Deutsches Geld für russische Propaganda

Von MAX ROLAND | Im Dschungel der Bürokratie hat das ZDF über ein paar Ecken das Geld der deutschen Öffentlichkeit an den russischen Staats-und Propagandasender Ruptly gegeben.

Mit unseren Rundfunkgebühren bzw. „Rundfunkbeiträgen“ werden die Öffentlich-Rechtlichen Sender finanziert. Diese sind, laut Selbstbeschreibung, ja irgendwas zwischen „Diener einer Öffentlichkeit, die informiert bleiben will“, Verteidiger der Demokratie und das Bollwerk gegen die bösen Fake News. Dafür können wir ja gerne mal an die 20 Euro abdrücken, vielleicht sogar bald mehr, denn erst neulich hat der ARD-Vorsitzende eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages gefordert, und bei deren Ausbleiben eine Klage vor dem Verfassungsgericht angedroht. Gebt mir Geld oder ich verklage euch – die ÖR-Medien gleichen ja fast einer Abmahnfirma, sogar mit eigenem Inkasso-Unternehmen. 7 Milliarden Euro sind wohl noch nicht genug. Dabei kann man damit so viel machen: Zum Beispiel das internationale russische Propagandanetzwerk finanzieren.

Denn genau das ist mit dem Beitrag für demokratisches Haltungsfernsehen, wie man den Rundfunkbeitrag eigentlich schon längst hätte nennen sollen, passiert. Das ZDF wollte ein Konzert übertragen. Für die Live-Übertragung hat das ZDF über einen Unterauftragnehmer Aufnahme- und Übertragungstechnik der staatlichen russischen Nachrichtenagentur „Ruptly“ genutzt.  Als Begründung hieß es, dass dies das billigste Angebot gewesen sei. Anscheinend gibt es im Öffentlich-Rechtlichen überall Haltung: Aber wenn man einmal wirklich welche gebrauchen könnte, gegen die Propagandamaschinerie eines Landes, welches uns in Europa wirklich bedroht, welches unsere Demokratie untergraben und schwächen will, welches unseren Diskurs ins antiwestliche verschieben will indem es irren Verschwörungstheoretikern wie Ken Jebsen eine Plattform bietet – da siegt auf einmal der Sparfuchs über den Haltungsjournalisten? Schade, und ich dachte, ich könnte mich einmal in meinem Leben hinter einen solchen Haltungsjournalisten stellen. War aber wohl nix.

Vielleicht sollte man sich aber auch nicht so aufregen: Wer mit soviel Geld spielen darf, gibt das auch mal falsch aus. Ein kleiner Ausrutscher im Kampf für informierte Öffentlichkeiten. Die Russensender informieren die Öffentlichkeit doch auch – nur halt falsch, in anderen Worten, mit Fake-News. Und so geht das Geld, dass uns gegen Fake-News schützen soll, zu denen, die ganz massiv Fake-News verbreiten. Ein Hoch auf die Öffentlich-Rechtlichen und auf die Effizienz des staatlich finanzierten Fernsehens!

3 Antworten

  1. James sagt:

    > Aber wenn man einmal wirklich welche gebrauchen könnte,
    > gegen die Propagandamaschinerie eines Landes,

    Russische TV-Sender sind zahlende Mitglieder der EBU, wie alle anderen europäischen Rundfunkanstalten öffentlich-rechtlichen (oder vergleichbaren) Rechts. Es ist anhand mittlerweile Hunderter Beispiele belegt, dass auch ARD und ZDF Propaganda gegen Russland betreiben, die offenbar beim Autor ganz besonderen Anklang gefunden hat.

    Warum sich das ZDF für Ruptly als Rohstofflieferanten entschieden hat, dürfte auf der Hand liegen. Es sind eben Echtzeit-Rohmaterialien einer Veranstaltung, die schon per definitionem keine Propaganda sein können, denn Propaganda braucht stets einen wertenden Begleitkommentar und Kontext.

    > welches uns in Europa wirklich bedroht,
    Inwiefern bedroht Russland Europa? Es gibt keinerlei objektiven Beleg, welches diese Aussage stützen würde. Was hätte Russland von einem Überfall auf eines seiner Nachbarstaaten?

    > welches unsere Demokratie untergraben und schwächen will,
    Auch hier gibt es keinerlei Beleg. Offenbar reicht alleine der Glaube.

    > welches unseren Diskurs ins antiwestliche verschieben will
    ???

    > indem es irren Verschwörungstheoretikern wie Ken Jebsen
    Soso. Ken Jebsen ist ein Verschwörungstheoretiker, weil er die offizielle Story zu 9/11 infrage stellt und sich mit klugen Leuten unterhält?

    Verweise auf Primärquellen täten der Glaubwürdigkeit bestimmter Einschätzungen gut — wir sind hier ja im Internet, und Links zeichnen ehrlichen Journalismus aus. Der Autor sollte dringend seine offensichtliche Russophobie hinterfragen — andererseits ist diese möglicherweise Mitmachkriterium im Apollo-Team?

  2. moneypenny sagt:

    Diese Rundfunkgebühren sind ohnehin undemokratisch – und die „Öffentlich-rechtlichen“ haben schon längst nichts mehr mit einer informativen Grundversorgung zu tun. Früher habe ich wenigstens noch den Tatort geguckt, aber auch der ist nicht mehr zu ertragen. Es ist sowieso Geld für Propaganda – dann auch noch für russische, das ist doch konsequent. Die Hamas hat bestimmt auch noch Bedarf an Aufträgen…

    • Max Roland sagt:

      ÖR und Hamas-TV kooperieren für objektive Berichterstattung über israelische Verbrechen. Schon jemand in Mainz oder München bescheid gesagt? Klingt doch nach ner guten Idee für unsere ÖR-Helden.