“Demokratie” in China: Anführer von Hongkongs Demokratiebewegung müssen in Haft


Von Jan Schneider | Ihre Protestmärsche mit den Regenschirmen erregten weltweit Aufmerksamkeit. Nun muss die ,,Regenschirm-Bewegung” um ihre Existenz fürchten: Neun prominente Protestführer, unter ihnen Abgeordnete, Wissenschaftler und Anführer der Studentenbewegung, müssen in Haft. Der bizarre Grund: ,,Störung der öffentlichen Ordnung”.

Die Bewegung, die von Mitgliedern der prodemokratischen ,,Liga der Sozialdemokratie” organisiert wird, legt seit 2014 große Teile Hoongkongs lahm. Die 7 Millionen Einwohner Metropole stand lange unter britischer Flagge, wurde im Jahre 1997 aber an China zurückgegeben. In Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit genossen die Hongkonger im Vergleich zu ihren Landsmännern zwar relativ viele Rechte, wirklich demokratisch lebten auch sie jedoch nicht. Die offiziell autonome Republik hat eine eigene Regierungschefin und stellt auch in einigen Sportarten eine eigene Nationalmannschaft, steht jedoch stark unter dem Einfluss Pekings. Als Reaktion auf die wachsenden Proteste der Hongkonger verschärfte Peking seine Einflussnahme und nahm der Lotus-Republik Stück für Stück Autonomie und Demokratie. Das Fass zum Überlaufen brachte die Ernennung der neuen Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam im März 2017, die als regimetreu gilt, durch die Regierung in Peking. Die Proteste verschärften sich daraufhin, bis es schließlich zum Prozess kam. Die Regenschirm-Bewegung besaß tatsächlich die Dreistigkeit einzufordern, das Regierungsoberhaupt selbst auf demokratischem Wege wählen zu wollen. Das können die Anführer der selbsternannten ,,Volksrepublik” China natürlich nicht auf sich sitzen lassen.

2 Antworten

  1. karlchen sagt:

    Da trifft es sich doch super, dass Christian Lindner seine Rede auf dem Parteitag auf Chinesisch begonnen hat…
    Bestimmt wird er sich dann gleich mal über die Bewahrung der Demokratie mit denen unterhalten…