Der magische Lothar und sein größter Trick: Impfnebenwirkungen wegzaubern

Von Larissa Fußer | Uuuuuund jetzt meine Damen und Herren, präsentieren wir Ihnen unseren unvergleichlichen, unbeschreiblichen und landesweit bekannten Mann der Magie. Verwirrung ist sein zweiter Vorname, Sinnestäuschung seine Profession. Er hat seine Ausbildung als Tierarzt an den Nagel gehängt, um Sie, meine Damen und Herren, hier und heute in einen Irrgarten der Illusionen zu führen. Freuen Sie sich besonders auf seinen berühmtesten Trick: Mit Tuch und Zauberstab wird er Impfnebenwirkungen wegzaubern. Sie glauben, das ist nicht möglich? Dann sehen Sie selbst! Applaus für Lothaaaaaaaario Wieleraaaaaaaaano!


Kennst du das: Du erzählst deinen Freunden etwas und weil Du dich ein bisschen aufplustern willst, lehnst du dich dabei aus dem Fenster – vielleicht behauptet du etwas, von dem du eigentlich keine Ahnung hast – zum Beispiel, dass Armenien in Nordafrika liegt. Du stößt auf irritierte Blicke. Doch zum Glück weiß von deinen Freunden auch niemand genau, wo Armenien liegt. Es beginnt in den Köpfen zu rattern. Einer sagt: Ich glaube, Armenien liegt in Asien. Du presst die Lippen zusammen, du bist selber unsicher. Doch das dürfen die anderen nicht merken – diese Blöße willst du dir nicht geben. Also sagst du: „Ach Quatsch, da hast du wohl in der Schule nicht aufgepasst“. In deinem Magen breiten sich Unbehagen aus. Hat dein Freund vielleicht recht? Jemand anderes holt einen Atlas und fängt an zu blättern. „Ach, ihr seid doch bekloppt, dass ihr mir nicht glaubt“, schimpfst du. Dein Freund deutet auf eine Seite: „Ha! Ich habe Armenien gefunden!“ Du gerätst in’s Schwitzen. Welche Ausrede fällt dir jetzt noch ein?


So ähnlich muss es Lothar Wieler und seinem „Partner in Crime“ Karl Lauterbach im Moment mit den Impfnebenwirkungen gehen. Seit wir die Corona-Impfung haben, preisen der RKI-Chef und unser Gesundheitsminister die Vakzine so aggressiv an wie ein türkischer Markschreier seine Tomaten. Nur während du und ich gewiss auch mal eingestehen können, wenn wir uns getäuscht haben, bleiben Wieler und Co bis heute unbeirrt sturköpfig. Während ich diesen Artikel schreibe, appelliert Lothar Wieler im Titelbild seines Twitter-Accounts: „Lassen Sie sich impfen. Impfen schützt Sie und die Menschen, die Ihnen wichtig sind!“. Von schwerwiegenden Impfreaktionen, gar Schäden hat man von Herrn Wieler bis heute nichts gehört. Sein Kollege Karl behauptete sogar im Februar bei Anne Will: „Die Impfungen sind mehr oder weniger nebenwirkungsfrei“.

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Aber was ist, wenn Armenien doch in Asien liegt? Inzwischen häufen sich Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Covid-Impfung, manche mit Todesfolge. Das Paul- Ehrlich-Institut (PEI) schreibt in seinem Sicherheitsbericht vom 7. Februar 2022, dass bis Ende letzten Jahres 29.800 Verdachtsfälle von schwerwiegenden Impfnebenwirkungen registriert wurden. Das sind 0,02 Prozent der insgesamt 149 Millionen erfolgten Impfungen in Deutschland. Bei 2.255 Meldungen handelte es sich um Verdachtsfälle mit „tödlichem Ausgang“. Zu den genannten schweren Nebenwirkungen gehören unter anderem die Sinusvenenthrombose (Verstopfung der großen Hirnvene durch Blutverklumpungen), die Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen sowie Anaphylaktische Reaktionen (potentiell lebensbedrohliche allergische Reaktionen).


Doch immer mehr Ärzte vermuten, dass nur ein Bruchteil der Impfnebenwirkungen beim PEI erfasst werden. In einer mdr-Doku berichtet Professor Harald Matthes, ärztlicher Leiter des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe und Stiftungsprofessor am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité, dass seine eigene „ImpfSurv“-Studie zu Impfnebenwirkungen 40 mal mehr Fälle als das PEI registriert habe (0,8 Prozent im Vergleich zu den 0,02 Prozent des PEI). Matthes erklärt: „Man muss davon ausgehen, dass wir beim Paul Ehrlich Institut eine erhebliche Unterfassung haben, weil wir in unserem Register höhere Zahlen haben. Und wenn wir unsere Zahlen mit denen von Israel, Kanada und Skandinavien vergleichen, kommen wir auf die gleichen Zahlen.“ Dieser Vergleich lege nahe, dass bei dem PEI zu wenig Fälle registriert werden.

Eine mögliche Ursache für die Untererfassung könnte sein, dass viele Ärzte die Symptome ihrer Patienten nicht mit der Impfung in Verbindung bringen und sie deswegen nicht melden. Diese Erfahrung hat auch der Allgemeinmediziner Dr. Erich Freisleben in seiner Berliner Praxis gemacht. Er berichtet: „Ich habe den Eindruck, dass das Impfthema dermaßen emotional aufgeladen ist, dass man sich nicht traut, irgendetwas zu sagen, was vielleicht als Schwäche oder als Problem in diesem Zusammenhang im Raum steht, um nicht in eine bestimmte Kategorie eingeordnet zu werden.“ Außerdem sei die Meldung einer Impfnebenwirkung sehr aufwendig. Für vier Meldungen brauche er fünf Stunden.


Tatsächlich hört man schon seit mehreren Monaten immer mehr von schweren Nebenwirkungen und Todesfällen durch die Impfung. Sei es im privaten Umfeld, in den sozialen Medien oder in Zeitungen. Inzwischen hat sich selbst der ÖRR hat dem Thema angenommen: In einer zweiten mdr-Doku, die Ende April erschienen ist, wurden mehrere junge Menschen mit Impfkomplikationen vorgestellt. Der 26-jährige Thorben, früher sportlich und bei der Feuerwehr aktiv, kann seit seiner Biontech-Impfung kaum noch Treppensteigen, er kämpft mit Atemnot und schweren Herzrhythmusstörungen. Grund ist eine Herzmuskelentzündung, die in Folge der Impfung aufgetreten ist. 



Die 15-jährige Lea hat ebenfalls durch die Impfung eine Myokarditis erlitten – doch das ist leider nicht alles: Seit dem „Pieks“ sitzt sie im Rollstuhl, hat Pflegegrad 3. Die Impfung hat bei ihr schwere Krampfanfälle verursacht – ihre linke Hand ist stark versteift, ihre Beine und Füße knicken weg, wenn sie aufsteht. Die Mutter berichtet mit brüchiger Stimme: „Wir hatten vor der Impfung ein kerngesundes, lebensfrohes Kind“. 


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In einem kürzlich veröffentlichten Bericht des rbb über Impfnebenwirkungen bei jungen Männern stellt sich Louis Weiß vor. Der Jura-Student hat durch die Impfung Taubheitsgefühle in seinen Händen und Beinen entwickelt: „Ich konnte nicht mehr richtig laufen. Ich konnte mit den mit den Händen nicht mehr richtig zupacken. Ich konnte teilweise nicht mehr alleine eine Wasserflasche aufmachen.“


Wir müssen davon ausgehen, dass diese Geschichten nur die Spitze des Eisbergs sind. Jetzt, wo der allgemeine Corona-Wahn und die Impfeuphorie zwischen Omicron-Welle und Ukraine-Krieg nachlassen, werden sich immer mehr Menschen trauen, mit ihren Leiden an die Öffentlichkeit zu gehen. Hoffentlich werden sich auch immer mehr Ärzte und Forscher dazu entscheiden, bei Impfnebenwirkungen genauer hinzusehen. Es kann daher gut sein, dass uns die Impfnebenwirkungen noch die nächsten Monate und Jahre beschäftigen werden.

Nun, Herr Wieler, kommen Sie etwa ins Schwitzen? Wunderbarer Wielerano – wir alle sehen doch, dass der Hase, den sie wegzaubern wollten, noch da ist.

1 Antwort

  1. 7. Mai 2022

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