Was, wenn Harry Potters Freunde Impfgegner gewesen wären?

Von Jonas Aston | Die Gesellschaft ist gespalten. Menschen werden kategorisiert und je nach Impfstatus Rechte zugeteilt. Die noch immer drohende Impfpflicht versetzt Millionen Ungeimpfte in Angst und Schrecken. Doch die Situation ist längst nicht so hoffnungslos wie es scheint. Die neue Normalität lässt sich nicht überall durchsetzen: Die Filmindustrie setzt nach wie vor auf die alte Normalität. Selbst in den neuen Blockbustern fehlt von Maske, Abstand und Hygieneregeln jede Spur. Man lässt damit den Zuschauer aus der tristen durchregulierten Realität in eine freie, bessere und einfach normale Welt entfliehen. Jeder Versuch, den CoronaAlltag in Filme zu integrieren, würde auch die absurdesten Blüten treiben. Dabei, würden Corona-Remakes vielleicht auch den letzten klar machen, wie verrückt unsere Lage gerade ist. 

Ron Weasley der Impfverweigerer und James Bond mit 2G-Nachweis

Was wäre zum Beispiel, wenn Ron Weasley und seine Familie sogenannte Impfverweigerer wären? Wie an zahlreichen Unis könnte auch in Hogwarts 2G gelten. In diesem Fall hätte Harry Ron nie kennengelernt und Molly Weasley hätte Harry nicht auf die verzauberte Säule aufmerksam machen können. Harry würde auf der Suche nach seinem Zug ganz verloren am Bahnhof Kings Cross stehen. Wildhüter Hagrid hat sich längst aus dem Staub gemacht und der Schaffner blafft ihn auf die Frage, wo denn das Gleis 9 ¾ sei, nur belustigt an und fordert ihn auf, die Maske richtig aufzusetzen. Die Harry-Potter-Saga würde hier ihr tragisches Ende nehmen und Harry bis zum Ende seiner Tage im Treppenschrank der Dursleys hausen. „Harry Potter und das Virus des Schreckens“, hieße das ganze dann. 

Auch der amerikanische Film „Hangover“ würde ganz anders ablaufen. Im dritten Teil verliert Phil in Tijuana (Mexiko) sein Handy. Aus heutiger Perspektive eine absolute Vollkatastrophe. Wer weiß, welche Einreisebestimmungen in die USA gerade bestehen? So ganz ohne digitales Impfzertifikat hätte Phil schlechte Karten. Doch selbst wenn Phil, Stu und Alan einreisen dürften, würde wohl eine mehrwöchige Quarantäne drohen. Dabei hatten die Freunde doch von Mafia-Boss Marshall den Auftrag, ihm sein Gold im Wert von mehreren Millionen Dollar zurückzuschaffenMarshall hätte wohl längst die Geduld verloren und ihren Freund Doug, den er als Geisel nutzte, erschossen. Nicht auszudenken wäre auch, wenn Alan im ersten Teil zwar „Roofie“-Tabletten, aber eben nicht die Impfung genommen hätte. Der feuchtfröhliche Junggesellenabschied wäre ins Wasser gefallen, genau wie Teil zwei und drei des Films.

In einer coronakonformen Verfilmung hätte Bond nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch die Lizenz zur Abstandskontrolle

Und wie würden eigentlich die James Bond Filme ablaufen? Unbemerkt in ein Gebäude zu gelangen, um etwa das Informationsnetzwerk Spectre zu bespitzeln, wäre nicht möglich. Schon am Eingang würde die Security sich Impfstatus und Personalausweis vorzeigen lassen. Die Bond-Girls wären vollkommen überflüssig. Mit Hinweis auf die Abstandsregeln, den allgemeinen Hygieneregeln und der Maskenpflicht würde 007 sämtliche Annäherungsversuche freundlich, aber bestimmt ablehnen. Überhaupt stellt sich die Frage, warum ein so ausgewiesener Sicherheitsexperte sich in diesen Zeiten mit profanen Dingen, wie der organisierten Kriminalität beschäftigen sollte. In einer coronakonformen Verfilmung hätte Bond nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch die Lizenz zur Abstandskontrolle und Maskenverweigerern würde er drohen: „Maske hoch oder ich schieße“.

Solcher Irrsinn hat in den Filmen keinen Einzug gehalten. Filme halten Politik und Gesellschaft einen Spiegel vor und erinnern, dass es auch anders geht. Sie machen Hoffnung auf ein „Zurück in die Zukunft“. Eine Welt ohne stundenlanges Anstehen vor Testzentren, Diskriminierung von Minderheiten und der Grundrechtszuteilung per Zertifikat ist möglich. Wir müssen nur mehr Freiheit wagen. Und irgendwann werden wir das. Auf Dauer ist es noch nie gelungen eine ganze Gesellschaftsgruppe auszugrenzen. Die derzeitige Situation lässt sich nicht schön reden. Doch bessere Zeiten werden kommen. „Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.“

 

2 Antworten

  1. Cookie Monster sagt:

    Also was die Maskenpflicht angeht, ist Darth Vader stets ein Vorbild gewesen. Leider weilt er nicht mehr unter uns …

  2. karlchen sagt:

    👍