Wie der Corona-Virus sich auf die US-Wahlen auswirken könnte

Von Jerome Wnuk | Menschenleere Straßen, geschlossene Läden, in manchen Staaten Ausgangssperren – Ausnahmezustand in der USA. Was bedeutet das für die anstehende Präsidentschaftswahl im November? Joe Biden ging aus den Vorwahlen bis jetzt als großer Gewinner vor, er schlug Sanders in Arizona, Florida und Illinois klar. Sanders gab bekannt, über seine Kandidatur nochmals nachzudenken, es spricht sehr viel für ein Duell Trump-Biden am 3.November. Das Wahldatum wird der Coronavirus wohl kaum verschieben können, wenn dann auch nur um eine kurze Zeit. Ein Bundesgesetz regelt das Datum – der erste Dienstag nach dem ersten Montag im November. So gilt es seit 1845. Gewählt wurde der Präsident auch in Kriegszeiten, etwa während des Bürgerkrieges oder in der Endphase des Zweiten Weltkrieges im November 1944.

Der Wahlausgang wird jedoch durch den Virus beeinflusst werden, in welche Richtung ist offen , aber besonders vorteilhaft ist dieser Ausnahmezustand für keinen der beiden Kandidaten. Nach dem Verschieben der Vorwahlen in Georgia, Kentucky, Maryland und Louisiana drohen auch die Veranstaltungen der beiden Parteien wegen dem Virus auszufallen, Biden und Sanders können keine Kundgebungen mehr geben und auch Trumps Wahlkampfauftritte müssen abgesagt werden.

Biden, der bis zu dem Zeitpunkt einen sehr menschnahen Wahlkampf gemacht hatte, wird umdenken müssen. Generell scheinen Großveranstaltungen mit dem üblichen Händeschütteln zurzeit nicht vorstellbar. Trumps größter Trumpf im Wahlkampf, die starke Wirtschaftsbilanz, geht durch die aktuelle Wirtschaftskrise verloren.

Die amerikanische Börse ist in einem historischen Tempo gefallen und es ist unklar, ob die Wirtschaft der USA bis zur Wahl sich wieder erholt hat. Bis jetzt leidet Trump darunter noch nicht. Trumps Zustimmung hat sich seit dem Beginn der Corona-Krise nicht verändert. Biden verspricht in seinem Wahlprogramm 1,7 Billionen Dollar für den sogenannten „Green Deal“ (bis 2050 Netto-Null Emissionen) auszugeben. Es ist fraglich inwiefern das nach einer schweren Wirtschaftskrise noch möglich ist.

Kann Trump sich als Krisenmanager bewähren , ist im Herbst die Corona Krise ausgestanden und die Wirtschaft und die Börsen wieder angesprungen, sind die Wiederwahlmöglichkeiten für ihn gut. Ist bis dahin keine nachhaltige Besserung eingetreten, kann Ex-Senator und Ex-Vizepräsident Biden sich als erfahrender Staatsmann profilieren und damit eventuell viele Wählerstimmen gewinnen. Wie es in den Vereinigten Staaten weitergeht,ist fraglich, Prognosen sind zurzeit fastunmöglich. Vor ein paar Wochen sprach noch sehr viel für eine Wiederwahl Trumps, jetzt ist das Rennen wer am 3.November die Wahl gewinnt durch die Corona-Krise völlig offen.

3 Antworten

  1. Christian Frey sagt:

    Virus, das

  2. karlchen sagt:

    Na dann hoffen wir mal, dass der Trump sich bewährt!!!
    Kann natürlich aber trotzdem sein, dass die Leute dann einfach aus Frust über dieses Kack-Virus was Neues wollen… Das wär Sch…! (Entschuldigt meine Ausdrücke – der Klopapier-Mangel scheint das Sprachzentrum zu beeinträchtigen.)