China droht Taiwan: „Wiedervereinigung“ mit allen Mitteln

Von MAX ROLAND | Chinas Präsident Xi Jinping bedroht Taiwan.

1949, als die Kommunisten unter Mao Zedong den chinesischen Bürgerkrieg gewannen, flüchteten die chinesischen Nationalisten unter Chang Kai-Shek auf die Insel, wo die Republik China formal weiterexistiert. Seitdem ist Taiwan de facto unabhängig. Offiziell jedoch sehen sowohl Taiwan als auch die Volksrepublik sich als die legitime Regierung Chinas. Taiwan ist also de jure ein Teil Chinas. Nachdem Taiwan bzw. die Republik China bis in die 90er diktatorisch geführt wurde, ist sie heute eine Demokratie nach westlichen Standards, ein kleiner Vorposten der Freiheit im Südchinesischen Meer. Und China ein Dorn im Auge. Seit Jahren betreibt Peking die internationale Isolierung Taiwans. Doch die Töne des chinesischen Diktators Xi sind eine Eskalationsstufe weiter: Er droht mehr oder weniger unverhohlen mit Krieg. Xi Jinping, der de facto-Diktator der Volksrepublik, sagte in einer Rede in der „Halle des Volkes“, ein unabhängiges Taiwan sei wider dem Trend der Geschichte und würde in eine Sackgasse führen. Pekings Ziel sei die „Wiedervereinigung“ mit Taiwan – mit allen Mitteln. „Wir geben kein Versprechen ab, auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten, und behalten uns die Möglichkeit vor, alle erforderlichen Mittel zu ergreifen“.   

Chinas Expansionsbestreben im Südchinesischen Meer, welches von Peking als das eigene Hoheits-und Einflussgebiet betrachtet wird, geht zulasten Japans, den Phillipinen, Malaysias und eben auch Taiwan. Wie einst West-Berlin beziehungsweise die Bundesrepublik insgesamt ist Taiwan heute Frontstaat gegen die Unfreiheit. Doch die Solidarität, die wir einst genossen, fehlt auf der Weltbühne, wenn es um Taiwan geht. Es ist schon lange überfällig, dass sich der Westen auf die Seite von Südkorea, Taiwan, Japan und all den anderen Staaten steht, die das erste Ziel der chinesischen Expansionsdränge sind. Wie einst die Sowjetunion ist heute China das Imperium der Unfreiheit. Und rapide dabei, an Einfluss zu gewinnen: In Afrika, in Europa. Und was machen wir? Wir schlafen – oder untergraben eher unsere Freundschaft mit den USA, die wir so dringend brauchen, wenn wir uns gegen China behaupten wollen.

1 Antwort

  1. Krumhardt sagt:

    Ja, diese Art von mutiertem Sozialismus, der sich sowohl der modernsten Technologien und sich auch sonst (zumindest international) ganz ungeniert der Vorteile des Kapitalismus bedient, ist in der Tat beängstigend. Besonders gruselig finde ich die angestrebte totale Überwachung via Gesichtserkennung, soziale Netzwerke, digitales Bezahlen usw. Es gibt bereits Pilotprojekte zur Punkteverteilung, ob jemand ein „guter Bürger“ ist oder nicht, und wenn nicht, darf er zum Beispiel nicht mehr bestimmte Züge oder Flüge buchen etc.
    Aber wir dürfen beruhigt sein: Sowas würde Heiko Maas bei uns niemals dulden und natürlich sofort die USA um Unterstützung bitten!