Der FALTER erklärt, was das Schlimmste an Corona ist

Von Max Roland | Es müssen harte Zeiten für all die linken Ideologen sein. Plötzlich interessiert sich keiner mehr für sie und ihre Thesen und sie ertrinken in der eigenen Bedeutungslosigkeit, denn mit Corona haben wir mal wieder ein ernsthaftes, ein richtiges Problem – daneben sehen gefühlte Diskriminierung und ähnlicher Mumpitz natürlich ziemlich alt aus. Aber auf irgendeinen linken Journalisten wird doch Verlass sein, auch der Pandemie den richtigen Spin zu geben – nicht, dass wir mal einen Tag über etwas anderes reden als das, was die progressive Agenda für uns vorsieht.

Keine Angst, Rettung naht – aus Österreich. Barbara Tóth ist Chefredakteurin beim „Falter“ – das ist ungefähr das Wiener Pendant zum „Spiegel“. Und sie hat ein sehenswertes Video produziert. „Corona ist eine schlimme Krankheit“, beginnt sie. „Ihre schlimmste Nebenwirkung? Sie wirft Frauen zurück in die 50er Jahre“. Als das Video am 1. April veröffentlicht wurde, waren die Bilder aus Italien, wo das Militär Corona-Leichen in riesigen Lastwagen-Konvois aus Städten abtransportierte, übrigens schon länger bekannt. Man muss sich wohl in einer geistigen Wiener Hofburg eingemauert haben, um mit so einem Satz anzufangen. Die Maßnahmen wie zum Beispiel das „Social Distancing“ ist für die Falter-Chefin „ein Rückschritt in ein Biedermeier“: „Das Familienbild, was jetzt vermittelt wird, ist ein unglaublich altmodisches. Wir sollen jetzt also nur mit den Menschen, mit denen wir im Haushalt leben, auf die Straße gehen, zu allen anderen sollen wir einen Sicherheitsabstand halten, wir sollen mit unserer Familie sein (…). Das sind ganz alte Rollenbilder, die da transportiert werden.“ Wie unverschämt vom Coronavirus, dass es nicht vorher gefragt hat, wie man politisch korrekt durchseucht.


Das ist natürlich nicht das einzige, was Frau Tóth am Krisenmanagement der österreichischen Regierung auszusetzen hat. Nicht nur, dass man die einzelnen Maßnahmen nicht en Detail mit dem Rat der feministischen Hohepriester abgeklärt hat – die Politiker, die jetzt auftreten, sind auch noch alle Männer. „Wo ist die Frauenministerin?“ Fragt Tóth, die sich wahrscheinlich auch wundert, wo sich der Religionslehrer aufhält, wenn Bio unterrichtet wird.

Wie man überhaupt auf die Idee kommt, eine Pandemie nach feministischen Kriterien zu beurteilen, ist mir schleierhaft – so langweilig kann einem doch in keiner Quarantäne werden. Aber wer im intellektuellen Werkzeugkasten nur einen Hammer hat, sieht wohl in jedem Problem einen Nagel. Kein Wunder, dass das Ergebnis ein behämmertes Video ist. Ein Video, welches wohl weniger die Sorge um die Frauen, sondern eher die Sorge um den politischen Bedeutungsverlust der eigenen Thesen ausdrückt.

2 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    In den 50ern war nicht alles schlecht 😉 Tasächlich gefällt mir das viele Selberkochen – denke sogar darüber nach, mal einen Kuchen zu backen…. Ohje!

  2. nordseeschwalbe sagt:

    Es gibt viele Leute, die das Virus persönlich nehmen und trotzig darauf reagieren – aber das ist jetzt wirklich lustig.
    Und ein bisschen hat die Tante ja recht – in Krisenzeiten zeigt sich halt, was wirklich Wert hat: Familie, Eigentum (Auto!), Fortschritt (moderne Medizin, Internet), Hygiene, Ordnung… Alles, was die Linken abschaffen wollen.