Volksrepublik Deutschland

Von MARVIN WANK | Maximale persönliche Freiheit kann nie ohne maximale wirtschaftliche Freiheit existieren. Niemand kann sich als wirklich frei bezeichnen, wenn er staatliche Vorgaben erhält, wie er Verträge zu schließen hat, welchen er Preis für seine Leistungen verlangen darf oder gezwungen ist, sein hart verdientes Geld unfreiwillig mit anderen zu teilen. Ich denke, dass jeder die Früchte seiner Arbeit ernten und auch behalten sollte. Maximale Freiheit heißt auch absolute Freiwilligkeit.

Der Staat schränkt nicht nur die persönliche Freiheit in nicht zu verantwortbaren Maße ein, er beschneidet durch wirtschaftliche Regulationen auch den Wohlstand der Gesellschaft. Der allgemeine Wohlstand ist direkt proportional zur wirtschaftlichen Freiheit[1]. Doch Eingriffe des Staates in die einvernehmlichen Geschäfte erwachsener Menschen schaden der wirtschaftlichen Freiheit und verringern damit auch den allgemeinen Wohlstand.

Man sollte also meinen, Politiker seien daran interessiert, die freie Wirtschaft um des Volkes Wohlfahrt willen so wenig wie möglich einzuschränken. Dass die traurige Realität anders aussieht, wird am Beispiel des Mindestlohns, der wohl haarsträubendsten Restriktion der letzten Jahre, deutlich. Seine Befürworter machen sich durch ihre völlige Ignoranz gegenüber unwiderlegbaren basisökonomischen Vorgängen regelmäßig lächerlich. Die Unwirksamkeit des Mindestlohns lässt sich am folgenden Beispiel eindrucksvoll illustrieren:

Ein Friseur beispielsweise bekam vor der Einführung des Mindestlohnes einen Stundenlohn von ca. 5€. Ein sehr niedriger Lohn, keine Frage. Doch warum war dieser überhaupt so niedrig? Ganz einfach: Es gab in Verhältnis zur Nachfrage an Haarschnitten ein zu großes Angebot. In einem meinem Wohnort nahegelegenen mittelgroßen Einkaufszentrum kommen auf insgesamt 45 Geschäfte drei Friseursalons. In keinem von ihnen musste ich jemals länger als einen Tag auf einen Termin warten, häufig konnte ich mich sogar sofort frisieren lassen. Die ist insbesondere auffällig, da ich häufig Termine zwischen 16:30 und 18:00 wahrnahm habe, in der Feierabendzeit also, in der die Auslastung klassischerweise ihr Maximum erreicht.

Dass diese dennoch so gering war, ist ein eindeutiger Indikator für einen Angebotsüberhang. Dieser führt bei gleichbleibender Nachfrage zwangsläufig zu steigendem Wettbewerb und damit unter anderem zu sinkenden Preisen. Die geringe Bezahlung im Friseurgewerbe war auch vor Einführung des Mindestlohnes ein allgemein bekannter Fakt.  Dennoch entschieden sich viele junge Menschen zu einer Ausbildung zum Friseur und das obwohl es sich hierbei immerhin um eine dreijährige, teilweise schulische Ausbildung handelt.

Das Argument, vor allem bildungsferne Schichten würden vom Mindestlohn profitieren, zählt hier also nicht. Obwohl schon die Ausbildungsvergütung extrem gering war, entschieden sich viele Jugendliche ebendiese Lehre – nur um nachher über schlechte Bezahlung zu klagen. Also hat man Proteste organisiert und Politikermarionetten dazu gebracht, den eigenen Lohn ohne jegliche wirtschaftliche Grundlage zu künstlich zu erhöhen. Das ist wie, als würde man betrunken Fahrrad fahren und anschließend den Fahrradhersteller auf Schmerzensgeld für die erlittenen Verletzungen zu verklagen; frei nach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Der Effekt des Mindestlohns wird folgender sein: weniger Menschen werden sich die Haare schneiden lassen, da der Haarschnitts aufgrund der gestiegenen Kosten eine im Verhältnis zu anderen Dinge geringere Priorität haben wird. Preiskalkulation kann nur durch freiwilligen Handel, durch das Verhältnis von freiwilligen Angebot zur freiwilligen Nachfrage erfolgen. Der Staat ist nicht in der Lage, einen „gerechten“ Lohn festzulegen, „gerecht“ ist, was die freiwilligen Nachfrager als „gerecht“ erachten.

Obgleich derartige wirtschaftliche Überlegungen aufgrund der inneren Logik a priori wahr sind, versuchen verblendete Dogmatiker immer wieder, diese durch haarsträubende gedankliche Verrenkungen zu widerlegen. Um also jeden Zweifel zu zerstreuen: Sowohl deutsche[2] als auch amerikanische[3] Ökonomen konnten den Jobverlust durch Mindestlöhne anhand empirischer Studien nachweisen.

Der Mindestlohn ist ökonomischer Wahnsinn. Er zerstört die sensiblen Preisbildungsmechanismen des freien Marktes und ersetzt ein System der Freiwilligkeit durch ein System des Zwanges. Der Mindestlohn spiegelt aber auch die Sklavenmentalität einiger Menschen wieder, beim Staat um Hilfe für die negativen Konsequenzen ihres eigenen Handelns zu flehen.  Mit dem Mindestlohn sind wir einen weiteren großen Schritt in Richtung totale Planwirtschaft gegangen. Es ist unsere moralische Pflicht, dagegen mit aller Vehemenz anzukämpfen und den Wohlstand unserer Nation zu wahren. Doch angesichts des sozialdemokratischen Konsenses der großen Koalition ist das wohl zumindest in dieser Legislaturperiode ein sinnloses Unterfangen. Folgt man der klassischen Interventionsspirale, so werden die nächsten Schritte wohl ein Maximallohn sowie ein verpflichtender Friseurbesuch einmal im Monat sein…

 

 

[1] Economic Freedom, Prosperity, and Equality: A Survey, Steve H. Hanke and Stephen J. K. Walters

[2] https://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr/2015/6/mindestlohn-erste-anzeichen-fuer-jobverluste/

[3] http://people.tamu.edu/~jmeer/Meer_West_Minimum_Wage.pdf

1 Antwort

  1. Max sagt:

    Sehr schlüssig analysiert. Auch der Titel zeigt deutlich diese Idiotie auf, nach der im Linken Jargon ständig so getan wird, als seien sozialistische Ideen Standard.

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