Warum man Kinderarbeit nicht verbieten kann

Von MARVIN WANK | Fragt man Menschen auf der Straße, seit wann es ihrer Meinung nach Kinderarbeit gäbe, erhält man als Antwort meist so etwas wie „seit der Industrialisierung“. Klar, die Bilder der schuftenden Jungen in englischen Kohlebergwerken des 19. Jahrhunderts haben sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt und somit assoziieren wir Kinderarbeit mit der industriellen Revolution.

In Wahrheit aber ist Kinderarbeit viel älter als die erste Dampfmaschine. Die Vorstellung, ein mittelalterlicher Bauer hätte seine Felder ohne die Mithilfe seiner Sprösslinge bestellt, ist an Naivität wohl kaum zu überbieten. Hätte es damals ein Verbot von Kinderarbeit gegeben, hätten es die Menschen entweder ignoriert oder wären verhungert. Niemand schickt seine Kinder gerne arbeiten, Kinderarbeit war schlicht eine überlebensnotwendig.

Das Ende der Kinderarbeit kam ironischerweise erst mit der industriellen Revolution. Durch industrielle Massenproduktion wurden essentielle Güter erstmals so erschwinglich, dass Familien auf das Gehalt ihrer Kinder verzichten konnte. Heute muss in der westlichen Welt kein Kind mehr für das Überleben der Familie schuften.

Anders sieht es in anderen Teilen der Welt aus. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation sinkt die Zahl der Kinderarbeiter zwar stetig, aber auch heute müssen noch etwa 150 Millionen Jungen und Mädchen zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten. Vor allem die Textilbranche wird immer wieder dafür kritisiert, dass ihre Zulieferer Kinder als Arbeitskräfte beschäftigen, trotz der Verbote in vielen Ländern.

Doch Kinderarbeit lässt sich nicht einfach verbieten. Die Mehrheit (71%) geht ohnehin keiner Lohnarbeit nach, sondern unterstützt die Familie mit ihrer Arbeitskraft. Auch afrikanische Eltern schicken ihre Kinder nicht zur Arbeit, weil sie es wollen, sondern weil sie müssen. Würden die Verbote konsequent durchgesetzt werden, könnten diese Familien einfach nicht überleben. Entsprechend halten diese sich natürlich nicht an Gesetze und Vorschriften.

Die einzige Möglichkeit, Kinderarbeit zu bekämpfen ist eine freie Marktwirtschaft. Nicht umsonst sind die Regionen, in denen es am meisten Kinderarbeit gibt, auch die Regionen, die am wirtschaftlich unfreisten sind. Nur durch die enorme Produktivitätssteigerung der industriellen Revolution konnten Eltern auf die Arbeitskraft ihres Kindes verzichten.

Das ist das ewige Problem der Sozialisten: Man kann die Not der Menschen nicht einfach verbieten, man kann ihnen nur die Möglichkeit geben, sich selbst aus dieser zu befreien. Wer Kinderarbeit bekämpfen will, der muss der Wirtschaft erlauben sich frei zu entfalten.

 

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