Atompilz im Kopf – die grüne Angst vor Atomkraft

Von Paul Weiß | Die Angst vor Gasmangel und Stromausfällen ist in der deutschen Bevölkerung aktuell so groß, das tatsächlich darüber diskutiert wird, die Laufzeit unserer ach so verhassten Atomkraftwerke zu verlängern – laut einer aktuellen Insa-Umfrage sollen sich sogar die Mehrheit der Grünen-Wähler dafür aussprechen. Wenn man daran denkt, wie in Mainstream-Medien, Gesellschaft und Politik bisher über Atomkraft geredet wurde, grenzt das an ein Wunder. Jahrelang wurde propagiert, Atomkraft sei unverantwortlich, hoch gefährlich und sowieso menschenfeindlich. Eine echte Diskussion über die eigentlich so saubere und sichere Energiequelle konnte in Deutschland überhaupt nicht mehr geführt werden.

Versuchte man einem beliebigen Menschen zum Beispiel zu erklären, dass ein Kilogramm Uran so viel Energie bei der Kernspaltung freisetzt wie die Nutzung tausender Tonnen Steinkohle, redete man meiner Erfahrung nach gegen eine Wand – nicht mal die Frage, welche Technologie CO2-sparender wäre, interessiert dann noch jemanden. Die Leute wollen nicht sachlich über ein Thema reden, das ihnen so große Angst zu machen scheint – sie haben keine Bestrebung, sich inhaltlich mit den Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen.

Stattdessen schmeißen sie nur Worte wie „Fukushima“, „Tschernobyl“, „radioaktive Verseuchung“ und „Weltuntergang“ wild durcheinander. Sie warnen vor Fehlern und Gefahren, ohne den enormen Nutzen und Chancen der Technologie in Betracht zu ziehen – und ohne zu verstehen, dass die moderne Reaktoren über die Zeit kontinuierlich verbessert und immer sicherer gemacht wurden.


Innovation als Fremdwort

Also stellen wir lieber jede Forschung und Entwicklung ein, statt auf modernste Flüssigsalzreaktoren zu setzen oder die Nutzung von Thorium, einem bisher ungenutzten und in großen Mengen vorhandenen Industrieabfallstoff, in Reaktoren zu überdenken. Innovation? Doch nicht in Deutschland!

Insbesondere die Grünen predigen Verzicht und Armut; Rückschritt statt Fortschritt, während sie Lastenräder und Eseltransporte anpreisen, Fleischverzicht glorifizieren und das Automobil verteufeln. Ich halte eine solche politische Haltung für stark menschenfeindlich, da sie Menschen in einen Zustand der Güterarmut zurückführt. Diese Armut wird aber nicht verteufelt, sondern als ideale Situation des Menschen beschrieben und vergöttert. „Aber gibt es nicht höhere Werte, als die materialistischen im Leben?“, fragen sie nun vielleicht mit heruntergezogener Hipsterbrille. Nun die gibt es bestimmt, aber darüber denke ich lieber nach, nachdem mein Bedürfnis nach Hunger und Wärme gestillt ist.

„Und was ist mit dem Atommüll?“, höre ich es schon kommen. Doch da möchte ich fragen: Was ist Müll? Es sind Ressourcen, die für den Menschen noch nicht nutzbar sind. Als Menschen in vergangenen Zeiten auf Öl stießen, war dieser Stoff für sie eine Plage. Er verseuchte die Felder und machte sie so unfruchtbar. Ein paar Wimpernschläge in der Erdgeschichte später wurde Öl industriell nutzbar gemacht und so zu einer wertvollen Ressource. Der „Atommüll“ könnte eine ähnliche Karriere hinlegen – mit dem Wort „Müll“ scheint man eine solche Entwicklung in der Aufbereitung oder weiteren Nutzung der Abwärme aber kategorisch auszuschließen.

Die Grünen haben uns abhängig gemacht

Die erste Generation von „Grünen“ ist Triebfeder des irrationalen Energiewandels und seiner Folgen. Als Kinder des kalten Krieges, empfanden sie eine tiefe Abneigung gegen alles, was mit atomaren Prozessen zu tun hat. Ihre unkontrollierte Angst vor dem Atompilz führte sogar dazu, dass sie sich reihenweise an Zuggleisen festketteten, um Zuglieferungen an AKWs zu verzögern. Sie bildeten die Anti-Atomkraft-Bewegung, die die Grüne Partei in den 1980er Jahren mitbegründete. Bereits im ersten Parteiprogramm gab es die Forderung nach einem sofortigen Bau- und Betriebsstopp aller Atomkraftwerke. Etwa zwanzig Jahre später brachte die rot-grüne Koalition dann den ersehnten Atomausstieg auf den Weg und trieb den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie voran. 2010 wurde der Ausstieg zwar von der schwarz-gelben Koalition unter Angela Merkel rückgängig gemacht und  die Laufzeitverlängerung beschlossen, doch dann kam Fukushima. Nur drei Tage nach dem Reaktorunglück verkündeten Merkel und Vizekanzler Westerwelle ein dreimonatiges Atom-Moratorium – und damit den Anfang vom Ende der Atomkraft.

Die Grünen und unsere Ex-Kanzlerin Merkel haben es zu verantworten, dass immer mehr Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke abgeschaltet wurden bzw. werden sollen. Sie haben aus der Angst der Menschen ein politisches Programm gemacht und die Unsicherheit der Bevölkerung aktiv befeuert. Damit haben sie nicht nur unsere Energieversorgung gefährdet, sie haben uns von Russland und Importgas abhängig gemacht – Erneuerbare Energien können Atomkraft und Kohlekraft nicht ersetzen. Trotzdem wurden sie staatlich subventioniert und dem Menschen durch die EEG-Umlage aufgebürdet.

Statt den falschen Kurs zu korrigieren, marschieren wir mit gehissten Fahnen und fröhlichen Mienen mitten ins Unglück. Statt einer modernen Frage eine moderne Antwort entgegenzustellen, trifft man hier auf die letzten Überreste der Angst, die den Grünen in die DNA übergegangen und fest im Kopf verankert zu seien scheint.

 

Wende in Sicht?

Man kann nur hoffen, dass die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke tatsächlich beschlossen und zu einem Umdenken führen wird. Bislang schien das Todesurteil der Atomkraft in Deutschland schon unterzeichnet – obwohl die ganze Welt Kraftwerke aufbaut, während wir unsere abschalten. Aber wer weiß: Vielleicht wird ja nun die kommende Angst vor einem Blackout und dem nächsten kalten Winter etwas in den Menschen ändern- und mit etwas Glück auch das Bild der Atomkraft.

 

2 Antworten

  1. Tim sagt:

    …. bleibt nur noch zu ergänzen, das mit THTRs schon Reaktortypen zur Verfügung stehen, die „den Müll“ nutzen, inhärent sicher sind (bei Druckverlust selbst abschalten) und deren „Müll“ dann nur noch 500Jahre die Strahlengrenzwerte überschreiten – nicht wie der Ausgangs“müll“ 20.000 Jahre…. wenn jetzt noch jemand den Kinderbuchautoren und Studienabbrechern die unsere Schwachköpfe in Regierungverantwortung gewählt haben erklärt, das 500Jahre „voll viel weniger“ sind als 20.000Jahre, ketten sich diese Halbmenschen demnächst an Schienen um für Atomkraft „aba äh so die richtige liebe voll gute – nich die voll echt gemein böse!“ zu demonstrieren!? (Aber jetzt erklähr denen blos niemand wo Lithium für die Autobatterien herkommt! (Wird nämlich wie „Kobold“ etc. „voll gar nicht nett und so richtig umfeltschedlich und so irgentswie aus der Erde geholt und so …. geht auch nicht da wo wir sein tun wo alle Arbeiter voll gut geschützt werden und so – sondern wo die Arbeitsbedingungen und Umweltstandarts nicht so prickelnd sind!

  1. 2. August 2022

    […] Atompilz im Kopf – die grüne Angst vor Atomkraft — Apollo News […]

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