ARD-Chefredakteur Becker: Lehren aus der Geschichte

Von Max Zimmer | Der Chefredakteur des Ersten deutschen Fernsehens, Rainald Becker, twitterte jüngst, wer die Linkspartei noch immer – 30 Jahre nach dem Ende der DDR – als SED Erben bezeichnen würde, habe “nichts verstanden und gelernt“.

Damit richtet er sich gegen Kritiker der “Linken“, die sich mit den dubiosen personellen, finanziellen, rechtlichen und ideologischen Verflechtungen zwischen der ehemaligen Staatspartei der DDR, die SED, und ihrer Nachfolgerpartei, der Linkspartei auseinandersetzen.

Der Zynismus in Beckers Aussage sollte wachrütteln. Nicht nur, dass hier stumpfer Geschichtsrevisionismus und eine Verhamlosung der längsten Diktatur auf deutschem Boden statt findet, auch ist der Tweet ein Affront gegen all jene Oppositionellen und Freiheitskämpfern der ehemaligen DDR, die die Revolution von 1989 ermöglicht haben.

Die Aussage, jemand habe aus der Geschichte “nichts gelernt oder verstanden“, der die bloßen Fakten über die Geschichte der Linkspartei aufzeigt, demütigt alle Opfer der sozialistischen Tyrannei, aus welcher man wirklich hätte lernen müssen. 

Die Klassenkampfideologie, die auf den Theorien von Marx und Engels gründet, ist im 20. Jahrhundert für unfassbare Leichenberge und die Zerstörung ganzer Nationen verantwortlich gewesen.

Und ein Teil dieses Jahrtausendverbrechens mit dem Namen Kommunismus war eben auch das sowjetisch kontrollierte Marionetten-Regime der SED in Ostdeutschland, die verantwortlich ist für 40 Jahre Stasi Terror, Mauer Tote und Misswirtschaft.

Wenn im Jahre 2019, 30 Jahre nach dem Ende dieses schrecklichsten Experiments in der Geschichte der Menschheit, ein Gregor Gysi – ehemaliger DDR Minister und Vorsitzender der SED – auf einer offiziellen Jubiläumsfeier des 30. Jahrestags der Wende auftreten darf, beleidigt das die Opfer jener Diktatur. 

Vielleicht sollte Becker sich mal mit eben diesen Leuten befassen, die wirklich nichts verstanden oder aus der Geschichte gelernt haben.

Aber wer die Tagesschau-Redaktion zu einer Antifa-Kaderschmiede umbaut, und grüne Planwirtschaftsfantasien offen promotet, dem kann man leider auch keine kritische Auffassung zum Sozialismus zutrauen. 

Daher kommen die Aussagen Beckers keineswegs überraschend, wohl aber schockierend.

3 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Unglaublich. Und schon interessant, was alles mit allem nix zu tun hat…
    Die Frage ist ja nur die: Halten die die Zuschauer für so blöd oder sind die es tatsächlich? Leider spricht ja auch vieles für Letzeres…
    Sehr treffender Artikel, der klipp und klare Stil gefällt mir sehr gut.

  2. Thomas Jacobs sagt:

    Links(-radikalität) ist offensichtlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so dass Herr Becker die Linke aus der linksradikalen Ecke “heraus reden” kann. Grund: Man versucht die SED Nachfolgepartei damit auch für Bürgerliche noch hoffähiger zu machen, als sie es ohnehin bei vielen schon ist, um die Bürger nach den Herbstwahlen in den entsprechenden, neuen Bundesländern auf Koalitionen mit den (ehemaligen) Kommunisten einzustimmen. Dies ist für viele anscheinen notwendig, um eine Regierungsmehrheit der AfD zu verhindern, die Linke nicht nur als kleineres Übel, sondern sogar als eine Art selbstverständlichen/natürlichen Regierungspartner gegen “Rechts” ins Feld zu führen! Andere Medien werden nachziehen! Wetten!! Und nebenbei! Sind nicht in zwei Jahren Bundestagswahlen……! Honi soit qui mal y pense!!

  3. Andrés Ramos sagt:

    Ich war mein ganzes Leben nie ein Fan des ÖR Rundfunks, inzwischen sind die privaten Kanäle politisch ja auch nicht wirklich besser. Trotzdem erfüllt mich das permanente, an Penetranz zunehmende Framing, Nudging und inzwischen sogar “Conditioning” nur noch mit Ekel. Noch vor einem Jahr hörte ich Morgens im Auto wenigstens noch 30min NDR4-Info. Das geht jetzt garnicht mehr, wegen heftiger mentaler Abwehrreaktionen. Vor Jahren hätte ich so eine Entwicklung nicht für möglich gehalten.