Die unglaubliche Geschichte der Gender-Theorie

Von Daniela Wagner | Eine zentrale These der Gender-Theorie ist, dass das Geschlecht hauptsächlich sozial konstruiert sei. Der Vordenker dieser Theorie ist der Psychologieprofessor John Money. Die heute im Bereich Gender Studies allgegenwärtigen Begriffe Geschlechtsidentität und Geschlechterrolle gehen auf Money zurück. Er wurde im Jahr 1975 von Alice Schwarzer als eine der „wenigen Ausnahmen, die nicht manipulieren, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht werden“ beschrieben. Als Beweis für die soziale Konstruktion des Geschlechts wurde vor allem in den 70er Jahren der Fall der Reimer-Zwillinge verwendet. Das Magazin Time feierte das Experiment: „Dieser dramatische Fall unterstützt eine wichtige Behauptung der Frauenbewegung: dass konventionelle Muster männlichen und weiblichen Verhaltens sich verändern lassen.“
Doch aus wissenschaftlicher Perspektive ist es äußerst fragwürdig sich zur Verifizierung einer These auf lediglich ein einziges Experiment zu stützen. Zudem ist es wichtig zu konstatieren, dass dieses Experiment absolut gescheitert ist. 

Die Reimer-Zwillinge wurden im Kleinkindalter beschnitten. Bei Bruce, einem der beiden Jungen, wurden dabei der Penis und die Hoden so schwer verbrannt, dass sie amputiert werden mussten. Die verzweifelten Eltern wandten sich danach an John Money, der behauptete, dass das Geschlecht bis zum dritten Lebensjahr beliebig änderbar sei. Für ihn waren die Zwillinge das perfekte Experiment. Bei Bruce wurde eine Geschlechtsumwandlung durchgeführt und er bekam den Namen Brenda. Money verlangte von den Eltern Brenda in Unkenntnis darüber zu lassen, dass sie als Junge geboren wurde. 

Anfangs schien das Experiment geglückt. Brenda war ordentlicher als ihr Bruder und schien sich als Mädchen zu identifizieren. Mit Beginn der Pubertät begannen jedoch die Probleme. Im Alter von 13 Jahren hatte Brenda Suizidgedanken. Sie urinierte im Stehen und sträubte sich gegen den ersten Versuch der Mutter ihr ein Kleid anzuziehen. In der Schule prügelte sie sich mit Klassenkameraden und hatte kaum Freunde. [

John Money fürchtete, dass sein Experiment scheitert und versuchte dies mit allen Mitteln zu verhindern. Die Zwillinge berichteten von traumatisierenden Ereignissen während der Therapiesitzungen. Money forderte die Zwillinge auf Sexstellungen auf seinem Sofa zu simulieren. Zudem zeigte er den beiden sexuelle Bilder, die eine zentrale Rolle während der Therapiesitzungen spielten. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Money die Ansicht vertrat, dass auf Gegenseitigkeit beruhende sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern, nicht pathologisch seien.[

Schließlich brach der Vater das Schweigen und erzählte Brenda alles. Sie entschloss sich eine erneute Geschlechtsumwandlung durchzuführen und nahm den Namen David an. David traf sich mit dem Journalisten John Colapinto, dem er seine Geschichte erzählte. Er lernte eine Frau mit 3 Kindern kennen, die er heiratete und deren Kinder er adoptierte. In seinen Dreißigern wurde David jedoch depressiv. Er verlor seinen Job und seine Frau trennte sich von ihm. Sein Bruder litt an Schizophrenie und kam durch eine Medikamentenüberdosis ums Leben. Zwei Jahre später beging David Suizid.

John Money äußerte sich bis zu seinem Tod nicht über den Ausgang des Experiments. Alice Schwarzer suchte nach dem Selbstmord von David Reimer lieber beim Journalisten John Colapinto die Schuld statt bei John Money. Der Grund: Colapinto hätte nicht genügend Rücksicht genommen. Außerdem relativierte sie die Taten Moneys dadurch, dass David und der Psychologieprofessor 22 Jahre vor seinem Tod keinen Kontakt hatten. [

Dass das Geschlecht hauptsächlich durch soziale Faktoren konstruiert wird, wird durch empirische Forschungsergebnisse nicht bestätigt. Kinder im Alter von 9 Monaten spielen lieber mit geschlechterspezifischen Spielzeugen. Eine Ad-hoc-Hypothese von Vertretern der Gender-Theorie wäre dann wahrscheinlich, dass Kinder ja schon im Alter von 9 Monaten durch das weiße Cis-Patriachat geprägt wurden. Dagegen spricht das Ergebnis einer Studie an Neugeboren, laut dieser schon kurz nach der Geburt Geschlechterunterschiede im Verhalten bestehen. Jungs interessieren sich tendenziell eher für mechanisch-technische Objekte und Mädchen eher für Gesichter. Auch weibliche und männliche Rhesusaffen zeigten ähnliche Präferenzen. Während männliche Rhesusaffen bevorzugt bereifte Spielzeuge benutzten, gab es bei den Weibchen eine größere Varianz hinsichtlich der Vorlieben. [Sind die Geschlechter auch bei Rhesusaffen lediglich soziale Konstrukte?

Zusätzlich sprechen einige Untersuchungen gegen die häufig im linken Milieu vertretene Annahme, dass Geschlechterunterschiede abnehmen, sobald die Gesellschaft egalitärer wird. Eine Studie mit mehr als 23.000 Teilnehmern aus 23 Ländern kam zu dem Ergebnis, dass die Geschlechterunterschiede bezüglich Charaktereigenschaften in egalitäreren Ländern größer ausfielen. Eine weitere Studie mit mehr als 450.000 Teilnehmern aus 67 Ländern untersuchte Geschlechterunterschiede bei der Studienfachwahl. Länder mit einem höheren Gender-Equality-Index tendierten zu einem stärker ausgeprägten Geschlechterungleichgewicht in den MINT-Fächern. 

Der Beweis für die Kernthese der Gender Studies steht demnach bisher aus. Dem Begründer, John Money, war die Aufrechterhaltung seiner Ideologie wichtiger als das Wohl der Kinder, an denen er herumexperimentierte. Bekannte Feministinnen wie Alice Schwarzer bagatellisieren seine Taten noch heute. 

Zur weiteren Vertiefung haben wir hier Quellen der Autorin verlinkt:

https://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-der-kleine-unterschied-1329701-p4.html

https://www.emma.de/artikel/der-sehr-kleine-unterschied-265377

https://www.sciencedaily.com/releases/2016/07/160715114739.htm

https://www.math.kth.se/matstat/gru/5b1501/F/sex.pdf

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2583786/

https://pdfs.semanticscholar.org/2c15/f86a318c103eb3422423dec1b3eb494a6f8f.pdf

https://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/vollanzeige.html?FId=1140660

3 Antworten

  1. N. Reher sagt:

    Mann und Frau sind gleichberechtigt, aber nicht gleich! Die Gewebestruktur des Körpers differiert, das Gehirn ist anders aufgebaut und für beides gibt es wissenschaftliche unwiderlegbare Beweise! Dazu hat die Evolution beigetragen, dass Männlein und Weiblein unterschiedlich ticken. Die Männer schwangen die Keule, wenn Angriffe erfolgten, die Frauen krallten sich die Säuglinge und brachten sich in Sicherheit. Die Kerle sorgten intuitiv für Mammutfleisch, während die Weiber nur das Aufziehen und Sichern des Nachwuchses im Kopf hatten. Andernfalls würde es uns, ihre Urahnen nicht geben. Der Stamm der Amazonen hat es ja wohl schon mal wie die depperten Genderfanatiker versucht – und ist offensichtlich kläglich gescheitert.
    Das ganze derzeitliche Übel in der “zivilisierten” westeuropäischen Welt kommt eindeutig von militanten Emanzen, die wohl über sich als Frau hinaus ticken. Sie beherrschen mittlerweile Großteile der Politik und es gibt nichts fürchterliches, als hassende, zumindest mit den primären weiblichen Geschlechtsmerkmalen ausgestattete weibliche Wesen!

  2. dasLinkeParadox sagt:

    Auf YT gibts ne hervorragende Doku zum Thema “Die Grünen und die Frühsexualisierung”.
    Dort wird u.a. auch dieser barbarische Menschenversuch mit Original-Bildern/Interviews von David (Zwangs-Brenda) Remmer beleuchtet. Schwer zu ertragen das alles, trotzdem eine wichtige und äusserst erhellende Doku.

  1. 3. Januar 2020

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