Wo bleibt der Aufschrei?

Von MAX ZIMMER | Unsere Politiker in Berlin predigen, genau so wie die meisten größeren Medien und generell alle wichtigen gesellschaftlichen Institutionen Deutschlands “historische Verantwortung“.
Gut, auch wenn unsere Westbindung, die ja regelmäßig- wenn auch als Lippenbekentniss- zur Staatsräson erklärt wird, schon seit Jahrzehnten bröckelt, was an zunehmendem Antiamerikanismus, “Nato Kritik“ und Liebäugelei mit dem Lieblingsdespoten der alternativen Szene Putin zu erkennen ist, konnte man bislang zumindest noch von einem mindestmaß an außenpolitischer Courage der Bundesregierung ausgehen.
Welch naive Annahme.
Den Gipfel der politischen sowohl Inkonsequenz als auch Inkompetenz erreichte die momentane Situation, als sich die Bundesregierung zusammen mit der EU mehr oder weniger mit dem Iran gegen Donald Trump verbündet hat, indem sie bei einem gemeinsamen Treffen die Wichtigkeit des Iran Abkommens symbolisierten.
Dies fiel in eine Zeit, in welcher der Iran auf Konfrontationskurs mit Israel geht, während diese mit dem tagtäglichen Terror der Hamas und Hizbollah zu kämpfen haben.
Und wenn Israel am Tag der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem versucht, zehntausende palästinensische “Demonstranten“ an der Erstürmung der eigenen Grenze zu hindern, weiß Deutschland als einzige Reaktion, die Selbstverteidigung der Israelis zu kritisieren.
Während der Antisemitismus in Deutschland wächst, Juden auf offener Straße attackiert werden, “Tod Israel“ skandierende Demonstranten durch Berlin ziehen, Davidsterne verbrannt, den Holocaust als gute Grundlage für eine Liedzeile sehende Rapper den Echo verliehen bekommen und die “Süddeutsche Zeitung“ eine Karikatur abdruckt, die vom “Völkischen Beobachter“ hätte stammen können, sprechen die Politiker täglich davon, “Antisemitismus und Judenfeindlichkeit zu bekämpfen“ und “die historische Verantwortung zu wahren“, in Wahrheit jedoch unterstützt man im Nahen Osten zeitgleich diejenigen, deren Ziel es ist, die “Juden ins Meer zu treiben“ und Israel auszuradieren.
Der Gottestaat Iran erkennt Israel nicht an und unterstützt radikal antisemitische Milizen im Jemen und im Libanon?
Egal, Hauptsache wir retten das Abkommen!
Die EU zieht in einen rhetorische Handelskrieg mit den USA, weil Trump den deutschen Exportüberschuss kritisiert (mal als kleines Beispiel: Die USA erheben 2% Importzölle aus deutsche Autos, anders herum sind es 10%), während man mit China, welches noch immer eine kommunistische Diktatur ist, die Wichtigkeit des gemeinsamen Handels betont, Abkommen aufsetzt und sich gegenseitig Geschenke macht, so z.B. eine überlebensgroße Marx Statue.
Die Bundesregierung gibt grünes Licht für den Bau der Gaspipline “Nord Stream 2“, womit das Gas des russischen Konzerns Gazprom bald Europa beliefern wird.
Man kann nur mutmaßen, welchen internen Einfluss der alt-Kanzler Schröder dabei hatte, aber Fakt ist, dass man damit den westlichen Verbündeten, den USA und Großbritannien sowie den eigenen Sanktionsbefürworten in den Rücken fällt.
Es stört uns, wenn das kleine Land Israel, umgeben von arabischen Feindstaaten, für das wir seit 70 Jahren eine Staatsräson auf unsere Fahne schreiben, sich selbst vor einem Hamas Ansturm verteidigt, aber wir führen diplomatische Liebesbeziehungen zu China, während die Volksrepublik Zeit seines Bestehens Tibet besetzt hält (für dessen Freiheit sich im Übrigen keiner der “free palestine“ Aktivisten einsetzt), und Russland, welches zuletzt in der Ukraine einen souveränen europäischen Staat bekämpft hat, sowie in Syrien seit Jahren an der Seite eines vom Westen verurteilten Despoten Bomben auf Widerstandskämpfer und Zivilisten wirft.
Alle sagen sie heute, sie würden dem Gedenken, was damals geschah, und eine Verantwortung wahren, die daraus resultiert.
Defakto aber sind das lediglich gemütliche Floskeln, die immer dann auftauchen, wenn sie gerade schön klingen.
Wenn wir uns aber die Welt des Jahres 2018 und die dazugehörige Politik ansehen, müssen wir feststellen, dass niemand irgendwas aus der Geschichte gelernt hat, oder gar bereit wäre, in den jetzigen Tagen Rückgrat zu zeigen.
Dass man sich mit einer pro-Israel und pro-Amerika Einstellung nicht nur Freunde macht, das wissen auch wir von Apollo nur zu gut.
Natürlich schwimmt es sich besser im Strom, was wohl auch der Grund sein dürfte, warum es keinen nennenswerten öffentlichen Widerstand gegen den Kurs der Bundesregierung, aber auch der offen Israel- und Amerikafeindlichen Stimmung in Teilen der deutschen Medienlandschaft gibt.
Aber das muss sich ändern.
Gerade wir Deutschen, die immer behaupten, sich ihrer historischen Verantwortung bewusst zu sein, müssen endlich anfangen, diese Standart Floskel in eine politische Haltung um zu ändern.
Unsere Staatsräson muss zu einer realpolitischen Agenda werden, und unsere Westbindung durch außenpolitische Standpunkte klar unterstrichen.
Dafür sollten wir auf die Straße gehen, es sollte einen Aufschrei geben!
Deutschland, das ist deine Verantwortung!

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