Wie bilden sich eigentlich Preise?

Von MARVIN WANK | Es ist die kommunistische Utopie: Eine Welt völlig ohne Preise. Jeder soll einfach ohne direkte Gegenleistung konsumieren, was er zum Leben braucht. Dass dies nicht funktioniert, wissen tief im Inneren sogar die meisten Sozialisten. Doch wenn selbst man Liberale nach dem eigentlichen Sinn freier Preise fragt, kommt meist wie aus der Pistole geschossen: „Angebot und Nachfrage!“.

Und natürlich haben Preise viel mit Angebot und Nachfrage zu tun. Aber den Wenigsten ist die ungeheure Regulierungskraft des Preises bewusst. Um dies aufzuklären, kehren wir zunächst doch zu Angebot und Nachfrage zurück und wagen eine Begriffsdefinition. Die „Nachfrage“ ist im Prinzip eine endliche Zahl von Menschen mit, wie Hayek zeigte, unendlichen Bedürfnissen. Das „Angebot“ ist eine endliche Zahl von Menschen, die eine endliche Zahl von Gütern herstellen und verkaufen.

Es wird ein Problem deutlich: Der unendlichen Menge an Bedürfnissen steht eine endliche Menge an Gütern gegenüber, die diese Bedürfnisse erfüllen können. Warum, könnten man nun fragen, ist die Menge der Güter endlich? Die Antwort darauf ist wohl recht einleuchtend: Wir leben in einer Welt mit knappen Ressourcen. Ressourcen sind Arbeitskraft, Maschinen, Grund und Boden, Energie und natürlich auch Bodenschätze wie Öl, Kohle und Eisen.

Stellen wir uns Herrn Müller vor. Er ist Unternehmer und seine Firma „Möbel Müller“ stellt Möbel her. Diese Firma tritt auf dem Markt als Anbieter von Mobiliar auf. Gleichzeitig tritt sie jedoch auch als Nachfrager von Ressourcen auf: Sie fragt die Arbeitskraft von Tischlern nach, das Holz für die Möbel und den Strom für die Sägen.

Die ganzen Ressourcen gibt es natürlich nicht umsonst, denn auch sie müssen kostenaufwändig hergestellt werden. Also ruft Herr Müller einen Preis für die Möbel auf, der seine Kosten deckt und ihm noch einen kleinen Gewinn beschert. Dabei muss er aufpassen, dass er den Preis nicht zu hoch ansetzt. Denn dann wird keiner mehr seine Möbel kaufen und „Möbel Müller“ ginge pleite.

Nun kann Herr Müller den Preis nur bis zu einem gewissen Punkt beeinflussen. Er kann seine Marge kürzen, bis sie nur noch knapp zum Leben reicht, er kann einige Produktionsprozesse optimieren, aber den Preis für seine Einkäufe kann nicht unterboten werden. Wenn das Holz etwa so teuer wird, dass er Preise aufrufen muss, die keiner mehr bezahlen will, dann geht Möbel Müller bankrott. 

Bleiben wir in diesem Beispiel und nehmen an, nahezu alle Wälder der Welt wurden von raubtierkapitalistischen Ausbeutern abgeholzt. Entsprechend gibt es nur noch sehr wenig Holz und dieses ist unglaublich teuer, da das Angebot sehr klein und die Nachfrage unverändert groß ist. Der exorbitante Preis wird durch alle Glieder der Wertschöpfungskette „durchgereicht“ und landet letztlich beim Endkunden – der nun oft nicht mehr bereit ist, den Preis für Holz zu bezahlen. 

Die endliche Ressource Holz ist zu knapp geworden, um den unendlichen Bedürfnissen nach Holz weiter gerecht zu werden. Also greift der Preis regulierend ein und verhindert die Erschöpfung der Ressourcen. Gleichzeitig sorgt der hohe finanzielle Anreiz dafür, dass neue Bäume gepflanzt werden, damit in Zukunft die Ressource Holz wieder in großer Menge zur Verfügung steht.

Preise sorgen für einen sparsamen Umgang mit knappen Ressourcen – und das völlig marktwirtschaftlich. Die kommunistische Utopie ohne Preise wäre ökologisch-gesehen eine wahre Dystopie. Komischerweise sind gerade jene, die so gerne „Es gibt keinen Planet B“ skandieren, in der Regel Gegner der Marktwirtschat. Liebe „Aktivisten“: wenn ihr euch schon den Freitag freinehmt, dann lest doch einfach mal ein gutes Buch statt auf die Demo zu gehen. „Der Weg zur Knechtschaft“ wäre zum Beispiel meine Empfehlung.

4 Antworten

  1. Volkswirt sagt:

    In diesem Text so unfassbar viele inhaltliche Fehler. Worüber sich der Schreiber einmal informieren sollte:
    Volkswirtschaftslehre:
    – Investitionen und deren Rentabilität, insbesondere über sehr lange Zeiträume (Wachstumszeit der Bäume)
    – Marktversagen
    – Heterogenität von Gütern
    Biologie:
    – Unterschied von sehr jungen Bäumen und sehr alten Bäumen
    – das Zusammenspiel von Flora uns Fauna

    Um es kurz zu fassen. Bevor diese Investition sich Betriebswirtschaftlich lohnt, stehen nichtmehr genug Bäume auf der Welt um die Flora, Fauna und Mensch am Leben zu halten.

    • Marvin Wank sagt:

      Danke für den Hinweis. Natürlich spielen alle genannten Punkte eine Rolle. Das Ziel dieser Reihe ist es aber, wirtschaftliche Zusammenhänge in knapper und gut verständlicher Form zu erklären. Wen die Details interssieren, der kann in seiner lokalen Bibliothek auf eine breite Auswahl wirtschaftswissenschaftlicher Literatur zurückgreifen. Deswegen verweise ich im Schlussatz etwa auch auf den „Weg zur Knechtschaft“.
      Ich bin kein studierter Volkswirt, sondern nur ein junger Mensch, der versucht anderen jungen Menschen ein Grundverständnis von Wirtschaft zu vermitteln. Den biologischen Aspekt zu bleuchten wäre hier sogar völlig fehl am Platze, da es sich bei den Bäumen um ein konkretes Beispiel für einen sehr abstrakten Sachverhalt handelt.

  2. monneypenny sagt:

    Mal wieder super erklärt, vielen Dank!
    Sowas sollte es echt als Grundkurs in jeder Schule geben.

  3. FreiHerr sagt:

    „Der Weg zur Knechtschaft“ – kann ich echt auch nur empfehlen. Hat mich sehr weitergebracht!