Zwischenruf: Warum eine Frauenquote schlecht für Frauen ist

Von MARVIN WANK | Seit 2016 gibt es eine verbindliche Frauenquote von 30% für Neubesetzungen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen. Nun fordern Aktivisten, diese Vorgabe auch auf Führungspositionen auszuweiten. Abgesehen davon, dass Gleichberechtigung mit der Brechstange und Eingriffe in die Wirtschaft aus liberaler Sicht ohnehin negativ zu bewerten sind: Was bringt eine Frauenquote denn?

Nehmen wir mal an, von 1.000 Menschen wären 20 dazu im Stande, Führungskraft zu sein, 10 Männer und 10 Frauen. Im Vorstand der Firma X werden plötzlich 20 Sitze frei. Idealerweise für das Unternehmen würden diese 20 Posten mit den 20 qualifiziertesten Menschen besetzt werden. Gehen wir davon aus, dass die Aktivisten Recht haben und tatsächlich eine Diskriminierung nach Geschlecht stattfindet: der Vorstand wird mit 10 qualifizierten Männern, 5 qualifizierten Frauen sowie 5 weniger qualifizierten Männern besetzt.

Die 5 qualifizierten Frauen, die übrig bleiben, kommen entsprechend zurück auf den Arbeitsmarkt. Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Unternehmen ihre Führungskräfte der Leistung entsprechend besetzt, haben diese einen großen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen, die Führungspositionen aufgrund des Geschlechts vergeben.

Ohne Frauenquote werden sich früher oder später die Unternehmen durchsetzen, deren Personalpolitik frei von irrationaler Diskriminierung ist. Mit einer Frauenquote fände diese Selektion nicht statt, der Beleg für die Gleichberechtigung kann nicht erbracht werden. Im Gegenteil: Frauen in Führungspositionen würden nicht mehr für ihre Leistung respektiert werden, sondern als Quotenerfüllerinnen belächelt werden. So paradox dies klingen mag: Eine Frauenquote dient nicht der Emanzipation – sie schadet dieser.

1 Antwort

  1. Annamierl sagt:

    Frauenquote ist wie Vorsprung beim Wettrennen: peinlich und demütigend

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