Boykottaufruf gegen ESC in Israel: Singt nicht bei Juden

Von ADRIÁN  Letztes Jahr in der Nacht vom 12. zum 13. Mai, einen Tag vor dem 70. Jahrestag der Gründung Israels, gewann Netta mit ihrem Lied “Toy” den Eurovision Song Contest, den vielleicht größten Musikwettbewerb der Welt. Auch, wenn die Message dieses Liedes sehr feministisch und verallgemeinernd gegenüber Männer ist, so war es doch ein Grund zur Freude, dass Israel nun 2019 den Grand Prix austragen wird.

Nicht lange nach diesem Sieg veröffentlichte die Süddeutsche eine höchst fragwürdige Karikatur vom Premierminister Netanjahu mit Bomben in der Hand und dem Text “nächstes Jahr in Jerusalem”. Und es dauerte nicht lange, bis die ersten Künstler zum Boykott der Veranstaltung aufriefen.
Nachdem es bis jetzt eher ruhig um den ESC 2019 wurde, startete nun ein neuer großflächiger antizionistischer Boykottaufruf. Über 140 Künstler schafften es, ihren Zerstörungsfantasien in “The Guardian” Luft zu machen. Mit dabei: Sänger wie Roger Waters, Ex-Bandmitglied von Pink Floyd, der schon des öfteren mit solchen Positionen auffiel. Auch einige früheren ESC-Gewinner unterzeichneten den Aufruf, ebenso Regisseure wie Mike Leigh oder Schriftsteller wie Yann Martel.
“Wir, die unterzeichnenden Künstler aus Europa und darüber hinaus, unterstützen den Appell palästinensischer Künstler, den von Israel veranstalteten Eurovision Song Contest 2019 zu boykottieren” heißt es in dem Aufruf konkret. “Solange die Palästinenser nicht Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte genießen können, sollte es keine Geschäfte mit dem Staat geben, der ihnen ihre Grundrechte verweigert.”
So unglaublich naiv, wie das Ganze klingt, so ernst ist es gemeint. Es sind die ältesten Vorwürfe, die Israel gemacht werden, und doch glauben immer noch viele an den Mythos des Unterdrückers Israel. Der islamophobe Apartheidstaat, in dem 400 Moscheen stehen und in dem Muslime freier als in jedem anderen arabischen Land leben.

Keine geringere Bewegung als BDS steht hinter dieser Unterschriftensammlung. Eine Bewegung, dessen Gründer immer wieder von der Gründung eines “freien, vereinten Palästina” reden und damit direkt die Vernichtung der einzigen Demokratie im nahen Osten fordern.
Die Forderung der Künstler: Der Wettbewerb soll in ein anderes Land verlegt werden, was eine bessere Menschenrechtsbilanz aufweist. Dies klingt geradezu lächerlich, wenn man sich ein Mal vor Augen führt, dass es nie Boykottaufrufe gab, wenn der Wettbewerb mal in Russland stattfand, wo Meinungsfreiheit tatsächlich unterdrückt wird.

5 Antworten

  1. Jakob S. sagt:

    Boykott halte ich grundsätzlich für Falsch, Kritik an der illegalen Annektion und Besetzung von Ost-Jersualem, dem Westjordanland und den Golanhöhen und der dortige illegale Siedlungsbau ist aber absolut legitim. Die israelische Regierung ignoriert seit Jahren geltendes Recht und geltende UN-Resolutionen!

    • Raubtierkapitalist sagt:

      Was genau soll an jüdischen Siedlungen in Judäa, Samaria und Golan illegal sein?

      Dass Israel die tendenziell anti-jüdischen Resolutionen der UN ignoriert, kann ich verstehen. Vielleicht sollte Israel auch noch einen Schritt weiter gehen und diesen Verein verlassen.

      • Jakob S. sagt:

        Diese Siedlungen verstoßen gegen die UN-Charta und gegen UN-Resolutionen. Diese Resolutionen sind sehr allgemein gefasst, es wird allgemein der Gebietserwerb durch Krieg verboten. Mit anderen teils antijüdischen Resolutionen hat das nichts zu tun. Israel verstößt hier faktisch gegen das Völkerrecht!

  2. le chaim sagt:

    Merke: Tote Juden gut, lebende Juden böse. Ob das was mit Antisemitismus zu tun hat? Neihein, wer kommt denn auf sowas?

  1. 19. Februar 2019

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