Diskriminierung von Russlanddeutschen – die deutsche Liebe zur Ausgrenzung bleibt

Von Jonas Kürsch | Seit etwas mehr als einem Jahr müssen die ungeimpften Bürger dieses Landes nun schon eine Welle der Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer individuellen Entscheidung gegen das Impfangebot der Bundesregierung erleiden. Sie werden von der Politik als „Sozialschädlinge“ beschimpft, durch willkürliche Test- und Zugangsverordnungen drangsaliert und mit Berufsverboten oder Zwangsgeldern bedroht. Das wirklich erschreckende daran sind aber nicht die drastischen Maßnahmen, sondern die Nonchalance, mit der ein großer Teil der deutschen Bevölkerung sich diesem Kult rund um den ungeimpften Sündenbock unterwirft und fleißig an der Mär des „unsolidarischen“ Impfgegners mitarbeitet.

Ein Kult, der sich nicht allein auf Corona zu beschränken scheint. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich nämlich ein neuer, zweiter Sündenbock aufgetan, der in unserem Land zunehmend abgewertet und ausgeschlossen wird: die Russlanddeutschen oder in Deutschland lebende Russen. Seither hört man immer wieder von Fällen in denen russische Läden beschädigt, Leute beleidigt oder aktiv ausgegrenzt wurden. Wie etwa in Südbayern, wo ein Wirt einem Gast mit russischen Wurzeln den Zutritt verwehren wollte. Oder im Münchner Universitätsklinikum, wo eine Professorin die Behandlung russischer Patienten abgelehnt haben soll. Nach starken Protesten sollen sich zwar sowohl der Gastwirt als auch die Professorin öffentlich entschuldigt haben, trotzdem zeigt sich deutlich welche gesellschaftspolitischen Auswüchse die Corona-Politik der letzten Jahre zu verantworten hat.


Deutscher Haltungswahn wider der Vernunft

Den Haltungswahn der deutschen Moralisten haben auch der Chefdirigent Valery Gergiev und die in Deutschland auftretende Opernsängerin Anna Netrebko am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Beide Künstler wurden aufgrund ihrer beachtlichen Leistungen in der Kulturbranche vom Kreml – und somit auch von Vladimir Putin – im Rahmen ihrer Karriere gewürdigt. Nun haben die Mainstream-Medien und diverse Politiker die beiden dazu aufgefordert sich unmissverständlich vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und vom Kreml zu distanzieren. Valery Gergiev weigerte sich den Aufforderungen nachzukommen und wurde kurzerhand vom Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) aus seinen Verantwortungen entlassen.

Anna Netrebko äußerte sich zurückhaltend über den Konflikt, merkte allerdings klar an, dass es falsch sei von Kulturschaffenden mit solchem Nachdruck eine politische Stellungnahme zu verlangen. Vor allem wenn das bedeutet, sein Heimatland öffentlich zu diffamieren und dafür Sanktionen befürchten zu müssen. Die Opernsängerin kündigte deshalb an, in naher Zukunft nicht mehr öffentlich auftreten zu wollen.

Der Umgang mit den beiden Künstlern ist nichts anderes als Ausdruck der Cancel Culture – die schon in den Vereinigten Staaten dazu führte, dass die Karrieren etlicher Künstler vom einen auf den anderen Moment beendet wurden. Wer sich nicht der Bewegung der Mehrheit beugt, gilt als Verräter der „liberalen Werte“ und wird mundtot gemacht. Genau wie Leute mit sogenannter „Kontaktschuld“, die man auch Gergiev und Netrebko aufgrund ihrer russischen Abstammung nachsagt. Hier reicht allein die Bekanntschaft mit einem Sittenbrecher, um für dessen Vergehen schuldig gesprochen zu werden.


Bundesregierung spricht sich gegen die Diskriminierung Russlanddeutscher aus

Diverse Mitglieder der Bundesregierung haben sich inzwischen klar gegen die Diskriminierung von Russlanddeutschen ausgesprochen – unter anderem Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und Kulturstaatsministerin Claudia Roth (B’90/Die Grünen). Laut ihnen ist der Boykott russischer Kulturgüter nicht der richtige Weg. Schön und gut, wir sollten aber nicht vergessen, dass es gerade linke Ideologen wie Nancy Faeser und Claudia Roth waren, welche die öffentliche Diffamierung und Ausgrenzung von Ungeimpften in unserem Land salonfähig gemacht haben. Faeser wollte noch im September des vergangenen Jahres „mehr Druck auf Ungeimpfte“ ausüben, um die Impfquote gewaltsam zu erhöhen.

Über zwei Jahre wurde die Diskriminierung unschuldiger Menschen durch hohe Regierungsbeamte nicht nur geduldet, sondern aktiv mit betrieben. Die Früchte dieser Politik dürfen nun, wie auch sonst, die Bürger dieses Landes ernten. Wir hatten die große Ehre, zwei so talentierte und weltbewegende Künstler wie Anna Netrebko und Valery Gergiev in unserem Land begrüßen zu dürfen und haben die Gelegenheit des kulturellen Austauschs aufgrund unseres blinden Haltungswahns völlig zunichte gemacht wird. Ein Vergehen an der Kunst – und eine Drangsalierung unschuldiger Bürger.

 


„Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“
   – Aus Johann Wolfgang von Goethes „Der Zauberlehrling“

1 Antwort

  1. Lucy sagt:

    …. Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt…..