Antisemitismus-Beauftragter: Energiewende gegen Judenhass

Von Max Roland | Der Baden-Württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume stellt seinen ersten Bericht vor – und schließt diesen mit einem guten, kreativen und neuen Ansatz zur Bekämpfung von Judenfeindlichkeit. Denn wie können wir gegen Antisemitismus arbeiten? Indem wir die Klimakrise lösen! Ja, ehrlich.


Deutschland hat aus seiner Geschichte sehr deutsch gelernt. Denn der Bürokratieweltmeister hat natürlich auch in diesem Zusammenhang Beauftragte. Nicht für, sondern gegen Antisemitismus. Einer von ihnen ist Michael Blume. Der sitzt in Baden-Württemberg und hat jetzt seinen ersten Bericht zu Antisemitismus im Ländle vorgestellt. Als guter Deutscher wagt er natürlich den Blick über den Tellerrand und über die eigenen Grenzen hinaus. Und so fühlt Blume sich berufen, auch die internationale Analyse zu wagen. Das ganze ist themenübergreifend und heißt im Bericht „vernetzes Denken“ – es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen.

Freilich ist der linke Mainstream an vielen Zusammenhängen nicht interessiert. Vernetzt gedacht werden soll schon – aber so sollten wir zum Beispiel doch bitte nicht Israelfeindlichkeit und Antisemitismus in Verbindung miteinander bringen. Israelkritik ist doch unser Recht, ach was Rede ich, unsere Pflicht als deutsche, die aus der Shoa gelernt haben.

Aber irgendwelche Zusammenhänge müssen wir ja erkennen können, oder? Und Michael Blume hat einen gefunden. „Wenn wir den Antisemitismus global und glaubwürdig bekämpfen, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einstehen wollen, dann muss dies auch stärkere Anstrengungen für die Wende zu erneuerbaren Energien und die Dekarbonisierung bedeuten“, heißt es im Bericht auf Seite 62. Ja, der Klimakampf ist auch ein Kampf gegen Antisemitismus und Schuld am Antisemitismus hat die Klimakrise. Denn: „Die Verfeuerung fossiler Rohstoffe vergiftet nicht nur Umwelt und Klima, sondern verformt auch Gesellschaften, Staaten und religiöse Lehren ins Autoritäre.“ 

Was ein erleuchtender Gedanke!  Die Erderwärmung ist nicht nur für Hoch-und Niedrigwasser, Rekord- und Regensommer, für schmelzendes Eis und für wachsendes Eis an den Polen verantwortlich, sondern jetzt auch für Antisemitismus. Das öffnet doch direkt neue Betrachtungswinkel. Endlich eine Antwort gefunden, wenn einer nach dem „Warum“ für den arabisch-muslimischen Antisemitismus fragt: Die hassen nur Juden, weil es bei ihnen da unten so heiß ist. Wie sieht’s dann eigentlich mit dem Antisemitismus unter Israelis aus? Immerhin sind’s in Tel Aviv gerade 30 Grad. Da muss es doch zu regelrechten Selbsthassorgien kommen. Sollte mal einer ermitteln. 

Weiter heißt es: „Mit jedem Schritt zur Dekarbonisierung, der Förderung erneuerbarer Energien, von Bildung und der Verbesserung von Recycling können Akteure in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nicht nur den Umwelt- und Klimaschutz fördern, sondern auch Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Frieden und die Überwindung antisemitischer Propaganda. Idealerweise können wir baden-württembergisches Engagement mit globaler Verantwortung verknüpfen und auch damit für eine Welt mit weniger Zerstörung, Hass, Antisemitismus und Rassismus wirken.“ Klar: Mit jedem abgeschalteten Kohlekraftwerk tut man ja bekanntlich auch was für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Das Windrad ist das Symbol des globalen Kampfes für Rechtsstaatlichkeit: Wo die Turbine in den Himmel ragt und das Solarpanel das Feld ziert, herrschen bald schon Freiheit und demokratische Verhältnisse. So wie in China.  Und der Antisemitismus wird auch mit jeder regenerativen Energiequelle erfolgreich bekämpft. Anfang des Jahres gab der Iran übrigens bekannt, seine kW-Leistung im Bereich der erneuerbaren Energien verdoppelt zu haben. Läuft das dann wie das Payback-Punktesystem? Ab 1000 Kilowatt hört man auf, den Holocaust zu leugnen, ab 5000 wird die Finanzierung der Hezbollah beendet und ab 10.000 wird Israel anerkannt? Wir dürfen gespannt sein.

Anscheinend ist das mit dem Klima wirklich der Hauptgrund für alles. Neulich erst hat uns doch Greta erzählt, die Alliierten wären wegen eines Kampfes “für den Planeten” in der Normandie gelandet. Jetzt die Erkenntnis, dass Co2-Verringerung gegen Antisemitismus hilft. Wir sollten die Geschichtsbücher umschreiben: Weil man in den 30ern so viel Co2 ausgestoßen hat, kamen die Nazis in Deutschland an die Macht: Denn Klimawandel fördert ja Judenhass. Ich habe recherchiert und herausgefunden, dass Nordwesteuropa im Sommer 1932 unter einer Hitzewelle litt. Da sehen wir es: 1932 ein “Klimasommer”, 1933 die Machtergreifung der Nazis. An allem ist die Klimakrise schuld.

4 Antworten

  1. Störk sagt:

    Die Darstellung war wohl etwas verkürzt. Dr. Michael Blume war schon vor seiner Zeit als Antisemitismus-Beauftragter ein Fan der “Rentierstaaten-Theorie”: eine florierende Ölwirtschaft macht es den jeweiligen “Eliten” des ölfördernden Landes besonders leicht, sich die Export-Profite unter den Nagel zu reißen, Günstlinge zu versorgen und Oppositionelle zu unterdrücken. Das Gegenbeispiel Norwegen:
    https://www.rferl.org/a/what-can-norway-teach-other-oil-rich-countries/26713453.html
    … funktioniert nur, weil die Nachfahren der Wikinger eine ausgesprochen homogene Gesellschaft mit hohem Verantwortungsbewußtsein und gegenseitigem Vertrauen bilden.

    Wenn jetzt der Öl-Markt zusammenbricht, weil der Elektroauto-Fahrer Dr. Blume kein Benzin mehr kauft, fehlt den Öl-Staaten das Geld sowohl zur Terrorfinanzierung als auch zur Terrorisierung der eigenen Untertanen.

    Was Dr. Blume als Religionswissenschaftler nicht versteht, ist, daß verteuerbare Energien wie Wind und Sonne dabei über-haupt-nicht helfen. Fracking-Gas und SMR-Containerkraftwerke aus MAGA-Länd dagegen können den Ölpreis schon eher unter Druck bringen – und damit auch öl-abhängige Schurkenstaaten.

  2. karlchen sagt:

    Jetzt bin ich verwirrt – also der Klimawandel ist doch gemacht vom bösen Kapitalismus, oder? Und der ist doch – wie wir ja alle wissen – immer schon das Metier der Juden, oder nicht? Also sind die Juden Schuld am Antisemitismus? Ach ja klar – das waren sie ja auch immer schon! Ich Dummerle hab das nur nicht gleich begriffen…
    … Wenn aber nun die Juden Schuld an allem Bösen sind, ist die Lösung… Nee das kann nicht sein, da muss ich diese Antifaschisten jetzt doch falsch verstanden haben – sonst verstünden diese sich ja janz prima mit.. ups. Auweia.

  3. Max Media sagt:

    Danke für diesen Artikel, was muss ich lachen:-)
    Die Absurdität auf den Punkt gebracht.

    Ich sehe schon die Headline bei der Tagesschau nach der Sachsenwahl:
    “AFD stärkste Partei wegen Klimahitze, selbst eiskalte Missachtung der Wahllisten
    konnte das Ergebnis nicht stoppen!”

  1. 27. Juli 2019

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