2G in Fahrschulen – Freiheitsgefühl könnte ansteckend sein

Von Gesche Javelin | Schon seit ich das erste Mal im Sportwagen meines Patenonkels mitgefahren bin, warte ich darauf, Auto fahren zu können. Ich sehne mich danach, mein Fernweh endlich mit meinem eigenen Auto zu befriedigen und selbständig mein nächstes Ziel zu erreichen, ohne mir mit dem Fahrrad die Beine abzustrampeln oder auf das Elterntaxi angewiesen zu sein. Ich möchte endlich selbst das Gaspedal durchdrücken und spüren, wie die Massenträgheit mich in die Rückenlehne presst – und vor allem die Macht über das Radio haben.

Jetzt stehen diesem Gefühl von Freiheit nicht nur aufgebrachte Klimaaktivisten im Weg, sondern auch noch eine Spritze. Autofahren ist seit Neustem anscheinend in vielerlei Hinsicht sehr gefährlich, man könnte sich sogar anstecken und das leider nicht mit der Sehnsucht nach Unabhängigkeit. Ich sah mich der Freiheit schon so nah: In ein paar Monaten könnte ich endlich mit dem Führerschein anfangen. Doch Anfang des Jahres wurde ich wieder einmal aus meinem Traum in die Realität gerissen: In der Fahrschule wurde die 2G-Regel eingeführt. Die Freiheit fährt direkt vor meiner Nase davon.

Zumindest stand das so in den Schlagzeilen. Doch nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass es doch die ein oder andere Fahrschule gibt, bei der man mit 3G teilnehmen kann. Auch in der Verordnung ist nur für die Prüfungen festgelegt, dass diese mit 3G stattfinden müssten. Aber von 3G, geschweige denn 2G im Unterricht habe ich dort nichts gefunden. Wieder einmal eilen einzelne (oder auch einige) ängstlich den Verordnungen voraus. Und auch nichts Neues ist: Chaos. Keiner weiß eigentlich so genau was gilt, ab wann es gilt, ob es nur angedroht wurde oder auch wirklich verordnet wurde. Verwirrung. Hilflosigkeit. Durcheinander. Ja, wie Corona-Politik es an sich hat.

Freiheit, Unabhängigkeit, Kontrolle 

Doch zumindest gegen die Verwirrung und das Durcheinander im Straßenverkehr hat Elon Musk die rettende Idee: das autonome Fahren. Vor ein paar Jahren behauptete er: „In 20 Jahren wird sich der Besitz eines Autos, das nicht autonom ist, anfühlen wie heute der Besitz eines Pferdes.“ Eine Freundin von mir, die vor Kurzem ein eigenes Pferd bekommen hat, wirkte auf mich persönlich ziemlich glücklich. Und ich werde auch in 20 Jahren glücklich sein, ein Auto selbst fahren zu können. Ich denke, dass es nicht nur mir so geht. Beim Auto fahren geht es für mich um das Gefühl von Freiheit, selbst die Kontrolle zu haben. Selbst zu steuern und entscheiden zu können, wo man hinfährt und wie schnell. Und natürlich auch sich eigenständig und schnell von einem Ort zum anderen bewegen zu können.

Irgendwann wird dann auch noch das Leben für mich gelebt und ich gucke nur noch zu, wie meine eigenes Leben an mir vorbeizieht

Das alles wird das autonome Fahren mir wohl abnehmen. Ich sitze in einer Blechkiste, die mich zur Ostsee fährt, ohne dass ich spontan entscheide, dass ich den Weg über die Landstraße nehme, weil die Landschaft schöner ist. Das Auto entscheidet für mich, was die effektivste Strecke ist. Damit ich dann im Auto sitzen kann und mir mit anderen Sachen die Zeit vertreibe. Alles wird für mich übernommen und ich muss nur noch das Ziel sagen. Irgendwann wird dann auch noch das Leben für mich gelebt und ich gucke nur noch zu, wie meine eigenes Leben an mir vorbeizieht, indem alles für mich gemacht wird.

Doch ich habe mein Leben selbst in der Hand. Ich werde mein eigenes Auto haben und spüren, wie ich das Gaspedal durchdrücke und es mich in die Rückenlehne drückt. Das wird mir kein Gesundheitsminister nehmen können.

 

2 Antworten

  1. Barbara Senger sagt:

    Lasst Euch diesen Wunsch nach Freiheit und Selbstverwirklichung bloß nicht kaputtmachen! Wehrt Euch gegen staatliche Bevormundung und findet Euren Weg, ein erfülltes Leben zu leben! Nichts anderes wünsche ich mir für unsere Jugend!

  2. Maga sagt:

    Ein wunderschöner Artikel. Ich wünsche mir, das endlich Vernunft einkehrt und wenn es wärmer wird die Regeln aufgehoben werden.