Der grüne Globuli-Gau

Von Max Roland | In Bielefeld startete am Freitag die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen. Für die Partei eigentlich ein Grund zum feiern: Es war ja ein krasses Jahr für sie. Trotz einem Peinlichen und einer Ahnungslosen als Vorsitzende glänzten die Grünen lange in den Umfragen – auch die Dämpfer aus den Meinungsforschungshäusern der letzten Zeit relativieren den Erfolg der Grünen auf dem Rücken einer Angstkampagne Marke „Fridays for Future“ nicht. Doch es gibt Spannungen im Vorfeld des Parteitages. Denn die Partei, deren Umfeld „Unite behind the Science“ schreit, ist sich nicht sicher, ob Zuckerkügelchen als Medikament von den Krankenkassen übernommen werden sollen. 

Schon im bayerischen Landtag sah man eine überraschende Koalition, als nur SPD, AfD und FDP einen Antrag zur Erforschung von Homöopathie ablehnten. CSU und Freie Wähler stimmten für den Antrag – die Grünen auch. Denn das Lager „Kräuter gegen Krebs“ scheint echt ein Faktor in der Partei zu sein. Die Grünen haben ernsthaft noch Diskussionsbedarf, ob die Allgemeinheit für diesen Schwachsinn aufkommen soll oder nicht. Eine Grünen-Politikerin namens Birgit Raab sagte im Interview mit der „Zeit“ sogar, Homöopathie sei Grün und Grün sei Homöopathie. Dem ist nichts hinzuzufügen, finde ich. 

Faktisch sind Zuckerkugeln als Medikament natürlich soviel Wert wie eine Badehose in der Sahara. Die alternative Klientel der Grünen jedoch hat eigene Ansätze: Im tiefgrünen Ostertorviertel meiner Heimatstadt Bremen werden zum Beispiel „Heilsteine“ verkauft. Kein Witz. Aber natürlich: Wissenschaftlichkeit, Empirie und Fakten waren nie wirklich ein Leitfaden für die Sonnenblumenpartei.  Sinn-und grundlose Kernkraft-Panik, die unbegründete Angst vor Gentechnik – das faktische stand der Grünen Wahrheit oft im Weg. In sofern bleibt eine Partei, deren Wurzeln in Wohlstandsverwahrlosung und -ignoranz hat, sich nur selbst treu. Hört auf die Wissenschaftler – wenn sie das sagen, was in unserem Parteiprogramm steht. 

2 Antworten

  1. Thomas Jacobs sagt:

    Sämtliche Kügelchen, die mir im Laufe der letzten 30 Jahre von “Spezialisten” auf diesem Gebiet anempfohlen wurden, haben gewirkt: Sie machten die Apotheken und die Hersteller reicher, mich ärmer, ohne mir zu helfen. Lediglich ein einziges homöopathisches Präparat gegen Halsschmerzen wirkt bei mir (bei anderen wiederum nicht!!) wirklich hervorragend und dies seit Jahren! Der Clou dabei: Die Bestandteile der Heilkräuter sind wegen sehr geringer Verdünnung eben noch biochemisch nachweisbar und nicht bis zur Wirkungslosigkeit gepanscht. Die Behauptung der Gläubigen an die totale Verdünnung entspricht ungefähr der Logik von Menschen, die glauben, je leerer ihr Bankkonto sei, um so pekuniär reicher müssten sie sein. Die Wirkungslosigkeit hoch- und höchstverdünnter Präparate wurde immer wieder in Blind- und Doppelblindstudien bestätigt. Sie gehen über die Wirkung von Placebos nicht hinaus. Und für letztere, der Glaube an die Wirksamkeit ist entscheidend, nicht die Wirksamkeit nicht vorhandener Inhaltsstoffe selbst, sollte es keine Kassenleistungen mehr geben, auch nicht bei den Privatkassen! Gesundbeten ist ebenso wenig durch die Kassen bezahlbar wie der Empfang der Heiligen Kommunion, die ja auch auf einer geistlichen, wissenschaftlich nicht nachprüfbaren Ebene den Leib Christi faktisch enthalten, daher stärken und von Sünden befreien soll! Vorausgesetzt, man glaubt daran! Dann wirkt die Oblate auch! Eben Placeboeffekt! Dass sich jetzt sogar die CSU in dieser Sache wie der Esel oder die Kuh aufs alternative, grüne Eis begibt, grün wie die Grünen sein will, lässt den konservativen, naturwissenschaftlich interessierten Wähler verzweifeln: Ist gegen grün-alternative Ignoranz denn wirklich kein Kraut mehr gewachsen??? Nicht einmal “schwarzes”? Merkel lässt grüßen!

  2. Jorgos48 sagt:

    Tarotkarten legen und Pendeln gehören noch zur grünen Spökenkiekerei. Diese Art von Gesundbeterei hat es in der Geschichte auch vor gut 90 Jahren schon gegeben. Da kam auch noch die Vorsehung hinzu. Es war die Gedankenwelt der Nationalsozialisten . Da befinden sich die Ökofaschisten in
    guter Tradition.