bzw. dem ist sie nicht genug wert, um für diese Kosten, Verantwortung und Mühen zu übernehmen.

    Ein Auto ist viel mehr als nur Fortbewegungsmittel. Es ist die Möglichkeit die Welt auf ganz eigene unabhängige und spontane Weise zu erleben. Nur mit einem Auto kann man dies auch ganz allein zu tun und ist damit auf nichts und niemanden angewiesen. Auto zu fahren ist ein Statement, für Freiheit, Individualität und wenn man es möchte auch für Leistungswillen, Status und nicht zuletzt Schönheit.

    In einem Satz, Autofahren ist anti-sozialistisch, deswegen wird es so bekämpft. Ein Grund mehr, Auto zu fahren.