AKK-Mobbing bei JU-Deutschlandtag

Von Manuel Freund | Kürzlich fand im Saarland der „Deutschlandtag“ der Jungen Union (JU) statt. Viele große Unions-Politiker von Söder bis Altmaier und selbstverständlich auch Kramp-Karrenbauer reisten an, um vor der jungen und gut gelaunten Menge über verschiedenste Themen zu reden. AKK kämpfte bereits bei ihrem Antritt zur Parteivorsitzenden mit viel Gegenwind. Die Wahl selbst gewann sie nur knapp gegen Friedrich Merz. Nach ihrem Antritt als Verteidigungsministerin sank ihre Zustimmung weiter, denn sie hatte eigentlich angekündigt, sich auf die Erneuerung der Partei zu konzentrieren und deswegen keinen Ministerposten anzunehmen.

Zumindest im Saarland fand die Parteivorsitzende immer sehr viel Zustimmung. In ihrem Heimatland hatte sie bei der letzten Landtagswahl dafür gesorgt, dass die CDU trotz wenig Hoffnung auf den Wahlsieg, als größte Partei in den Landtag einziehen konnte. Doch ihre Vorstellung am Deutschlandtag ließ zu wünschen übrig.

Bei ihrer Rede fing AKK nicht mit einem Ziel an, nich mit etwas, dass sie erreichen will oder mit einer Idee. Nein, AKK fing mal wieder damit an, die AfD fertigzumachen. Sie bezeichnete diese als „politischen Arm des Rechtsradikalismus“. Der Anschlag in Halle solle uns ein Signal sein. Die AfD als Träger des Rechtsradikalismus in Deutschland sei eine Gefahr für uns alle. Ich bin es langsam Leid so etwas zu hören. Selbstverständlich ist rechtsextreme Gewalt vor allem in Ostdeutschland ein Problem. Aber man kann jeden AfD-Politiker fragen, ob er sich vom Rechtsextremismus distanziert und über 95 % werden dies bejahen. Man kann an der AfD viel kritisieren, aber sicher nicht, dass sie gewollt Rechtsextremismus fördert oder verkörpert.

Anders sieht es auf der linken Seite im Bundestag aus. Die Linke distanziert sich nicht nur nicht von linksextremer Gewalt, sie unterstützt sie teilweise sogar (siehe G20). Und auch in der SPD und bei den Grünen finden sich viele Politiker, die gut und gerne mal mit der Antifa auf Demonstrationen herumspazieren.

Die Intention von AKKs AfD-Bashing ist relativ klar: Sie will den Nachwuchs der Union für sich gewinnen und da die Jugend heutzutage politisch meist nicht mehr zu bieten hat als: „Die AfD ist Scheiße!“, macht sie das halt auch. Schade nur, dass es in der JU immer mehr Zustimmung für die Werte-Union gibt. Der Beifall für AKKs Rede fiel dementsprechend eher schwach aus.

Anders jedoch sah es beim ihrem Rivalen Friedrich Merz aus. In seiner Rede kritisiert er zu hohe Sozialausgaben, fordert geregelten Umweltschutz durch technologischen Fortschritt und benannte ganz klar, dass Antisemitismus in Deutschland von Linksradikalen, Rechtsradikalen und Islamisten komme und alles drei ein zu bekämpfendes Problem sei. Der Jubel ist riesig und im ganzen Saal werden Schilder mit der Aufschrift: „Mehr Sauerland für Deutschland“ hochgehalten, der Heimat von Merz.

Nun hat die Junge Union sogar einen Antrag verabschiedet, den Unions-Kanzlerkandidaten bei der nächsten Bundestagswahl wieder per Urwahl unter allen Mitgliedern zu bestimmen. Tilman Kuban – der Vorsitzende der JU – bezeichnet dies als Misstrauensvotum gegen AKK. Die Parteispitze sei nun schon sehr lange in der Hand des links-liberaleren Flügels, zu dem auch Merkel gehört. Den „Entscheidungskartellen in den Hinterzimmern“ müsse endlich die macht entzogen werden.

Mögliche Kandidaten neben AKK wären natürlich Friedrich Merz und Jens Spahn, aber eventuell auch Markus Söder – der bayerische Ministerpräsident – oder Anja Karliczek. Peter Altmaier ist der einzige realistische Kandidat, der sich schon klar gegen eine Kandidatur auf den Kanzlerkandidatsposten entschieden hat.

Bild: Harald Dettenborn | CC BY 3.0 DE via Wikimedia Commons

4 Antworten

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Die JU als Widerstandszelle, die die Macht von Merkel Und ihresgleichen brechen wird? Schön, wär’s, allein mir fehlt der Glaube…

  2. Thomas Jacobs sagt:

    Mehr JU und Friedrich Merz in der CDU statt AKK und Merkel! Dann könnte man u. U. auch wieder CDU wählen, statt sein Gewissen damit zu martern, wen man bei anstehenden Wahlen (nicht) wählen sollte!

  3. Andrés Ramos sagt:

    Alles richtig und ich hege große Hoffnungen in diese Entwicklung. Aber ich würde nicht zu früh jubeln, denn es hat sich gezeigt, dass sich die Führungselite auch mit schwindenden Mehrheiten an ihren Stühlen festkrallt. Solange sie mit ihrer schieren Macht weiter regieren können, pfeifen sie auf die Mehrheit.

  4. J. Großheim sagt:

    AKK, das Ziehkind von Angela, soll ihre Nachfolgerin werden. Aber die Position einer BK wird die Dame nicht ausfüllen, sowenig wie die derzeitige Darstellerin dem Posten Gewicht gegeben hat. Dank der medialen Unterstützung durch ARD/ZDF und den Parteien im Modus einer Nationalen Front 2.0 im Bundestag fiel das nicht weiter auf. Erst nach der Grenzöffnung 2015 für die „ Flüchtlinge“
    wachten viele Bürger auf. Diese Politik hat aber mit liberal nichts zu tun.