Australischer Student soll für Protest gegen chinesische Einflussname exmatrikuliert werden

Von Sebastian Thormann | Seit fast zwei Jahrzehnten ist China mit sogenannten Konfuzius-Instituten an Universitäten auf der ganzen Welt aktiv. Die Einrichtungen stehen seit längerer Zeit im Verdacht, der Ausbreitung des Einflusses des kommunistischen Regimes zu dienen.

Vor kurzem berichtete das Wall Street Journal nun über einen bemerkenswerten Vorfall an einer australischen Universität. Die Universität Queensland droht einem ihrer Studenten mit der Exmatrikulation und weiteren rechtlichen Schritten, wegen seinem Protest gegen das Konfuzius-Institut der Universität.

Er hatte u.a. in einem Schutzanzug vor dem Institut demonstriert, wohl um auf den Umgang des Regimes mit dem Coronavirus-Ausbruch in Wuhan aufmerksam zu machen. Außerdem kritisierte er die menschenunwürdige Behandlung der chinesischen Minderheit der Uiguren in China.

Laut Universität gab es eine Beschwerde gegen seine Proteste und seine Kritik im Netz, die als “Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing” wahrgenommen werden könne. Außerdem hatte er interne Dokumente zu seinem Disziplinarverfahren veröffentlicht, das er unfair und nicht rechtsstaatlichen Prinzipien folgend nannte und als “Känguru-Gericht” bezeichnete.

Der Student klagt gleichzeitig auf Unterlassung gegen den chinesischen Generalkonsul, der ihn online attackiert hatte. Daraufhin habe er Morddrohungen von pro-chinesischen Unterstützern bekommen. Mehr als erstaunlich ist auch, dass genau dieser Generalkonsul selbst außerordentlicher Professor am Konfuzius-Institut der Universität ist. Eine Tatsache die für Diplomaten höchst ungewöhnlich ist.

Es wird kritisiert, dass China versucht durch das Konfuzius-Institut auch Einfluss auf die Lehre zu nehmen, u.a. durch finanzielle Abhängigkeiten. Die Universität Queensland erhält nämlich inzwischen mehr Studiengebühren von ausländischen Studenten als von inländischen. Für 2020 hat die Universität außerdem erwartet, dass mehr als 60% dieser ausländischen Studenten aus China kommen.

Konfuzius-Institute gibt es natürlich nicht nur in Australien. Sie sind an Universitäten rund um den Globus und sie können oft als Einfallstor für chinesischen Einfluss dienen. In den USA etwa wurden aufgrund der Gefahren für die Akademische Freiheit dadurch, alleine in den letzten zwei Jahren fast 20 dieser Institute geschlossen. Die Sicherheitsbehörden nehmen die bestehenden Institute außerdem genauer unter die Lupe. Darüber sollte man vielleicht auch hierzulande mal nachdenken. Die Gefahr durch das chinesische Regime sollte nicht unterschätzt werden.

1 Antwort

  1. moneypenny sagt:

    Apollo-News mausert sich wirklich zu einem ernstzunehmenden Nachrichten-Magazin! Nirgendwo sonst in der deutschen Presse, auch nicht in der sog. „alternativen“, wird z. B. so gut und regelmäßig über das außerordentlich dringende Thema China berichtet. Bitte weiter so!