Trump verzichtet auf EU-Zölle

Von ERIK SNIPER | Trump ist schon seit längerem an freiem Handel zwischen der EU und den USA interessiert, so bot er jüngst an, dass EU und USA beidseitig Zölle abschaffen. Am Mittwoch trifft endlich EU-Kommissionspräsident Juncker im Weißen Haus ein, um mit US-Präsident Trump über einen freien Handel zwischen der EU und den Vereinigten Staaten zu verhandeln. Trump selbst scheint nicht überzeugt davon zu sein, dass eine Einigung getroffen wird. So twitterte er: „Das wäre endlich das, was man freien Markt und und fairen Handel nennt! Ich hoffe, sie tun es, wir sind dazu bereit – werden sie aber nicht!“. Er machte auch deutlich, dass er nicht vor weiteren Strafzöllen zurückschrecken werde, sollten die Verhandlungspartner keine Zugeständnisse machen. Das oberste Ziel der EU sollte es sein, Trump von der Auferlegung von Importzöllen auf Autos abzuhalten, die besonders der deutschen Wirtschaft schaden. Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) appellierte an die EU, sich nicht von Trump erpressen zu lassen. Der Außenminister erklärte deutlich, die EU müsse zusammenzuhalten und sich „gemeinsam selbstbewusst gegen Strafzölle wehren“. Er forderte: „Wir müssen der Methode Trump Grenzen setzen. Er muss sehen, dass es ihm nicht gelingt, Europa zu spalten.“ Trump müsse verstehen, dass auch die USA nur verlieren könnten, „wenn wir uns gegenseitig mit Strafzöllen überziehen.“ Diese Worte sind passend zu dem, was uns in den letzten Monaten geboten wurde: Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich jeder gegenseitig den schwarzen Peter zuspielte. Am Ende ist jeder mit der Einsicht nach Hause gegangen, dass Strafzölle am Ende beiden schaden. Dies ist die erste Hoffnung auf einen echten freien und fairen transatlantischen Handel. Für einen solchen muss Trump allerdings seine America-first-Haltung teilweise aufgeben. Die Ergebnisse müssen abgewartet werden. Sollte man ohne nach Hause kommen, wird dies mit Sicherheit einen Handelskrieg auslösen, der die Wirtschaft beider Kontrahenten erheblich schwächt. Denn in einer Sache hatte Trump Recht: Die EU war in den letzten Jahren kein fairer Handelspartner für die Vereinigten Staaten.

1 Antwort

  1. Miseslebt sagt:

    Aber Trump ist der große Protektionist, alle sind für Freihandel. Naja außer eben wenn Trump gerade für Freihandel ist, dann fängts wieder an mit „fairem Handel“, „Stop TTIP“ & EU-Binnenmarkt. Trump hat mit einen Gegenzöllen tatsächlich bewirkt, dass die EU ihre Zölle runterfährt und ist somit ein echter Kämpfer für Freihandel! ????