Warum Strafzölle allen schaden

Von MARVIN WANK | Nach Trumps Entscheidung, die Strafzölle auf Aluminium und Stahl nun doch auch auf die Staaten der Europäischen Union auszuweiten, profiliert sich die EU als letzte Bastion des Freihandels. Trumps Anhänger haben völlig Recht, wenn sie dies als Heuchelei bezeichnen. Denn insgesamt ist die Zollquote der europäischen Union sogar höher als die der USA.

Seine Unterstützer liegen aber grundlegend falsch, wenn sie sich von diesen Zöllen Vorteile für die US-Wirtschaft versprechen. Zwar machen diese sicherlich die amerikanischen Konzerne künstlich wettbewerbsfähiger. Den Preis dafür aber zahlen buchstäblich die Konsumenten.

Denn Importe sind nur dann konkurrenzfähig, wenn diese günstiger oder hochwertiger sind als Güter, die im Zielland selbst hergestellt werden. Niemand würde mehr Textilien aus Südostasien kaufen, wenn diese nicht so viel günstiger wären als in Europa produzierte Konkurrenzware. Der Erfolg von Importen beruht also auf dem freiwilligen Handeln der Menschen.

Erhebt ein Land nun Strafzölle, verschafft es ausländischen Firmen einen unfairen (weil unter Marktbedingungen nicht vorhandenen) Wettbewerbsnachteil. Für den Verbraucher ist das ein Nachteil, denn natürlich schlagen ausländische Firmen die Zollkosten auf den Endpreis drauf. Der Konsument ist also gezwungen, mehr Geld für das Produkt auszugeben als er es ohne Strafzölle müsste. Dann aber sinkt der allgemeine Wohlstand, da die Menschen nun weniger Geld haben, dass sie für andere Dingen ausgeben könnten.

Der Staat stört mit den Zöllen das Handeln der Menschen auf dem freien Markte. Zölle schaden den Konsumenten. Es wäre für das amerikanische Volk besser gewesen, hätte ihr Präsident keine künstlichen Preisbarrieren geschaffen. Es bleibt zu hoffen, dass die EU-Politiker sich in Zukunft auch dann für Freihandel einsetzen, wenn es gerade einmal nicht darum geht, Donald Trump eins auszuwischen. Vorteilhaft für die EU-Bürger wäre es allemal. Wahrscheinlich ist dies aber eher nicht.

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