Unterstützung für amerikanische Farmer: Die Interventionsspirale dreht sich

Von MARVIN WANK | Die von der amerikanischen Regierung als „große Errungeschaft für die Wirtschaft“ angepriesenen Importzölle zeigen erste Wirkung: Tausende Farmer sind durch sie in finanzielle Schieflagen geraten, weil andere Länder mit Vergeltungszöllen reagiert haben und amerikanische Produkte auf dem Weltmarkt deshalb nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen und die Strafzölle fallen zu lassen, hat Trump angekündigt, das Subventionsprogramm für Landwirte um 12 Milliarden Dollar aufzustocken. Der Staat nimmt nun das Geld, welches er durch die Strafzölle eingenommen hat und gibt es denen, die er durch die Strafzölle geschädigt hat.

Dieser Sachverhalt ist ein hervorragendes Beispiel für die sogenannte Interventionsspirale, die immer auftritt, wenn der Staat in die Wirtschaft eingreift. Zwar mag ein Eingriff kurzfristig einen positiven Effekt in einem bestimmten Bereich haben, aber jede Regulierung führt zu einem Ungleichgewicht in einem anderen Sektor. Dieses Ungleichgewicht erfordert eine noch viel größere staatliche Intervention, die wiederum einen weiteren Eingriff erforderlich macht.

Dieses Phänomen ist ein Grund dafür, weshalb die wirtschaftliche Freiheit in den westlichen Staaten seit Jahrzehnten abnimmt. Da die negativen Effekte einer staatlichen Intervention zum Teil erst Jahre später spürbar werden, ist es ein leichtes, diese einem angeblichen Marktversagen zuzuschreiben. Und der Staat präsentiert sich nur allzu gerne als Retter in der Not und zaubert sogleich eine neue Regulation herbei, die die Folgen der alten zunächst kompensiert.

Würde uns der Staat von heute auf morgen sofort enteignen, würde es wohl selbst in Deutschland zu Massenaufständen kommen. Aber wie der Frosch im Kochtopf springen wir nur dann heraus, wenn das Wasser plötzlich anfängt zu kochen. Wird es aber langsam und stetig erwärmt, so bleiben wir sitzen bis es irgendwann doch kocht und Frosch und Freiheit sterben.

3 Antworten

  1. misspiggy sagt:

    Hat das mal jemand nachgeprüft, ob die Frösche wirklich so doof sind wie die menschlichen Rindviecher? Ich würd ja drauf setzen, dass sie doch raushüpfen, wenn es ihnen zu heiß wird… 🐸

    • Marvin Wank sagt:

      Die Metapher mit dem Frosch geht auf eine Kurzgeschichte von Charles Handy zurück: https://www.zeitblueten.com/news/frosch-wasser/. Genauso wie der Frosch nur dann dem tödlichen Kessel entspringt, wenn sein Leben plötzlich bedroht ist, bei einer gleichmäßigen Erwärmung sich aber still verhält, sind gerade wir Deutschen nur dann bereit, für unsere Freiheit zu kämpfen, wenn einzelne, einschneidende Ereignisse diese beschränken. Wenn uns unsere Freiheit aber wie jetzt Schritt für Schritt weggenommen wird, fügen wir uns stumm unserem Schickal.

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