Die bärtige Maria: Woke Weihnachten 

Von Max Zimmermann | Weihnachten war bislang das Fest der Christen. Eine besinnliche Zeit, in der man – nach christlichem Glauben – der Geburt des Herrn und Erlösers Jesus Christus gedacht und sich auf seine Werte besinnt hat: Nächstenliebe, friedlicher Umgang mit seinen Mitmenschen, Teilen und gemeinsame Zeit mit den Menschen, die einem am wichtigsten sind. Aber was wäre denn die moderne Linke des Jahres 2021, wenn sie es nicht vollbrächte, auch dieses klassische Fest der westlichen Welt für ihre woke, postmoderne Agenda umzudeuten? 

Maria – die Frau des Zimmermanns Josef und Mutter von Jesus von Nazareth – mit einem Bart, der wohl das Aufbrechen von Geschlechterrollen symbolisiert. Nach linker Lesart schafft er einen Platz für nonbinäre Geschlechtsidentitäten, für Menschen, die weder Mann noch Frau sein wollen. Diese woke Interpretation der Weihnachtsgeschichte liefert nun der Schauspieler Riccardo Simonetti, der auf dem Cover des Magazins „Siegessäule“ (das sich an eine „queere“ Community richtet) als eine bärtige Maria posiert. Nach eigener Aussage wolle er niemanden für seinen Glauben durch den Kakao ziehen, man könne Maria aber auch als eine genderunkonforme Person darstellen. Jeder müsse sich laut Simonetti in der Mutter Gottes wiederfinden können, keiner habe das Recht, ein Gottesbild für sich zu pachten.

Die Uminterpretation zentraler Aspekte europäischer Kultur sind zentraler Bestandteil des linksprogressiven „Kulturkampfs“, wie sie es selbst verstehen. Die unterdrückerische „weiße, heteronormative Gesellschaft“ ist, laut prägender Theorie jener politischen Kräfte, der Hauptfeind, den man bekämpfen müsse, um verschiedenste Minderheiten aus ihrer vermeintlichen Unterdrückung zu befreien. Mit so einem noblen Ziel im Gepäck, kann man natürlich auch vor dem Weihnachtsfest nicht halt machen, ist die Ausprägung seiner Traditionen ein Produkt eben jener weißer, heteronormativer Aggression, die man zu bekämpfen versucht. Was man natürlich nicht sehen kann, wenn man wie Simonetti ignorant auf etwas herabschaut, das man selbst für so widerlich konservativ hält: Maria ist wohl die einzige Frau im neuen Testament, die eine wirklich tragende Rolle spielt. Und ausgerechnet sie muss jetzt auch noch ein Mann werden – das ist wohl diese „Progressivität“ von der alle sprechen.

Entsprechend ist es ja nur folgerichtig, Maria endlich einen Bart zu verpassen, um auch die Mutter Jesu in das „woke“, das „aufgewachte“ Weltbild zu integrieren. Nonbinär, Multiracial und „Unterdrückungsmechanismen“ hinterfragend ist das moderne Weihnachtsfest. Jetzt fehlt nur noch der schwule, schwarze Weihnachtsmann, dann ist das große Finale über die Gemeinheiten des weißen Westens gesichert.

1 Antwort

  1. Ariane Silbermehr sagt:

    Welche Hybris, sich mit der Mutter Gottes zu vergleichen, sich in der Mutter Gottes “wiederfinden” zu wollen.
    Es gibt nur eine Frau – und ja, es war ohne Zweifel und eindeutig eine Frau – die das Privileg und die Bürde hatte, den Sohn Gottes zu empfangen und zu gebären. Die Bürde, weil sie ihn begraben musste; das Schlimmste für eine Mutter ist, wenn sie ihr eigenes Kind nicht nur leiden sehen, sondern auch noch begraben muss. Sie brachte, aus Sicht einer Mutter, das ultimative Opfer.
    Maria ist die Mutter Gottes: nicht weniger, aber auch nicht mehr! Die Mutter Gottes, nicht Gott selbst!
    Deshalb bitten wir sie um Fürbitte für uns selbst und andere; wir beten sie nicht direkt an, wie wir es mit Gott tun. Das wird im Rosenkranzgebet sehr deutlich. Wir gedenken ihrer in der Andacht.
    Maria war weder lesbisch, noch binär, noch hatte sie das Gefühl, im falschen Körper zu leben. Sie war ein Mensch, eine Frau und ohne jeden Zweifel heterosexuell, ob das der woken Community jetzt passt oder nicht und es ist eine Anmaßung, ihr irgendetwas anderes zuzuschreiben oder zu unterstellen.
    Es geht nicht darum, Schwule, Lesben, Binäre oder keine Ahnung, wen sonst noch abzuwerten oder zu diskriminieren. Es geht um die Tatsache, das Maria das alles eben nicht war.
    Es wäre eine Anmaßung, sich mit ihr identifizieren zu wollen. Es gibt nur EINE Mutter Gottes, nämlich Maria, und das sind wir alle ausnahmslos nicht!