Bibi und Tina und der Kampf gegen die bösen Rechten

Von Manuel Freund | Alle Bibi und Tina-Fans freuen sich, die neue Serie der beiden Kindheitshelden ist seit einigen Tagen auf Amazon Prime. Mit neuen Schauspielern, einem größtenteils neuen Produktionsteam und dem Wechsel von Filmen zu einer Serie sollte in das dynamische Duo neuer Wind gebracht werden – ein bisschen zu viel neuer Wind wie ich finde.

Der Regisseur Detlev Buck ist auch verantwortlich für die vier letzten  Bibi und Tina-Filme. Ursprünglich wollte er nur eine Trilogie produzieren, jedoch war ihm das Thema der Flüchtlingskrise so wichtig, dass er unbedingt noch einen vierten Film mit ebendiesem Thema produzieren musste. Wie man aufgrund der Thematik schon vermuten kann, handelt es sich bei Detlev Buck um einen linken Aktivisten, der seinen Job gerne mit seiner Ideologie vermischt. Und in seinem neustem Meisterwerk – der Bibi und Tina-Serie – hat er in der Hinsicht auch keine Ausnahme gemacht. 

In einer der Folgen geht es beispielsweise um Wildschweine. Genauer gesagt zerstören mehrere Wildschweine die Maisfelder in der Nähe des Martinshofs. Aufgrund der Beschwerden der Bauern, lässt der Pächter Graf Falko also eine Jagd auf die Wildschweine veranstalten. Das passt Bibi, Tina und ihren Freunden natürlich nicht. Denn die armen Wildschweine, die darf man doch nicht einfach töten, die haben doch auch nur Hunger. Dann zerstören sie halt die Ernte, und damit die Existenz der Bauern, die Natur holt sich doch schließlich alles zurück. Weil sich die 16-jährigen also für die moralischen Überwacher ihrer Eltern halten, sabotieren sie die Jagd und sorgen dafür, dass kein Wildschwein geschossen, sondern alle nur zurück in den Wald vertrieben werden. Die Bauern beschweren sich danach zurecht, denn die Wildschweine werden sicher nicht zögern, zurückzukommen. Das Ganze wird in der Serie von einem eigens für die Serie geschriebenen Lied begleitet. Darin heißt es z. B. „Stell dir vor, die Tiere […] nehmen uns gefangen“, „Sie glauben, dass wie gar nichts fühlen, so dumm wären Tiere nie“, „Denn Tiere würden sowas niemals tun“ (bezogen auf die Jagd). Das grenzt echt an Realitätsverlust. Tiere werden hier mit Menschen gleichgestellt, sie werden sogar über das Wohl des Menschen gestellt. Ihnen wird Einfühlsamkeit zugesprochen und als Bibi sich in ein Schwein verwandelt und mit den Wildschweinen redet, werden sie vermenschlicht. Gut, das kommt bei Kinderserien nun auch nicht gerade selten vor, aber das ist ja auch erst der Anfang.

“Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Konsument dieser Serie irgendwo zwischen 4 und 10 Jahre alt ist, eigentlich ziemlich perfide.”

Noch besser wird es in einer anderen Folge – denn da kommt ein starker Sturm auf. Und wir wissen natürlich alle, warum es Stürme gibt: Richtig, wegen des Klimawandels. Deswegen wird die Szene auch von einem Lied begleitet, dass so 1 zu 1 von Langstrecken-Luisa sein könnte: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, eine allgemein bekannte FfF-Parole. Weiter geht es mit wild zusammengeworfenen Behauptungen wie: „Im Sommer schneit’s, im Winster zu warm“ oder „Seht ihr nicht, die Wälder brennen“. Zusammengefasst ist der Klimawandel also an allem Schuld. Und anstatt die „Krise“ ruhig und gelassen zu bewältigen, will der Interpret, „dass ihr Panik kriegt“. Und zu guter letzt darf das Trump-Bashing natürlich nicht fehlen: „Der Präsident haut auf den Tisch, Klimawandel gibt es nicht“. Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Konsument dieser Serie irgendwo zwischen 4 und 10 Jahre alt ist, eigentlich ziemlich perfide.

Das war es aber immer noch nicht. Der Martinshof hat eine finanzielle Krise und durch den Sturm ist das Tierfutter knapp, sodass Tinas Mutter – die Besitzerin des Hofs – überlegen muss, einige Tiere zu verkaufen. Jedoch entdeckt eine junge Bau-Unternehmerin aus Japan, dass die Koppel voller Kies ist. Kies sei wohl zum Bauen besonders geeignetes Material. Deshalb will die Japanerin das Stück für viel Geld kaufen, ausgraben und dort einen Badesee errichten. Dies wäre die Rettung für den Hof. Aber das passt Bibi und Tina natürlich auch ganz und garnicht nicht, denn die Fläche dient doch eigentlich als Koppel. Ich habe jedoch das Gefühl, dass die Produzenten einfach die Unternehmerin schlecht dastehen lassen wollten, denn Kapitalisten sind böse und das weiß jetzt auch jedes Kind. Die Japanerin klang jedenfalls so, als würde sie Bibi und Tina notfalls auch drei neue Koppeln kaufen, wenn sie nur den Kies ausbuddeln dürfe.

Kinder haben keine
Denn sie plant ein großes Projekt. Mit dem Kies sollen in der nahegelegenen Gemeinde neue Wohnungen gebaut werden. Dadurch könnte die Stadt sich modernisieren und viele Arbeitsplätze würden geschaffen werden. Klingt doch eigentlich nach nem Happy End. Naja, letztendlich zaubert Bibi sich, ihre Freunde, die Unternehmerin und alle weiteren Beteiligten in die Zukunft. Die Grube ist gänzlich ausgebuddelt, alles ist trocken und sogar das Gras um das Loch ist wegen des Klimawandels weitaus weniger grün als zuvor. Daraufhin stellen sich alle Beteiligten auf Bibis Seite. Das heißt also, die Koppel wird nicht verkauft und der Martinshof hat immer noch die gleichen finanziellen Probleme. Eine Lösung wird dafür nicht wirklich gefunden, ein Bauer meint nur: „Das mit dem Futter kriegen wir schon irgendwie hin, ich hab doch noch was auf Lager“. Typisch links-grün: Gegen alles sein, aber keine Lösungen haben.

Wenn der Produzent schon unbedingt eine ideologische Kindersendung machen will, dann doch bitte unter seinem eigenen Titel

Ich finde es unverantwortlich, dass inzwischen selbst Kinderserien mit so viel Ideologie vollgestopft werden. Jeder Mensch sollte frei sein in der Meinungsbildung – und so kann sich jeder Mensch frei entscheiden, was er sich anschaut und was nicht. Kinder jedoch haben von Themen wie dem Klimawandel für gewöhnlich keine Meinung und keine Ahnung. Kinder schauen nicht Nachrichten oder lesen Zeitschriften, Kinder schauen eben nur Bibi und Tina und glauben automatisch alles, was dort gesagt wird. Kinder werden also inzwischen sogar durch Kinderserien zu kleinen grünen Schulschwänzern erzogen. Und wenn der Produzent schon unbedingt eine ideologische Kindersendung machen will, dann doch bitte unter seinem eigenen Titel und entsprechend gekennzeichnet – nicht indem er altbewährte Klassiker wie Bibi und Tina da mit hinein zieht. Manche Eltern sind vielleicht selbst mit der Kinderserie aufgewachsen und wollen es an ihre Kinder weitergeben – ohne gleich zu merken, dass die Namen inzwischen nur noch dafür da sind, Propaganda unter die Leute zu bringen und unschuldige Kinder zu indoktrinieren.

Zum Schluss noch etwas allgemeine Kritik: Die Schauspieler sind wenig authentisch. Ihr Verhalten wirkt teilweise so gestellt, dass die Serie eher wie eine Parodie wirkt. Am schlimmsten ist jedoch die neue Figur Chico. Der in Andalusien wohnende Junge nimmt in der ersten und hoffentlich auch letzten Staffel eine bedeutende Rolle ein und ist deshalb omnipräsent. Jedoch ist „Chico de La Mancha“ der am wenigsten authentische Spanier, den ich jemals gesehen habe. Sein Schauspieler Christoph Moreno ist nämlich eigentlich Deutscher, er sieht nur spanisch aus und spricht zufällig ein wenig Spanisch. Jedoch ist seine Aussprache katastrophal. Genau so unauthentisch ist sein spanischer Akzent, wenn er Deutsch redet. Er wirkt dadurch weniger wie ein Spanier und mehr als wäre er einfach geistig verwirrt. Apropos singen: Die Lieder sind so voll mit Autotune, dass damit sogar Andre Nahles beim Singen gut klingen würde.

2 Antworten

  1. Tim Ludwig sagt:

    Danke für die Warnung! Den Mist werden meine Kleinen dann schon mal nicht anschauen. (Und nebenbei: Danke für das Broder Interview!)

  1. 14. April 2020

    […] • Weiterlesen • […]