Wanks Wirtschaft: Warum Pleiten wichtig sind

Wirtschaft einfach erklärt von MARVIN WANK | Pleiten von großen Unternehmen sind eine schwierige Sache. Trotzdem sind sie notwendig.

Steckt ein Großunternehmen tief in den roten Zahlen, schrillen im Kanzleramt die Alarmglocken. Sollte der Konzern tatsächlich pleitegehen, so wären zehntausende Arbeitsplätze betroffen. Deshalb greift Vater Staat in solchen Situationen immer öfter ein um einen drohenden Konkurs abzuwenden. Doch so schmerzlich Pleiten für die betroffenen Arbeitnehmer auch sein mögen – sie sind essentiell für eine starke Wirtschaft.

Einer der Hauptgründe für die enorme Effizienz der freien Marktwirtschaft ist der Konkurrenzkampf. Alle Unternehmen stehen im ständigen Wettbewerb zueinander und nur wer seinen Kunden die besten Produkte zum günstigsten Preis anbieten kann, wird auch Erfolg haben. Im freien Konkurrenzkampf entscheidet allein die Erfüllung von Bedürfnissen über Gewinn und Verlust.

Kann ein Unternehmen die Bedürfnisse der Konsumenten nicht oder nur zu einem wesentlich schlechteren Preis erfüllen, wird es in letzter Konsequenz pleitegehen. Das ist gut so. Denn die Marktanteile der erfolglosen Firmen gehen dann an Unternehmen, die wesentlich effizienter arbeiten. Somit wird noch mehr Kunden ein besseres Produkt geboten.

Wenn aber der Staat Pleiten verhindert, so wird dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt. Finanziert durch das Geld der Steuerzahler kann das eigentlich zu ineffiziente Unternehmen überleben. Dadurch wird die allgemeine Lebensqualität gemindert, da Qualität und Preis des Produktes nicht mehr ausschlaggebend für den Erfolg eines Unternehmens sind.

Schlimmer noch: Durch das Steuersystem zahlen die erfolgreichen Unternehmen die Rettung ihres Konkurrenten. Es findet im Grunde eine Umverteilung statt – von erfolgreich zu unerfolgreich. Dies führt dazu, dass die erfolgreichen Unternehmen weniger Kapital haben, um ihr eigenes Produkt zu verbessern. Dadurch wird eine weitere Produktivitätssteigerung gebremst.

Zudem benachteiligen staatliche Rettungsmaßnahmen nachhaltiges Wirtschaften: Warum sollte man als Unternehmen Rücklagen bilden, wenn man im Ernstfall ohnehin vom Steuerzahler gerettet wird? Firmen werden dazu animiert, ein höheres Risiko einzugehen – die nächste Finanzkrise ist damit quasi schon vorprogrammiert.

Auch wenn es zunächst nachvollziehbar erscheint, Arbeitsplätze retten zu wollen, so tut die Politik damit niemandem einen Gefallen. Die Unterstützung erfolgloser Unternehmen zulasten Erfolgreicher ist nicht nur moralisch fragwürdig. Diese Praxis hat auch schwerwiegende ökonomische Folgen. Manchmal ist es besser, kurzfristig in den sauren Apfel zu beißen, um langfristig davon zu profitieren. Aber wer kann schon langfristige Überlegungen von Menschen erwarten, die maximal bis zur nächsten Wahlperiode denken?

 

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4 Antworten

  1. karlchen sagt:

    Ups – naja, doppelt gemoppelt hält besser, gell…?!

  2. karlchen sagt:

    Super erklärt, danke
    Das ist also so als ob man einen superschlechten Schüler auf Kosten aller zum Abi schleift…?

    • Marvin Wank sagt:

      Genau. Man gibt dem schlechten Schüler quasi die Notenpunkte seiner Mitschüler, obwohl es für ihn und alle anderen besser wäre, er würde auf eine Realschule gehen.

  3. karlchen sagt:

    Total einleuchtend.
    Das ist so wie wenn einer in der Schule trotz miesester Leistung auf Kosten der anderen durchgezogen wird, oder?

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