Der Christchurch Anschlag und die Anatomie des Terrors

Von MAX ZIMMER | Ein rechtsextremer Terrorist hat in Christchurch aus purem Hass 49 unschuldige Menschen beim friedlichen Freitagsgebet ermordet.
Die Tat könnte politischer nicht sein, und kontroverser auch nicht:
Sie fällt in eine Zeit, in der mit dem Terrorbegriff vor allem eben der Islam verbunden wird, der in Christchurch wie selten zuvor auf der anderen Seite der politischen Gewalt stand, als Opfer statt als Täter.
Auch die Gesinnung des Attentäters trägt zu dem enormen Sprengstoff bei, die dieser Anschlag im wahrsten Sinne des Wortes in die westliche Gesellschaft trägt:
Es handelt sich um einen bekennenden Faschisten, der in seinem Manifest angibt, sich durch den YouTuber PewDiePie, und durch die (farbige) amerikanische Journalistin Candace Owens radikalisiert zu haben.
Noch halten sich die politischen Reaktionen auf den Anschlag zurück, entweder aus ehrlichem Anstand, oder als Ruhe vor dem Sturm, aber eines ist Gewiss:
Die westliche Linke wird das Geschenk, dass der 28-jährige Terrorist ihnen gemacht hat, mit Freude annehmen, und das Geschehene für den “Kampf gegen Rechts“ ausschlachten. Diejenigen, die sonst am lautesten danach rufen, der Terrorismus könne einer Gruppe nicht kollektiv zugeordnet werden, werden jetzt ebenfalls laut, man müsse die Zusammenhänge zwischen “rechter Hetze“ und dem Anschlag in Neuseeland erkennen, und handeln.
Wenn sonst davon die rede ist, den Terrorismus “bloß nicht zu instrumentalisieren“ und die Opfer für die eigene politische Agenda zu missbrauchen, scheint eben dieser Ansatz im Fall von Christchurch vollkommen zu fehlen:
Die Mobilmachung gegen die angeblichen Brandstifter kann losgehen.

Grundsätzlich gilt beim Rechtsterrorismus dasselbe wie beim islamischen:
Er kommt natürlich nicht aus dem nichts.
Genau so wie die Grundlagen für Hass und Gewalt schon in der islamischen Religion verankert sind, trägt jede Ideologie den Samen solcher Taten in sich.
Das Problem bei der Anschuldigung der politischen Rechten ist jedoch, dass keine ideologische Differenzierung stattfindet.
Dass der Terrorist von Christchurch ein bekennender Faschist und Ethnonationalist ist, der Ansichten vertritt, die mit der moderaten Rechten etwa so viel gemein haben, wie die Rote Armee Fraktion mit der SPD von Willy Brandt, wird konsequent entweder ausgeblendet oder verschwiegen.
Stattdessen wird Islamkritik grundsätzlich als “rassistisch“ und hasserfüllt bewertet, eine Vorgehensweise, die zwar innerhalb der modernen Linken nichts neues ist, aber jetzt durch diesen Anschlag ideologisch bestätigt wird.
Der Weg für eine geistige Reichstagsbrand Verordnung ist geebnet. Ähnlich wie nach den Ausschreitungen in Chemnitz, über die bereits ausführlich von Apollo berichtet wurden, wird dieser Vorfall ausgenutzt, um den politischen Gegner mit den Radikalen am Rand gleichzusetzen, und man ihn so in aller Härte bekämpfen kann.

Wer den Terror in Christchurch relativiert, ist ein Unmensch.
Wer ihn ausschlachtet, ein Feind des Diskurses.

2 Antworten

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Nicht nur die westliche Linke nimmt das Geschenk an:
    Habe grade gelesen dass Erdogan auf einer öffentlichen Veranstaltung das ungekürzte Video des Christchurch-Massakers auf Großleinwand gezeigt hat, um seine Anhänger aufzustacheln. Ist das widerlich.

  2. Johannes Dahlmeyer sagt:

    !!!