Coronawahnsinn in Italien: die schärfsten Masken-Maßnahmen Europas

Von Elena Klagges | Es kommt selten vor, aber zurzeit bin ich doch ganz froh, in Deutschland zu studieren und mich gerade nicht in Italien aufzuhalten. Das Wetter passt sich hier im Norden langsam dem Frühsommer an und man kann endlich auch hierzulande die ersten Sonnenstrahlen genießen. Und – der ausschlaggebende Grund – zur Uni gehe ich nach 1 1/2 Jahren endlich unbeschränkt wie zu Pre-Corona Zeiten. Das heißt ohne Testung, ohne vorheriger Platzreservierung und ohne Maske!

Ganz anders die Lage im Süden: Am 29. April hat die Regierung in Rom unter Leitung des italienischen Gesundheitsministers Speranza die verpflichtende Maskenpflicht in Schulen, Kinos, in Anstalten des Gesundheitswesens und öffentlichen Verkehrsmitteln bis Mitte Juni verlängert. Das bedeutet, dass die Schüler und Studenten (welche sowieso schon nicht zu der vulnerablen Gruppe gehören) bis zu Beginn ihrer Sommerferien ihren eigenen Atem wieder einatmen müssen und ausgerechnet jetzt bei den steigenden Temperaturen, aber sinkenden Infektionszahlen(https://www.rainews.it/ran24/speciali/2020/covid19/) ihr Gesicht verhüllen müssen.

Begründet werden die Maßnahmen damit, dass es eine letzte Anstrengung geben müsse, um dann den Sommer ohne jegliche Regelungen genießen und leben zu können. Besonders ironisch: Dass der Gesundheitsminister ausgerechnet Speranza heißt, also auf deutsch wörtlich ,,die Hoffnung’’. Zu häufig sind die Bürger zum letzten Durchhalten aufgefordert worden und genauso häufig auch wieder enttäuscht – bzw. man kann schon fast sagen – getäuscht worden, als dass man jetzt dem Versprechen hoffnungsvoll Glauben schenken kann.

In Italien gelten nun also die schärfsten Masken-Maßnahmen Europas und dies, obwohl immer mehr Berichte und Studien die Schutzwirkung der Masken minimieren. Dabei sollte man nicht vergessen, dass zu Beginn der Pandemie der Nutzen der Maske sogar noch abgesprochen wurde und wir dann erst über selbstgenähte Tücher zur obligatorischen Pflicht reguliert worden sind. (https://pagellapolitica.it/articoli/obbligo-mascherina-italia-europa)

Außerdem reduziert sich der Schutz bei falscher Verwendung der Maske nochmal deutlich. Undseien wir mal alle ehrlich. Wer tauscht die Maske regelmäßig und holt nicht mal schnell den dreckigen Fetzen aus einer Jackentasche? Der Gesundheitsminister Speranza fordert das Tragen der Maske auch bei der Arbeit – sogar in Außenbereichen an der frischen Luft, wo der Nutzen der Maske gegen Null geht. (https://www.nicolaporro.it/il-regime-speranza-continua-sul-lavoro-mascherine-anche-allaperto/)

Da dürfen wir uns nicht wundern, wenn auf der einen Seite das Immunsystem eher geschwächt aus der Pandemiezeit kommt und die neue Tanline nicht um die Augen liegt, als sei man grade aus dem Skiurlaub gekommen, sondern eine Art Bart auf die Gesichter zaubert.

Doch diese Entscheidung ist noch längst nicht der Gipfel der Unlogik und Absurdität: Vergangenes Jahr galten zwischenzeitlich Regelungen, die es den ausländischen Touristen erlaubten, ohne Maske die mediterrane Küche zu genießen, während die Italiener in ihrem Inland diskriminiert wurden und ihnen der Eintritt nur mit Maske gestattet war. Seit dem 1. Mai 2022 werden der private und öffentliche Sektor differenziert behandelt. So müssen nur die Arbeitnehmer bei privaten Unternehmen eine Maske tragen; für die Beamten ist es nur eine Empfehlung. Rechtfertigungsgründe sind nicht ersichtlich.

Es braucht wirklich nicht viel gesunden Menschenverstand, um den bürokratischen Schwachsinn zu erkennen. Denn immerhin während der Freizeit muss man in Parks, Bars und beim Sport auch in Italien keine Maske mehr tragen. Doch trifft man hier nicht genau seine Freunde aus der Schule oder sitzt mit Kollegen von der Arbeit für einen aperitivo zusammen?

Ganz zu Recht ruft der Journalist Nicola Porro die Studenten mit der humorvollen Idee dazu auf, ihrer Abneigung zur Maske durch ein fettes ,,L’’ für liberta (dt.: Freiheit) auf der Außenseite sichtlichen Ausdruck zu geben. Bleibt folglich nur zu hoffen (ital. sperare), dass Speranza den Wahnsinn hoffentlich jetzt schnell erkennt und die Regulierungen ein Ende finden.