Die Autoindustrie von heute: grün, grüner, am grünsten 

Von Johanna Beckmann | Deutschland ist ein Land, welches bekannt für die Produktion der besten Autos ist. Noch. Dieser Industriezweig erlangte seinen hohen Rang in den 1920ern. Nur wenige wissen, dass die goldenen Zwanziger nicht nur die Blütezeit der Kunst und Kultur, sondern auch der Autoindustrie waren. Wie alles anfing: Nach dem ersten Weltkrieg kam die Weltwirtschaftskrise. Diese war tatsächlich ein Segen für die deutsche Autoindustrie, denn das Geld verlor den Wert. Es hatte für die Menschen keinen Sinn mehr Geld zu sparen. Aus diesem Grund gaben sie es aus, zum Beispiel für Autos.

Außerdem stellten nach dem ersten Weltkrieg viele Hersteller die Produktion von Waffen auf Karosseriebleche und Motoren um. Von dieser Entwicklung wollten viele Autokonzerne profitiere, das führte zu einem großen Konkurrenzkampf der Firmen. Hier waren die Mottos schnell, schneller, am schnellsten und  groß, größer, am größten. Für die Kunden hieß dies allerdings nur mehr Auswahl. Ab 1921 wurde ein sehr großer Wert auf moderne Designs und Innovation gelegt. Maybach, Horch, Audi und auch Opel bauten nun Luxuslimousinen. Die Krönung der Autoschöpfung war jedoch der 6,5 Meter lange Bugatti Royale. Bei Autos wie dem Alfa Romeo 20/30 HP, gab es sogar eine teure Sportversion. In Frankreich brachte Peugeot mit dem Typ 156 sein erstes großes Automobil nach dem Beginn des 1. Weltkriegs auf den Markt. Der Typ 156 war etwas für jeden, denn es gab ihn als Limousine, als eine mit höhengelegter Motorhaube versehende Torpedo Version, als Cabriolet und als Coupé. 1926 wurde sogar der Mercedes- Benz Typ S vorgestellt. Seine Motoren sollten sogar 220 PS erreichen.

Nicht nur bei dem Kauf eines Autos wurde viel Wert auf Schnelligkeit gelegt, auch Motorsport begeisterte die Bevölkerung. In Berlin eröffnete am 24. September 1921 die AVUS. AVUS, steht für Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße. Sie ist eine zehn Kilometer lange Straße, die sich durch Grunewald bis zum Berliner Funkturm zieht. Die AVUS war die erste Straße in Europa auf der ausschließlich Autos fahren durften und Deutschlands erste Rennstrecke. Früher durfte man dort so schnell fahren, wie das Auto fahren konnte. Damit wollte man dem Osten zeigen, wie schnell es im Westen zuging.

Auch die Tankstellen entwickelten sich in den 20ern weiter. Zuvor kaufte man seinen Sprit in der Apotheke. Später erhielt man ihn in Drogerien, Fahrradhandlungen oder Kolonialwarenläden. Hier erwarb man Sprit allerdings im Fass. Ganz schön nervig immer beim TankenFässer tragen zu müssen, oder? Deswegen entstanden in den 20ern die ersten Zapfenlagen. Hier konnte der Sprit dann direkt in das Auto gepumpt werden. In Hannover eröffnete 1922  die erste Tankstelle. Im Vergleich zu heute war diese Tankstelle sehr öde, keine Kekse oder Zeitungen. Außer Sprit gab es dort nur Schmierstoffe. Erst 1927 wurde es spannender, dann gab es die erste Großtankstelle. Ein Liter Benzin kostete nach der Hyperinflation 0,34 Rentenmark. Dort gab es sogar Preistafeln und das wichtigste: Kekse und Zeitungen.

Heute ist das Motto nur noch grün, grüner am grünsten. Es sollen Benzin und Dieselautos aus der Innenstadt Berlins verbannt werden. Wer also Besitzer eines solchen Autos ist, sollte sich also dann aus Berlin fernhalten. Andernfalls könnte er auch mit einem Lastenfahrrad oder zu Fuß die Innenstadt Berlins betreten. Auch große und schnelle Autos sind eher weniger erwünscht. Einige Parteien fordern sogar ein Tempolimit von 130 km/h. Es möchte keiner mehr zeigen wer schneller fahren kann. Heute wird mit der Klimafreundlichkeit des Autos geprotzt. Wenn man sich dann ein Auto kaufen möchte, ist das ebenfalls nicht so einfach, denn aufgrund des Russland- Ukraine Konflikt entstehen wegen fehlender Chips Lieferengpässe und Produktionsstörungen. Hier drohen lange Lieferzeiten. Auch der Einbau von besondern Bauteilen, wie einer Handyladestation ist oft nur eingeschränkt möglich.

Außerdem bauen wir heute Straßen nicht mehr ausschließlich für Autos. Wir legen viel Wert darauf, dass mindestens zwei Lastenfahrräder nebeneinander einen Platz auf der Fahrbahn finden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Torstraße in Berlin. Hier wird es ab 2024 statt vier nur noch zwei Spuren für Autofahrer geben, dafür soll es aber auch zwei für Fahrradfahrer geben. Parkplätze fallen dann ganz weg. Wenn man diese Erweiterung des Fahrradweges nicht vornehmen würde, könnte es schließlich zu einem fatalen Stau der Fahrräder kommen.  Die Tribüne der AVUS wird heute für einen regionalen Fernsehsender und einen Veranstaltungsraum mit Blick auf die Autobahn genutzt. Heute möchten auch niemandem mehr zeigen, dass er schneller Autofahren kann, sondern, dass er mit einem geringen Gebrauch des Autos weniger Emissionen produziert. Diese Schwierigkeiten beim Betreten der Stadt für viele Bürger soll Berlin, dann klimafreundlicher, leiser und lebenswerter machen.

In den 2020ern, lässt sich nicht mehr von einer Blütezeit der Autoindustrie sprechen. Die Grünen machen es den Autofahrern, durch den Bau von Straßen für Lastenfahrrädern und der Forderung des Verbots von Autos mit fossilen Brennstoffen in Innenstädten nicht einfacher. Aber auf der Russland- Ukraine Konflikt hat negative Auswirkungen auf die Autoindustrie.