„Das müssen wir jetzt auch bei den Feinstaubleugnern schaffen“: Das gesamte Elend des deutschen Haltungsjournalismus in einem Tweet

Von MAX ROLAND | Es gab einmal eine Zeit, in der haben die Medien die Fakten genannt und wir uns unsere Meinung gesucht. Doch das sind alte Klischees für das Berufsbild des Journalisten: Heute bringt man uns eine Meinung, und wir müssen uns die Fakten suchen.

Haltungsjournalismus passiert, wenn die Fakten zu langweilig sind. Oder gleich ganz wegkommen. Seit Jahren entwickelt sich die linke Seite des medialen Establishments immer weniger zu Journalisten, sondern zu politischen Agitatoren, viele von ihnen nennen sich sogar offen „Haltungsjournalisten“. Georg Restle, Chef des linken Einpeitschermagazins „Monitor“ (bezahlt von unseren Rundfunkgebühren), schreibt darüber sogar ganze Essays.

Noch immer haben Medien und Journalisten große Macht über die öffentliche Debatte. Und manchem steigt diese Macht auch zu Kopf. Zum Beispiel dem Tilo Jung. Der Kopf des Formates „Jung und Naiv“, der offen links orientiert ist, bezeichnet z.B. den Staat Israel gerne als „Rechtsextrem“. Gleichzeitig ist er ganz vorne im Kampf gegen die Meinungsfreiheit dabei: Für die gute Sache, natürlich. Vor einigen Tagen rief er dazu auf, Menschen, deren Meinung ihm nicht passte, die Plattform im öffentlichen Diskurs zu entziehen und lächerlich zu machen.

https://twitter.com/TiloJung/status/1089863311699648512

Voller Stolz auf das, was man im Kampf gegen „Klimaleugner“ schon geschafft habe, ist nun der Angriff gegen die, die sich der offensichtlich überzogenen Feinstaubhysterie in den Weg stellen, das nächste Ziel der Haltungsjournalisten, Tilo ganz voran. Denn eines geht nicht: Diskurs. Also geht natürlich schon, aber bitte nur nach den Regeln der zertifizierten Haltungsjournalisten. Da stellt selbst Tilos ehemaliger Arbeitgeber, der „Nordkurier“ fest: „Leute lächerlich zu machen und ihnen keine (gleichberechtigte) Plattform zu bieten, ist nicht der Journalismus, den du beim @Nordkurier gelernt hast.“ Tilo antwortet: „Respekt und Achtung für Klimawandelleugner hab ich bei euch tatsächlich nicht gelernt.“

Dass Journalisten jetzt feststellen, wer Respekt und Achtung verdient hat… naja. Könnte ich mich mit anfreunden. Denn meine Achtung für Leute, die solche Sätze twittern, sinkt mit jedem Tag auch beträchtlich. Deal: Wir verachten uns alle gegenseitig, bis jeder in seiner Echokammer lebt und die Gegenseite als die Inkarnation des Bösen betrachtet. Angeführt wird diese Entwicklung von den Haltungsjournalisten, die festlegen, wer in diesem neuen System der „unberührbare“ und wer der „gute“ ist. Für die Demokratie, richtig?

2 Antworten

  1. nschotschi sagt:

    Es mutet immer wieder merkwürdig an, wenn Wirbellose sich auf „Haltung“ berufen…

  1. 31. Januar 2019

    […] über „Das müssen wir jetzt auch bei den Feinstaubleugnern schaffen“: Das gesamte Elend des deutschen… […]