Die Ideologienquote

Von Marvin Wank | Gilt in der deutschen Politik nicht die Faustregel, dass CDU und CSU grundsätzlich immer das richtige fordern, nur stets 20 Jahre zu spät? Wenn die Union nun ernsthaft in Erwägung zieht, eine Frauenquote einzuführen, dann stellt sich doch die Frage, wie zeitgemäß diese Idee noch ist. Wer sind wir, wenn wir im Jahr 2020 die Deutschen in gerade einmal 2 Geschlechter teilen? Welche Gesellschaft soll das abbilden?

Nein, das moderne Deutschland ist viel diverser. Vorbei sind die Zeiten von Loriot, als der tiefste Graben der Gesellschaft noch zwischen Männlein und Weiblein verlief. Stattdessen wird das Land heute von Ideologien gespalten: Gesamt- vs. Durchschnittsnutzenmaximierer, Gnostiker vs. Agnostiker, Stoiker vs Epikureisten…
Um diese endlich zu versöhnen, die Nation zu einen und wahre Gerechtigkeit zu schaffen fordere ich das einzig logische: Eine totale Ideologienquote. Und damit diese auch ihren gewünschten Effekt erzielt, muss unser gesamtes System an ihr ausgerichtet werden.

Um die Aufteilung der Quote zu bestimmen bräuchten wir Daten. Bei der Frauenqote kämen die vom 10 Jahre durchgeführten Zensus. Die eigene Philosophie ändert sich jedoch öfter als das Geschlecht – zumindest bei den meisten. Deswegen müsste die Ideologiezählung häufiger erfolgen, sagen wir alle 4-5 Jahre.

Dann wird es schmerzhaft: Damit wir mit den Ergebnisen auch etwas anfangen könne, müssen wir sie begrenzen. Der Statistiker spricht hier von einem Konfidenzintervall, üblicherweiße wird es mit 95% angelegt. Die restlichen 5% der Umfragergebnisse müssten leider für ungültig erklärt und ignoriert werden.

Aus den gültigen 95% des Ideologiezensus würden dann Räte gebildet werden. In diese Räte schickten die Anhänger der verschiedenen Philosophieschulen dann ihre gebildetsten, wortgewandtesten oder einfach beliebtesten Vertreter. Diese Botschafter der Ideologien würden sich dann in einem großen Saal versammeln, über die verschiedensten Forderungen ihrer Weltanschauung miteinander debattieren und dann per Abstimmung mit den anderen Räten Entscheidungen treffen. Diese wären dann für das ganze Volk gültig.

Ich gebe zu, die Idee ist radikal. Und natürlich wären die Ergebnisse nicht immer für alle zufriedenstellend. Aber immerhin wurde die Macht ja gerecht unter den Ideologien aufgeteilt. Es wäre vielleicht immernoch kein gutes System, aber immerhin besser als all die anderen Systeme, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.

Und wenn ich so darüber nachdenke: Eigentlich kommt mir die Idee doch ziemlich bekannt vor…

1 Antwort

  1. karlchen sagt:

    😅