Die neuen Alliierten

Von Max Zimmer | Es ist offiziell: der konservative Brexit-Befürworter Boris Johnson ist designierter Premierminister Großbritanniens.

Damit betritt ein Trumpfreund und EU-Gegner die Bühne der Weltpolitik, der – genau wie sein amerikanischer Amtskollege – bereits im Vorhinein von den deutschen Haltungsmedien als nicht ernstzunehmender Feind Europas stilisiert wurde. 

Die Moralmaschine in den deutschen Redaktionen läuft aktuell auf Hochtouren.  Zu der antiamerikanischen Rhetorik gegen Donald Trump kommt jetzt auch eine feindliche Stimmung gegen Großbritannien.  Während Deutschland Europa über die EU kontrollieren will – und damit zurecht die Wut jener Völker auf Berlin zieht – kommen zum bösen Mann im Kreml jetzt auch noch die bösen Männer in London und Washington hinzu – irgendwie ein Dejá-vù.

Deutschland alleine gegen die ganze Welt, was soll schon schiefgehen?

Unterdessen wächst auch der Unmut auf dem europäischen Festland: In Italien lässt sich Salvini nichts mehr diktieren, in Frankreich attackieren die Gelbwesten Merkels letzten treuen Freund Macron (und er verliert eine Wahl nach der anderen) und die Visegrad-Staaten sind sowieso schon lange beim Teufel – man könnte die Liste lange weiterführen.

Die  Länder der westlichen Welt lösen sich aus dem Würgegriff des Deutschen Moralimperialismus und Deutschland wirkt wie ein Autofahrer, der voller Selbstvertrauen in die falsche Richtung fährt und sich über die ganzen Geisterfahrer beschwert. 

Während bei uns in Deutschland über einen “nationalen Konsens“ gestritten, und die Beschneidung der Meinungsfreiheit im Kampf gegen “Klimaleugner, Menschenfeinde, Hass und Hetze“ gefordert wird, richten sich die gefestigten Demokratien des Westens gegen diesen deutschen Kurs. Der Wind dreht sich, noch ist es nicht zu spät, auch den deutschen Kurs zu ändern.

2 Antworten

  1. Karl Krumhardt sagt:

    Schöner Artikel. Und: Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Zimmer!!!

  1. 24. Juli 2019

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