E-Scooter – mehr Fluch als Segen

Von Gesche Javelin | Wie eine Invasion übernehmen die E-Scooter mittlerweile die Straßen der Städte. Überall stehen sie an den Straßenrändern, aber leider nicht nur da. Im Rhein wurden um die 500 E-Scooter gefunden, sie liegen auf Gehwegen, in Einfahrten, in den Stadtparks. Achtlos zur Seite geschmissen. Ganz nach dem Motto „gehört ja nicht mir, also ist es ja auch nicht meine Verantwortung“. Dass der Staat das bezahlt und somit auch wir, wird vergessen.

Der Nutzen für die Gesellschaft beziehungsweise für die Umwelt lässt auch zu wünschen übrig. Bei der Herstellung der Lithium-Akkus verschmutzen Chemikalien und Schwermetalle die Umwelt. Außerdem ist beim Kobaltbergbau bekannt, dass häufig Kinderarbeit und Ausbeutung stattfindet. Die Entsorgung der Lithium-Akkus ist sehr gefährlich, da die Akkus leicht entzündlich sind und sich schwer löschen lassen. Dies stellt nicht nur bei der Entsorgung ein Problem dar. Inzwischen sind schon mehrere Fälle von brennenden E-Scootern auch in privaten Haushalten bekannt.

Auch den Autoverkehr in der Stadt, den sie ersetzen sollen, behindern sie eher. Sie ersetzen meist die Fuß- und Fahrradstrecken. Immerhin bringen sie dadurch vielleicht einen kleinen wirtschaftlichen Nutzen: Ein paar Besuche mehr im Fitnessstudio, weil die Menschen noch nicht mal mehr den Weg von der Bushaltestelle zur Wohnung zu Fuß machen, das Krankenhaus hat ein paar mehr Patienten und auch die Polizei ist öfter im Einsatz. Die E-Scooter werden schnell im Straßenverkehr übersehen und in Fußgängerzonen gefahren, wo es eigentlich verboten ist.

Also ich fahre ich da lieber mein gutes altes Fahrrad, um wenigstens ein bisschen Bewegung zu bekommen. Das sieht auch nicht so albern aus, wie die erwachsenen Männer, die man aktuell auf Rollern durch die Stadt gurken sieht.