Corona-Kommunalwahl: Rund jede 2. Stimmabgabe in München per Briefwahl

Von Jan Schneider | Am Sonntag fanden die Kommunalwahlen in Bayern statt. Trotz der aktuellen Covid-19-Epidemie (besser bekannt als Corona-Virus) ist die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2015 deutlich gestiegen, auf über 50%, was für eine Kommunalwahl ein sehr guter Wert ist. Die Behörden hatten die Bürger im Vorfeld dazu aufgefordert, nicht in großen Gruppen die Wahllokale zu betreten. Ausnahmsweise wurde es erlaubt, einen eigenen Kugelschreiber mit zu bringen, wozu sogar geraten wurde. Zahlreiche Bürger und Prominente kritisierten die Durchführung der Kommunalwahl. Aufgrund der Pandemie ist die Zahl der Briefwähler deutlich gestiegen – allein in München wurden 330.000 Briefwahlunterlagen beantragt, bei insgesamt weniger als 600.000 abgegebener Stimmen. 

Bei der Wahl selbst gab es keine nennenswerten Überraschungen. Die SPD siegte in den meisten Städten, die CSU auf dem Land, insgesamt wurden die amtierenden Bürgermeister größtenteils bestätigt oder zogen in die Stichwahl ein. In der Landeshauptstadt können sich die Einwohner in zwei Wochen zwischen SPD-OB Dieter Reiter und CSU-Kandidatin Kristina Frank entscheiden. Ob die Stichwahlen überhaupt stattfinden können, ist noch ungewiss. In Deutschland erlassen Bundesregierung und Länderregierungen immer drastischere Maßnahmen gegen das Virus. Wieder einmal zeigt sich, dass Kommunalwahlen vor allem Personenwahlen sind und dass amtierende Regierungen in Krisenzeiten großen Rückhalt in der Bevölkerung genießen.