Warum Studiengebühren sinnvoll sind

Von MARVIN WANK | Ich bin im Moment dabei mein Abitur abzulegen. Sollte ich dabei erfolgreich sein, werde ich im Herbst dieses Jahrs mein Studium der Wirtschaftsinformatik beginnen. Eigentlich könnte ich mich glücklich schätzen, dass es in Deutschland bis auf kleine Beiträge für das Studentenwerk keine Studiengebühren mehr gibt. Schließlich erspare ich mir damit finanzielle Bürden für das spätere Leben, etwa einen Bildungskredit.

Tatsächlich aber bin ich alles andere als glücklich, ja regelrecht wütend über die Abwesenheit dieser Gebühren. Denn natürlich wollen die Dozenten, wissenschaftlichen Mitarbeiter und sämtliches technisches Equipment trotzdem bezahlt werden. Diese Kosten werden dann natürlich der werktätigen Bevölkerung aufgebrummt. Also auch mir, sobald ich fertig mit meinem Studium bin. Für mich ist das ganze also ein Nullsummenspiel, da ich die eingesparten Studiengebühren später in Form von Steuern trotzdem bezahle.

Das Problem sind aber die Studenten, für die diese Rechnung kein Nullsummenspiel ist. Was ist mit denen, die Kunstgeschichte, Gender Studies oder Angewandte Freizeitwissenschaften studieren? Sollen die später ebenso die Kosten für ihr Studium mit ihrem Gehalt bezahlen? Ja ne ist klar und Kommunismus ist super und wurde nur noch nie ausprobiert.

Die Ausbildung dieser Menschen kostet viel mehr, als sie später der Staatskasse durch ihren Minijob auf 450€-Euro Basis werden einbringen können. Keine Bank der Welt wäre so wahnsinnig, einem angehenden Kunstgeschichte-Studenten einen fünfstelligen Bildungskredit auszuzahlen, denn dieser wird diesen höchstwahrscheinlich nie zurückzahlen können. Wobei, kann der Bank ja auch egal sein, die wird am Ende eh durch Steuergelder gerettet…egal, das ist ein anderes Thema für einen anderen Artikel.

Gäbe es also Studiengebühren, gäbe es auch viel weniger Menschen in Studiengängen, die die Welt nicht braucht. Denn nur solche, die eine realistische Aussicht auf einen Verdienst hätten, würden einen Bildungskredit bekommen. Das würde diejenigen entlasten, die aktuell gezwungen sind, diese Studiengänge zu finanzieren. Gleichzeitig würden wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung anfangen, anstatt einfach irgendetwas zu studieren, was lustig klingt. Somit würde man dem aktuellen Fachkräftemangel entgegenwirken.

Aber das wird wohl nicht passieren, weil die Politiker genau wissen, dass nur wenige Menschen erkennen, dass „kostenlos“ auch nur „mit dem Geld anderer Leute bezahlt“ bedeutet. Und noch weniger erkennen, dass das Geld anderer Menschen in 10 Jahren das eigene Geld sein wird. Der Staat ist die große Fiktion, mit deren Hilfe sich alle bemühen, auf Kosten aller zu leben.

 

 

1 Antwort

  1. Kewin sagt:

    Kurz zusammengefasst: Bildung und Selbstentfaltung ist nur gut wenn man damit auch Geld verdient. Nur was Geld einbringt und mir gefällt braucht die Welt.

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