Umbruch in Venezuela: und die Schafe entpuppen sich als Wölfe

Von MAX ZIMMER und ADRIÁN | Die venezolanische Opposition wehrt sich: gegen Unterdrückung, Repression, Wirtschaftskrise und Sozialismus: nach 2 Jahrzenten des sozialistischen Experiments Venezuela, noch von Hugo Chavez als “Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ beschrieben, ist dieses gescheitert.
Wenig überraschend endet ein weiterer Versuch den Sozialismus zu verwirklichen in Tyrannei, Chaos und Elend.

Am Mittwoch versuchte der Parlamentspräsident Venezuelas, Juan Guaidó, die Machtübernahme gegen Nicolás Maduro. “Vor dem allmächtigen Gott gelobe ich, die Kompetenzen der Exekutive als Interims-Präsident von Venezuela zu übernehmen” erklärte er am Mittwoch bei einer Kundgebung in Caracas, der Hauptstadt des wirtschaftlich zerstörten Landes. “Lasst uns alle schwören, dass wir nicht ruhen, bis wir die Freiheit erlangt haben”.
Und er handelt nicht einmal rechtswidrig: denn laut Gesetz darf der Parlamentspräsident für eine Übergangsregierung die Macht übernehmen, falls bei der Wahl des Präsidenten erwiesenermaßen betrogen wurde.
Hunderttausende Demonstranten stellten sich auf seine Seite. Die USA erkannten ihn sofort als neuen Staatschef Venezuelas an, viele weitere Länder folgten. Auch die sonst so Appeasement-wütige EU positionierte sich eindeutig gegen Maduro.

Jetzt müsste man meinen die europäische Linke, die der venezuelanischen Regierung noch vor wenigen Jahren zu Füßen lag, darunter Sahra Wagenknecht die den venezolanischen Weg als vorbildhaft beschrieben hat, müsste ihren Standpunkt bezüglich Maduro revidieren, und einsehen, dass der demokratische Sozialismus genau so gescheitert ist wie der ehrlichere Sozialismus der Planwirtschaft.
Aber weit gefehlt:
Die linke Tradition des Perpetuum mobile, des gescheiterten Experiments ohne Umbrüche im Weltbild setzt sich fort.

Egal was passiert:  Ob 10 Millionen Ukrainer verhungern, ob 20 Millionen Russen in Stalins Gulags “entsäubert“ werden, ob 50 Millionen Chinesen bei Maos “großem Sprung nach vorn“ entweder verhungern oder von den revolutionären Soldaten hingerichtet werden, ob dutzende deutsche Bürger im eigenen Land an der innerdeutschen Grenze erschossen und wie in einem Freiluftgefängnis gehalten werden, 24/7 von der Staatssicherheit bespitzelt, ob eine Million Kambodschaner von den roten Khmern getötet werden, oder Zivilisten vom Vietcong in Vietnam, ob in Nordkorea, Kuba oder Polen, Ungarn, Tschechoslowakei oder Jugoslawien:
Niemals ist ein Ideal gescheitert, es war immer nur dessen Umsetzung.
Albert Einstein sagte eins: “Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.”
Genau das beobachten wir mit dem Sozialismus.
Er mag sich neue Spielarten suchen, in neuen Formen auftreten, mal national, mal leninistisch, mal maoistisch, mal “demokratisch“, aber er wird immer dieselbe ideologische Grundlage des radikalen Kollektivismus und Etatismus behalten, und daher immer eine kollektivistische und tyrannische Tendenz haben.
Kontrollierst du die Güter, so kontrollierst die Menschen.
Friedrich August von Hayek hat die Mechanismen von Tyrannei in “der Weg zur Knechtschaft“ exakt beschrieben, und dargelegt, wieso Planwirtschaft und die Kontrolle des Staates über die Wirtschaft zwangläufig in Diktatur und Knechtschaft führen.

Die Wiederwahl Maduros letztes Jahr wird weder von der Opposition noch von westlichen Staaten anerkannt, da diese nicht international bewacht war und auch keine demokratischen Standards erfüllt hat, gibt es dringenden Verdacht auf Wahlmanipulation zugunsten des Regimes.
Bereits seit den Massenprotesten im Jahre 2014 herrscht in dem Land eine explosive Unruhe, und ein Spalt zwischen den Anhängern Maduros und seinen Gegnern.
Gerade die massive Wirtschaftskrise und die bodenlose Inflation von mittlerweile 1.000.000.000% trieb die Gegner von Maduros Sozialismus auf die Straße.
Es gibt immer wieder Ausschreitungen und Straßenkämpfe zwischen den Demonstranten und der repressiv vorgehenden Polizei. Auch nach der versuchten Absetzung schreckt Maduro nicht vor extremen Mitteln zurück: 26 Menschen wurden bei neuen Protesten von der Regierung ermordet, teilen Menschenrechtsorganisationen mit. Aber was nutzen diese Toten Maduro? Er beweist damit seinem Land nur weiter, dass er dringend von seinem Amt entfernt werden muss. Zu den Hungertoten durch Jahre sozialistischer Planwirtschaft kommen jetzt also wie schon in anderen sozialistischen Staaten üblich politische Morde hinzu.

Während nun also die Menschen in Venezuela für mehr Demokratie und Transparenz kämpfen, sehen die Linken ihre venezuelanische Utopie vom “Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ bröckeln, und betätigen die Alarmsirenen.
Linke Bundestagsabgeordnete verurteilen die Demonstranten (!), und sprechen von einem “illegitimen Putsch“, der in Venezuela statt fände.
Wie in der Ukraine auch wird ein politischer Umbruch als Putsch diffamiert, um die Gegner der eigenen Allmachtsträume besser dämonisieren zu können.
Diejenigen, die vom “demokratischen Sozialismus“ sprechen enttarnen sich an Venezuela.
Wer sich hinter das Regime von Maduro stellt, beweist, wie weit es mit der Demokratie im Sozialismus her geholt ist.
Egal was man vor Sozialismus hängt, Sozialismus bleibt Sozialismus.
Und Ludwig von Mises wusst bereits: “Ein Sozialist ist nur ein Diktator in Verkleidung.“

1 Antwort

  1. karlchen sagt:

    Super Zitat von Mises, das werde ich mir merken!
    Hab als Gegengabe auch ein schönes altes: Nietzsche bezeichnete den Sozialismus als „die zu Ende gedachte Tyrannei der Geringsten und Dümmsten, der Oberflächlichen, der Neidischen und der Dreiviertels-Schauspieler“.