Wie Trump mit seinen Strafzöllen Amerika schadet

Von MARVIN WANK | Der US-Amerikanische Präsident Donald Trump hat angekündigt, „zum Schutz der heimischen Industrie“ Strafzölle auf die Einfuhr von Stahl und Aluminium zu erheben. Damit kommt er einem Versprechen nach, das er schon im Wahlkampf immer wieder geäußert hat und für das er viel Lob von der Metalllobby und von Gewerkschaften bekommen hat.

Die EU hat daraufhin angekündigt, ebenfalls Strafzölle auf US-Produkte zu erheben, sollte Trump sein Vorhaben nicht zurücknehmen. Interessant ist, dass selbst die deutschen Leitmedien plötzlich erkannt haben, dass Protektionismus gar nicht so dufte ist, wenn er uns selbst betrifft. Dass die EU schon seit Jahren hohe Zölle auf alles Mögliche erhebt, ist dabei natürlich völlig nebensächlich.

Ein Konsument kauft stets das Produkt, dass seine Bedürfnisse am besten erfüllt und gleichzeitig so günstig wie möglich ist. Ist dies ein importiertes Produkt, so muss er entweder mehr bezahlen – denn Strafzölle werden natürlich letztlich vom Endkunden bezahlt – oder er kauft ein nicht importiertes Produkt. Dies wird er aber nur deswegen tun, weil das bessere importierte Produkt künstlich verteuert wurde. Andernfalls würde er von Anfang das einheimische Produkt kaufen. Strafzölle schaden also in jedem Fall den einfachen Konsumenten, sind mikroökonomisch gesehen also unsinnig.

Ein verbreitetes Argument unter Protektionisten ist allerdings, dass Strafzölle auf makroökonomischer Ebene vorteilhaft sind. Denn diese würden die heimische Wirtschaft vor dem überlegenen Ausland „beschützen“ und so Arbeitsplätze sichern. Doch auch dies ist natürlich ein Trugschluss. Denn sollten einheimische Produkte ausländischen unterlegen sein, dann arbeiten die einheimischen Firmen aus irgendeinem Grund zu ineffizient. Strafzölle würden dann durch künstliche Verteuerung diese ineffizienten Firmen am Leben erhalten. Das ist ökonomisch gesehen eine Fehlverteilung von Ressourcen.

Strafzölle sind also auf mikro- und makroökonomischer Ebene unvorteilhaft. Trump schadet der amerikanischen Wirtschaft und den amerikanischen Konsumenten mit seinem hirnrissigen Protektionismus. Dabei hat er mit seinen massiven Steuersenkungen doch schon bewiesen, dass er weiß, wie man die heimische Wirtschaft wettbewerbsfähig macht. Schade eigentlich.

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